Versicherungs-Aktien: Allianz Top, Generali Flop

Die Allianz, 2016 erneut erfolgreich, erzielte nach vorläufigen Zahlen ein operatives Ergebnis (EBIT) von 10,8 Mrd. € und markierte den fünften jährlichen Anstieg in Folge.

Die Lebens- und Krankenversicherung verzeichnete den stärksten EBIT-Anstieg (um 9,3% auf 4,1 Mrd. €), getrieben durch ein höheres Kapitalanlage-Ergebnis. Die Neugeschäfts-Marge stieg von 2,2 auf 2,7%.

Die Verbesserung unterstreicht die Fähigkeit der Allianz, richtig auf das Niedrigzins-Umfeld zu reagieren und strategische Änderungen schnell und profitabel umzusetzen.

In der Schaden- und Unfallversicherung verringerte sich das EBIT um 4,2%, hauptsächlich verursacht durch ein niedrigeres Kapitalanlage-Ergebnis, während sich das versicherungstechnische Ergebnis verbesserte.

Profitabilität der Allianz verbesserte sich

Die Schaden-Kosten-Quote, die die Profitabilität des versicherungstechnischen Geschäfts misst, verbesserte sich um 0,3% auf 94,3%. Geringere Schäden durch Naturkatastrophen trugen hierzu bei.

Der auf die Aktionäre entfallende Gewinn stieg um 4,0%, sodass die Dividende auf 7,60€ erhöht wird.

Darüber hinaus startet die Allianz ein auf 12 Monate angelegtes Rückkauf-Programm für eigene Aktien im Umfang von bis zu 3 Mrd. €, was rund 4,2% der Marktkapitalisierung entspricht.

Die Allianz machte 2016 weitere Fortschritte bei der Umsetzung der Renewal Agenda und ist somit auf einem guten Weg die Ziele für das Jahr 2018 zu erreichen.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Allianz mit ihrer 3-Segmente-Strategie richtig aufgestellt ist.

Unternehmens-Porträt

Der Allianz Konzern ist der größte Versicherer Europas und ein führender internationaler Finanzdienstleister.

Kerngeschäftsfelder sind die Bereiche Versicherung mit Schaden & Unfall sowie Leben & Kranken für Privat- und Geschäftskunden und die Vermögensverwaltung.

Der Konzern hat mehr als 83 Mio. Kunden in über 70 Ländern weltweit. Die Allianz hält Beteiligungen an einer Vielzahl von Großunternehmen (Munich Re u. a. / Verkauf der Dresdner Bank in 2008).

Generali hat sich im 3. Quartal 2016 besser geschlagen als zu Beginn des Jahres

Bedingt durch ein verbessertes versicherungstechnisches Ergebnis verzeichnete das operative Ergebnis (EBIT) gegenüber dem Vorjahres-Quartal einen Anstieg um 7,3%.

In den ersten 9 Monaten ging das EBIT um 5,6% auf 3,6 Mrd. € zurück. Bei den Prämien-Einnahmen musste die Nr. 3 in Europa einen Rückgang um 3,9% auf 52,1 Mrd. € hinnehmen.

Die Schaden/Unfallversicherung hat sich wie erwartet entwickelt:

Die Solvabilitäts-Quote (Solvency II) verschlechterte sich leicht auf 159% und lag damit im Branchen-Vergleich auf einem unterdurchschnittlichen Niveau.

Belastungsfaktor war wegen des Niedrigzins-Umfelds das Kapitalanlage-Ergebnis, was sich mit Blick auf 2017 nicht ändern wird.

Generali hat nach den Erdbeben in Mittelitalien bislang erst Forderungen in Höhe von 16 Mio. € erhalten. Diese Summe wird sich aber noch erhöhen und die Bilanz für 2016 belasten.

Die Übernahme-Gerüchte nehmen konkrete Formen an.

Generali versucht mit einem verschärften Sparprogramm einer Übernahme durch die Großbank Intesa Sanpaolo zu entgehen

Die Betriebskosten sollen, statt wie bisher geplant um 4%, jetzt um 6 – 7% gesenkt werden.

Mit dem Schritt, der dem Gewinn zugutekäme, will der Konzern seine Aktionäre dazu bewegen die Unabhängigkeit des Versicherers zu unterstützen.

Intesa hat bisher keine Offerte für Generali vorgelegt. Allerdings hat die Bank bestätigt, dass sie über ein Zusammengehen mit dem Versicherer nachdenkt.

Unternehmens-Porträt

Die Assicurazioni Generali wurde 1831 gegründet und ist nach der Übernahme der Institutio Nazionale Assicurazioni (INA) an die Spitze der europäischen Lebensversicherer gerückt.

Die größte Assekuranz-Gruppe Italiens und drittgrößte Europas bietet in mehr als 68 Ländern für über 70 Mio Kunden Versicherungen in den Bereichen Leben und Schaden/Unfall sowie Finanzdienste an.

Die Hauptmärkte sind Italien, Frankreich und Deutschland.

18. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt