Verpackungsmaterial als Zukunftsmarkt

Als Anleger sollten Sie um die Ecke denken. Wir helfen Ihnen auf die Sprünge. Warum diese Aktie Zukunft hat. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Tag für Tag fliegen Millionen Pakete und Päckchen rund um die Welt. Dezentrale Produktionsabläufe tun ihr übriges, dass Logistiker alle Hände voll zu tun haben. Doch wenn es um den Welthandel geht, gibt es mehr Investmentchancen, als nur die großen Logistikkonzerne. Waren müssen auch verpackt werden. Genau hier kommt Bobst ins Spiel.

Bobst ist der weltweit führende Anbieter von Qualitätsanlagen für Verpackungs- und Etikettenhersteller in den Bereichen Faltschachteln, Wellpappe und flexible Materialien. Das 1890 von Joseph Bobst in Lausanne gegründete Unternehmen ist in mehr als 50 Ländern vertreten und besitzt 12 Produktionsstätten in 8 Ländern.

Bobst agiert in einer aussichtsreichen Branche

Bobst hat starke Halbjahresergebnisse präsentiert. Denn der Preisdruck zwingt die Kunden aus der Verpackungsindustrie, in hochproduktive Maschinen und in Automatisierung zu investieren. Der Umsatz stieg um 7,1%, und der Gewinn hat sich verdreifacht. Auftragseingang und -bestand sind um 20% respektive 5% gestiegen. Konkrete Zahlen nannte das Management aber nicht. Alle Sparten sind gewachsen und haben ihre Betriebsergebnisse verbessert.

Das übernommene deutsche Unternehmen Boxplan trug 1,3 Mio SFr zum Umsatz bei. Regional hat Bobst aber nur in Amerika und Asien mehr umgesetzt. Wachstumstreiber Nummer 1 war das Geschäft mit flexiblen Materialien (Web-fed). Dort stieg der Umsatz um 18,7% auf 119,5 Mio SFr. Wegen eines unvorteilhaften Produktmix schreibt die Sparte aber noch rote Zahlen. Doch der Turnaround ist in Sicht. Nach Inbetriebnahme der neuen Produktionsstätte im chinesischen Changzhou ist Web-fed jetzt in der Lage, die asiatischen Märkte besser zu bedienen.

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Im Mai wird ein weiteres Werk nahe Shanghai eröffnet. Anfang November hatte Bobst seine Jahresprognose zum zweiten Mal angehoben. In Aussicht gestellt wurden jetzt ein Umsatzwachstum von 4 bis 6%, eine operative Marge von rund 8% und ein höherer Nettogewinn. Ende Juli sprach Bobst noch von einem etwas höheren Umsatz und Betriebsergebnis. Angesichts des zunehmenden Online-Handels hat der Markt für Verpackungen noch reichlich Potenzial. Branchenexperten rechnen bis 2020 mit jährlichen Wachstumsraten von 4% auf 1 Bio €.

Warum Sie besser noch abwarten sollten

Diese Aussichten sind zwar prächtig, doch glauben wir, dass bei Bobst viel Potenzial bereits im Kurs steckt. Dennoch konnte das Unternehmen mit seiner gesteigerten Prognose und der guten Position am Markt überzeugen. Wir halten viel davon, auf Hersteller von Verpackungsanlagen zu setzen. Diese Art von Maschinenbau hat Zukunft.

Dafür ist Bobst in vielen attraktiven Märkten bereits tätig. Die Dividendenrendite von 1,9% ist ausbaufähig und womöglich ein Argument dafür, für einen Einstieg zunächst Rücksetzer abzuwarten. hltag aus!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.