Versicherungs-Bedarf in den Schwellenländern steigt

Während das Wirtschafts-Wachstum in den entwickelten Ländern moderate Zuwächse der Nachfrage erwarten lässt, wird der Bedarf an Versicherungs-Leistungen in Schwellenländern stark zunehmen.

Zudem werden die Prämien für Lebensversicherungen weltweit sowohl 2017 als auch 2018 spürbar steigen.

Zu dieser Einschätzung kommt eine Studie des Rückversicherers Swiss Re.

Höhere Einnahmen durch global steigende Nachfrage

Die Marktbedingungen sind angesichts des moderaten Wachstums der Weltwirtschaft zwar nicht optimal.

Insgesamt betrachtet geht Swiss Re aber von steigenden Prämien-Einnahmen im Jahr 2017 aus. Langfristig setzt das Unternehmen auf das hohe Wirtschafts-Wachstum in den Schwellenländern.

Hinzu kommt eine im Vergleich zu den entwickelten Wirtschafts-Nationen deutlich ausbaufähige Marktdurchdringung in den aufstrebenden Märkten, was dem Auslands-Geschäft zusätzliches Potenzial verleiht.

Den in einigen Segmenten zuletzt rückläufigen Preisen begegnet Swiss Re mit einer konservativen Zeichnungs-Politik. Demnach werden nur Risiken eingegangen, die sich langfristig lohnen.

Allerdings übersteigt das Angebot für Rückversicherungs-Deckungen weiterhin die Nachfrage, sodass der Druck auf Preise und Konditionen bestehen bleibt.

Dies zeigte sich auch in der Verhandlungsrunde der Hannover Rückversicherung im Januar 2017, bei der

  • Teile des Nordamerika-Geschäfts,
  • ein Großteil der landwirtschaftlichen Risiken
  • sowie Geschäfte aus Lateinamerika und Australien

zur Erneuerung anstanden.

Steigende Prämien bei Kfz-Versicherungen in den USA

In den USA haben stetig steigende Schäden im Straßenverkehr das Geschäft mit KFZ-Versicherungen zunehmend unattraktiv werden lassen und die Gewinne der Versicherer belastet.

Schaden-Quoten von über 100% waren in den letzten Jahren nicht die Ausnahme.

D. h., dass die Versicherer nur noch durch die Rendite auf Kapital-Anlagen Gewinne erzielen konnten oder Verluste einfuhren. Angesichts der branchenweit steigenden Preise dürfte sich dies wieder ändern.

Nachdem die Konkurrenten Allstate und Waren Buffetts Geico die Preise für KFZ-Versicherungen angehoben haben, zog jetzt auch Travelers nach.

Für geduldige Langfrist-Investoren erscheinen Travelers-Aktien aufgrund der guten Fundamentaldaten, der niedrigen Aktienbewertung und der konsequenten Shareholder-Value-Politik interessant.

Nach dem durchwachsenen Jahr 2016 könnte dieses Jahr im Hinblick auf die Ertrags-Entwicklung eine Trendwende markieren. Das starke 4. Quartal war ein Schritt in die richtige Richtung.

Allianz mit neuen Kooperations-Partnern

Die Allianz hat zuletzt mit der HypoVereinsbank und der Banco Santander neue Kooperationen zum Vertrieb von Versicherungs-Produkten geschlossen.

Mit anderen Banken bestehen schon länger entsprechende Abkommen.

Doch der Versicherer setzt verstärkt auch auf digitale Angebote: Bereits seit 1,5 Jahren entwickelt der Versicherer kein Produkt mehr, das nicht auch auf dem Smartphone funktioniert.

Die Allianz hat ihr Angebot über verschiedene Apps bereits weitgehend digitalisiert. Zusätzlich bietet der Konzern über Bankfilialen eine intensive Beratung für Versicherungs-Produkte.

Damit werden insgesamt mehr Kunden erreicht als ausschließlich über den digitalen Vertriebsweg.

12. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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