Versicherungen: Katastrophen verursachten Schäden von 44 Mrd. US-Dollar

Im 1. Halbjahr fielen durch Katastrophen Schäden in Höhe von 44 Mrd. $ an. Im letzten Jahr waren die Schäden mit 117 Mrd. $ fast 3x so hoch. (Foto: miqu77 / shutterstock.com)

Nach vorläufigen Schätzungen fielen im 1. Halbjahr durch Katastrophen verursachte Schäden in Höhe von 44 Mrd. $ an.

Die größten Schäden wurden durch schwere Gewitter in den USA verursacht. Die Katastrophen forderten weltweit 4.400 Menschenleben oder Vermisste.

Was zunächst nach viel klingt, ist im Vorjahres-Vergleich aber zu relativieren.

Denn im 1. Halbjahr des Vorjahres waren die Schäden mit 117 Mrd. $ fast 3x so hoch. Auch im 10-jährigen Durchschnitt waren die Schäden mit 120 Mrd. $ wesentlich höher.

Rückversicherer überzeugen nicht

Die versicherten Schäden lagen mit 23 Mrd. $ deutlich unter dem Vorjahreswert von 36 Mrd. $. Dennoch konnten die Rückversicherer nicht überzeugen:

Munich Re erzielte im 1. Halbjahr zwar einen Gewinn von 1,3 Mrd. €.

Dass der Gewinn so erfreulich hoch ausfiel, ist aber auf eine unterdurchschnittliche Belastung durch Großschäden sowie auf ein gutes Kapitalanlage-Ergebnis zurückzuführen.

Ähnlich sah es bei der Hannover Rückversicherung aus: Das operative Ergebnis legte um 7% zu.

Ausschlaggebend hierfür waren die guten Ergebnisse in der Schaden-Rückversicherung und bei den Kapitalanlagen.

Dass es bei allen Rückversicherern nicht so richtig rund lief, lag v. a. an dem zunehmenden Preisdruck in der Branche.

Zugleich zeigen die Branchen-Daten, dass ein relativ großer Anteil der aufgetretenen Schäden versichert war.

Sollten die Schäden wieder steigen, könnte dies das Zahlenwerk zusätzlich belasten. Die Rückversicherer steuern mit einer konservativen Zeichnungs-Politik gegen.

Das heißt, dass Risiken aus den Büchern genommen werden. Auf der anderen Seite schränkt dies die Wachstums-Aussichten ein.

Damit stellen sich die Marktbedingungen derzeit schwierig dar. Für die Rückversicherer ist es dringend nötig, neue Märkte zu erschließen und neue Produkte zu entwickeln.

Die könnten sich etwa um das Thema Cyber-Attacken und Daten-Sicherheit drehen.

AXA ist größter Versicherer Europas, Allianz ist die Nr. 2

Im europäischen Versicherungs-Geschäft bilden 3 Konzerne die Spitzengruppe. Die AXA ist gemessen an den Brutto-Prämien-Einnahmen mit Abstand der größte Versicherer.

Diesen Platz besetzt die AXA auch dank Schweizer Hilfe; mit der Übernahme der Winterthur Versicherung vergrößerte AXA ihr Geschäft massiv.

Platz 2 in der Rangliste ist unser Branchen-Primus Allianz, gefolgt von der Generali (6304). In den vergangenen 12 Monaten hat der Kurs der Allianz um über 40% zugelegt.

Auch Zurich zählt zur europäischen Spitze

Zu der europäischen Spitzengruppe gehört mit Zurich auch ein Schweizer Konzern.

Vergangenes Jahr hatte der Versicherer Brutto-Einnahmen von 48,2 Mrd. $ und landet in der Rangliste damit knapp hinter der britischen Prudential.

Im Geschäft mit Sachversicherungen ist die Zurich sogar die europäische Nr. 3 hinter Allianz und AXA – als Lebensversicherer besetzt Zurich dagegen nur den 13. Platz.

Der Zurich-Chef Mario Greco kennt seine europäischen Konkurrenten sehr gut, wechselte er doch von der Spitze der Generali in die Chefposition der Zurich Insurance Group.

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.