Versicherungs-Aktien: Unsere drei Favoriten

Ageas hat 2015 mit einem Gewinn von 770 Mio € abgeschlossen.

Davon steuerte allein 573 Mio € die Sparte Leben bei, die sich insbesondere auf dem Heimatmarkt und in Asien positiv entwickelt hat. In Asien verbesserte sich der Ertrag um 58% auf 272 Mio €. Ageas profitierte von höheren Erlösen seiner Finanzsparte und von einer niedrigeren Steuerquote. Starke Beiträge lieferten auch die Partnerschaften in China und Thailand.

In Kontinental-Europa verbesserte sich der Gewinn von 56 auf 70 Mio €. Aber auch die Sparte Nichtleben konnte ihr Ergebnis um 21% auf 187 Mio € verbessern. Nur in der Türkei verharrte das Ergebnis auf Vorjahresniveau. Grund dafür waren höhere Rückstellungen in der Kfz-Versicherung und eine hohe Schadenhäufigkeit.

Schaden-Kosten-Quote hat sich verbessert

Insgesamt hat sich die kombinierte Schaden-Kosten-Quote auf 96,8% verbessert und liegt jetzt deutlich unter der kritischen Marke von 100%. Ein Wert über 100% bedeutet, dass die Kosten für Schäden höher als die Einnahmen sind.

Ohne die Kosten in Höhe von 64 Mio € für die Schäden durch das Hochwasser im Dezember in Großbritannien wäre der Wert noch niedriger ausgefallen. Sollte Ageas Prämienerhöhungen durchsetzen können, dürfte der angepeilte Wert von unter 96% mittelfristig erreichbar sein.

Insgesamt stiegen die Bruttoeinnahmen leicht um 1,1%. Positive Impulse kamen von den Tochtergesellschaften aus Asien und Europa. Am erfolgreichen Geschäftsverlauf werden die Aktionäre mit einer auf 1,65 € angehobenen Dividende beteiligt. Die Strategieänderung hat Ageas zurück in die Erfolgsspur gebracht.

Unternehmensporträt

Ageas hat infolge der Finanzmarktkrise 2008 tiefgreifende Veränderungen erfahren. Die gesamten Bank- und Versicherungsaktivitäten in den Niederlanden sind im Oktober 2008 in den Besitz des niederländischen Staates übergegangen.

Die verbleibenden Bankgeschäfte sind vom belgischen Staat übernommen und im Mai 2009 zu 75% an die französische Bank BNP Paribas transferiert worden. Ageas ist daher nicht mehr im Bankgeschäft tätig.

Allianz glänzt mit gutem Ergebnis

Die Allianz hat sehr gute Zahlen für das Jahr 2015 vorgelegt und das operative Ergebnis (EBIT) um 3,2% auf 10,7 Mrd € gesteigert. Zum Ergebnisanstieg trugen die Versicherungssparten bei, während das EBIT im Asset Management zurückging.  Im Segment Schaden- und Unfallversicherung stiegen die Bruttobeitragseinnahmen um 6,8% auf 51,6 Mrd €.

Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte lag das interne Wachstum bei 2,9%. Zum internen Wachstum trugen Allianz Worldwide Partners, die Türkei und der Industrieversicherer Allianz Global Corporate & Specialty maßgeblich bei.

Höchster Umsatzanstieg seit 10 Jahren

Das Wachstum setzte sich sowohl in den Kernmärkten als auch in den Schwellenländern weiter fort und führte 2015 zum höchsten Umsatzanstieg der letzten 10 Jahre. Die Schaden-Kosten-Quote lag um 0,3 Prozentpunkte höher als im Vorjahr und betrug 94,6%.

Trotz eines im Vergleich zum Vorjahr größeren Einflusses von Naturkatastrophen ist das ein sehr guter Wert. Im Lebens- und Krankenversicherungsgeschäft führte die gezielte Veränderung im Produktmix zu einem leichten Umsatzrückgang, während das EBIT, hauptsächlich aufgrund eines höheren Kapitalanlageergebnisses, um 14,1% anstieg.

Im Bereich Asset Management gingen die Nettomittelabflüsse Dritter im Jahresverlauf weiter zurück. Das niedrigere durchschnittlich verwaltete Vermögen spiegelt sich im operativen Ergebnis des Segments wider.

Für 2016 erwarten wir ein EBIT von rund 10,5 Mrd €. Die Ergebnisse zeigen, dass die Allianz mit ihrer Drei-Segmente-Strategie gut aufgestellt ist.

Unternehmensporträt

Der Allianz Konzern ist der größte Versicherer Europas und ein führender internationaler Finanzdienstleister. Kerngeschäftsfelder sind die Bereiche Versicherung mit Schaden & Unfall sowie Leben & Kranken für Privat- und Geschäftskunden und die Vermögensverwaltung.

Der Konzern hat mehr als 83 Mio Kunden in über 70 Ländern weltweit. Die Allianz hält Beteiligungen an einer Vielzahl von Großunternehmen (Munich Re u.a.). Verkauf der Dresdner Bank in 2008.

Swiss Re verdiente im abgelaufenen Jahr mit 4,6 Mrd $ sehr gut und mehr als von uns erwartet

An der erfreulichen Gewinnentwicklung sollen die Aktionäre mit einer auf 4,60 SFr erhöhten, regulären Dividende partizipieren. Zudem kündigte das Unternehmen ein weiteres Aktienrückkaufprogramm im Wert 1 Mrd SFr an. Das im November 2015 begonnene Rückkaufprogramm im gleichen Volumen war nahezu abgeschlossen.

Restrukturierung greift

Dass Swiss Re in einem schwierigen Marktumfeld zu überzeugen wusste, lag nicht zuletzt an der Restrukturierung des Segments Leben und Gesundheit. Nach einem Verlust von 0,5 Mrd $ im Vorjahr schrieb die Sparte mit einem Ergebnis von 0,9 Mrd $ wieder schwarze Zahlen.

Im Kerngeschäft Sach- und Haftpflichtversicherungen sank der Gewinn im Zuge von Preisrückgängen und geringeren Kapitalerträgen dagegen von 3,6 Mrd $ auf 3,0 Mrd $. Angesichts des anhaltenden Preisdrucks, der sinkenden Kapitalerträge und des ausbleibenden Einmaleffektes aus der Restrukturierung dürfte es dieses Jahr schwer fallen, den Gewinn weiter zu steigern.

Langfristig besticht Swiss Re mit soliden Fundamentaldaten und einer weiter wachsenden Nachfrage (vgl. Branchenbericht). Das Unternehmensziel ist es, den Buchwert je Aktie unter Hinzurechnung der Divivenden um 10% pro Jahr zu steigern. Bei dem KBV sehen wir aufgrund der niedrigen Aktienbewertung noch Luft nach oben, sodass die langfristige Aktienrendite höher als 10% pro Jahr ausfallen sollte.

Unternehmensporträt

Swiss Re-Insurance wurde 1863 in Zürich gegründet und ist heute einer der größten Rückversicherer weltweit und nach der Akquisition der Lincoln Re auch der größte Lebens-Rückversicherer in den USA.

Die Swiss Re rückversichert Erstversicherer in den Bereichen Leben, Gesundheit, Schaden-/Sachversicherung, Haftpflicht und Motorenfahrzeuge. Das Unternehmen ist weltweit in mehr als 20 Ländern vertreten.

4. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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