Versicherungen kündigen: Das gilt es zu beachten

Sie müssen keineswegs in Ihrem Versicherungsvertrag „gefangen“ sein. Es viele Möglichkeiten, bestehende Verträge zu kündigen. Nur: Sie müssen wissen wann und wie!

Nachfolgend zeige ich Ihnen diese Möglichkeiten auf.

Kündigung wegen Beitragserhöhung

Wenn ein Versicherer die Versicherungsprämie, nicht jedoch die Versicherungsleistung erhöht, können Sie außerordentlich kündigen. Ebenso wenn die Versicherungsleistung bei gleichem Beitrag reduziert wird.

Aber Achtung: Dies gilt nicht, wenn ein Beitrag steigt und dafür eine dynamische Anpassung vereinbart wurde, wie beispielsweise bei einer Wohngebäudeversicherung. Auch bei der Anhebung der Prämie wegen der Erhöhung von Versicherungssteuern ist diese Art der Kündigung nicht möglich.

Ihre Kündigung muss dabei spätestens einen Monat nach Ankündigung einer Beitragserhöhung bei Ihrem Versicherer eingehen. Wirksam wird sie zu dem Zeitpunkt, ab dem die höhere Prämie zu bezahlen wäre.

Kündigung wegen Umzug oder dem Verkauf von Auto und Haus

Auch bei einem Umzug sowie dem Verkauf von Auto oder Haus haben Sie die Möglichkeit, vorzeitig aus bestimmten Versicherungsverträgen auszusteigen.

– Umzug: Wenn Sie in eine andere Stadt ziehen, dann können Sie die Hausratversicherung kündigen, wenn der Versicherungsbeitrag durch die Zuordnung in eine neue Tarifzone angehoben wird. Die Kündigung muss spätestens ein Monat nach Zustellung der erhöhten Beitragsrechnung beim Versicherer eingehen.

– Hausverkauf: Beim Verkauf eines Hauses kann der Käufer – Achtung: nicht der Verkäufer! – die Wohngebäudeversicherung kündigen. Aber erst dann, wenn er als Eigentümer im Grundbuch eingetragen ist.

– Autokauf: Wenn Sie ein Auto kaufen, können Sie innerhalb eines Monats den für das Fahrzeug gültigen (alten) Versicherungsvertrag kündigen und einen neuen abschließen.

Achtung: Sie müssen dabei den Vertrag nicht ausdrücklich kündigen. Es genügt, dass Sie als Käufer das Auto mit der Versicherungsbestätigung des Versicherers auf Ihren Namen ummelden. Die zuständige Zulassungsstelle informiert dann den Versicherer.

– Tod: Wenn ein Versicherungsnehmer stirbt, gibt es ebenfalls ein außerordentliches Kündigungsrecht. Beispielsweise enden private Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherungen mit dem Tod des Versicherten. Mitversicherte sind solange versichert, bis die nächste Versicherungsprämie fällig wird. Der (mitversicherte) Hinterbliebene kann den Vertrag fortsetzen: er zahlt die Beiträge einfach weiter.

Richtig kündigen

– Kündigen müssen Sie grundsätzlich immer schriftlich.

– Vergessen Sie dabei die eigenhändige Unterschrift nicht.

– Fordern Sie die Versicherungsgesellschaft auf, die Kündigung schriftlich zu bestätigen.

– Verschicken Sie die Kündigung per Einschreiben mit Rückschein.

– Wenn Sie dies per Fax tun, dann sollten Sie den Sendebericht ausdrucken und als Beleg an das Kündigungsformular heften.

Versicherungen: Das sollten Sie zusätzlich wissen!

Vor, bei und nach dem Abschluss einer Versicherung sollten Sie folgendes wissen:

– Grobe Fahrlässigkeit: Bei grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer seine Leistung kürzen. Und zwar je nach Schwere des Verschuldens. Bei Vorsatz muss die Versicherung nichts leisten!

– Anzeigepflicht: Bei Vertragsabschluss müssen Sie nur die Umstände benennen, nach denen der Versicherer ausdrücklich und schriftlich fragt. Achtung: Fragt der Versicherungsvertreter Sie bei Vertragsabschluss nicht nach vergangenen Vorerkrankungen, darf der Versicherer später die Leistungen weder verweigern noch den Vertrag kündigen!

– Widerruf und Widerrufsfrist: Ohne Angabe von Gründen können Sie Versicherungsverträge widerrufen. Bei Lebensversicherungen bis 30 Tage nach Abschluss. Bei allen anderen Versicherungsverträgen mit einer Frist von 14 Tagen.

– Lebensversicherungen: Kündigen Sie Ihre Lebensversicherung vorzeitig, ergibt sich ein garantierter Mindestrückkaufswert. Bei Beendigung Ihres Vertrags werden Sie an 50 Prozent der stillen Reserven des Versicherungsunternehmens beteiligt.

Abschluss- und Vertriebskosten: Die Versicherungsgesellschaft ist verpflichtet, die jeweiligen Abschluss- und Vertriebskosten nicht nur zu beziffern, sondern auch offen zu legen. Dies gilt für die Lebens- wie auch für die private Krankenversicherung.

21. November 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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