Der Konflikt der Sanktionen

Verschwiegen und vertuscht wird hierzulande der Handelskrieg der EU und Deutschlands gegen China. Hier erfahren Sie sämtliche Hintergründe. (Foto: crystal51 / Shutterstock.com)

Die Diskussion und Aufregung um die US-amerikanischen Strafzölle, von denen die EU zumindest in absehbarer Zeit wohl verschont bleibt, ist scheinheilig. Mehr noch: Heuchlerisch.

Vertuscht und verschwiegen: Der EU-Handelskrieg gegen China

Haben Sie gewusst, dass die EU selbst einen Handelskrieg führt? Und zwar gegen China? Allen voran sogar Deutschland. Nur schmiert Ihnen das, salopp gesagt, keiner aufs sprichwörtliche Butterbrot.

Doch hier erfahren Sie alles das, was herkömmlich verschwiegen wird.

Deutschlands Handelskrieg mit China

Schon seit langem gibt es protektionistische Maßnahmen der EU (z.B. Strafzölle), gegen chinesische Konzerne. Allen voran Deutschland, das so die heimischen Konzerne gegen die chinesische Konkurrenz schützen will.

Konkret: Unternehmen aus China, die dieselben Produkte wie deutsche Konzerne auf dem Weltmarkt anbieten, werden bei Lieferungen in die EU mit geradezu astronomischen Strafzöllen belegt.

Strafzölle gegen China

Diese europäischen Strafzölle gegen chinesische Hersteller betragen bis zu 126 Prozent der Warenpreise. Durchschnittlich rund 46 Prozent.

Da muten die amerikanischen Strafzölle von bis zu 25 Prozent geradezu moderat an, finden Sie nicht auch?

Angst vor unerwünschtem Technologietransfer durch China

Doch das ist noch längst nicht alles im Handelskrieg gegen das asiatische Riesenreich. So erschwert Deutschland durch Investitionsbeschränkungen bei Firmenübernahmen chinesischen Investoren den Einstieg bei hiesigen Unternehmen.

Vielleicht fragen Sie jetzt, weshalb Berlin so hart vorgeht? Die Begründung ist ein unerwünschter Technologietransfer der Chinesen.

Hierzulande wächst die Befürchtung, dass es durch chinesische Firmenaufkäufe zu einem Technologietransfer kommt, der mittelfristig die deutsche Exportwirtschaft benachteiligt.

Übrigens: Im letzten Jahr gaben die chinesische Investoren rund 14 Milliarden US-Dollar für Firmenübernahmen in Deutschland aus.

Deutschland und die EU verschweigen ihren Handelskrieg gegen China

Also noch einmal: Deutsche Politiker beschweren sich lauthals über die protektionistischen Maßnahmen der Trump-Regierung und verurteilen den US-Präsident dafür.

Was sie jedoch verschweigen ist die Tatsache, dass die Europäer und die Deutschen selbst ihren Binnenmarkt gegen chinesische Investitionen und Importe abschotten.

Antidumpingmaßnahmen gegen die Volksrepublik

Dazu können wir Ihnen natürlich auch Fakten liefern: Die oben genannten EU-Handelshürden für chinesische Stahlerzeugnisse wurden schon 2011 eingeführt.

2016 zum ersten Mal und im März 2018 erneut von der EU-Kommission verlängert.

Die Strafzölle, die als Antidumpingmaßnahme bezeichnet werden, richten sich vor allem gegen chinesische Stahlrohre.

Auch das müssen Sie über den EU-Protektionismus gegen China, vorangetrieben von Deutschland wissen: Von den 53 sogenannten Antidumpingmaßnahmen betreffen alleine 27 die Hersteller aus der Volksrepublik.

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Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.