Versicherungsbeschwerden aussichtslos – die ganze Wahrheit

Ombudsmänner sollen schlichten.

So hat nach einem kürzlich erschienenen Bericht der Ombudsmann Günter Hirsch knapp 19.000 Versicherungsbeschwerden erhalten.

Lebensversicherungen: Ombudsmann mit 16,4% Erfolgsquote

Das Wichtigste vorab: nur 16,4% aller Beschwerden über Renten- und Lebensversicherungen führten zum Erfolg.

Für Sie ein weiteres Alarmzeichen: Lebensversicherungen sind für den Vermögensaufbau nicht mehr geeignet.

Oft ging es in diesen Beschwerden um schlechte Beschreibungen oder um unbekannte Folgen. Soweit die offiziellen Aussagen.

Dahinter steckt aber meiner Meinung nach noch eine ganz andere Lawine. Die Enttäuschung über die mageren Renditen ist hoch.

Der Garantiezins wird erst künftig gesenkt – der ist hier nicht das gravierende Problem.

Vielmehr ist die stets sinkende Überschußbeteiligung aus Sicht von Investoren und Versicherten enttäuschend. Diese aber wird sich in den kommenden Jahren nicht ändern.

Versicherungsbeschwerden beim BAFIN: jede dritte Fall wird „geschlichtet“

Auch das Bafin „schlichtet“ nur. Und auch dies lediglich in den Fällen, in denen eine rechtliche Auseinandersetzung besteht.

Oft sind die monierten Schwierigkeiten (die komplizierten Versicherungsfragen) rechtlich kaum zu beanstanden. Deshalb führt auch nur jeder dritte Fall zum Erfolg.

Selbst Wertverlust bei fondsgebundenen Policen sind durch die Verträge gedeckt, auch wenn die Fonds selbst der Rentenvorsorge dienen sollten.

Dies ist der Grund, weshalb ich verschiedentlich vor dem Abschluß solcher Verträge gewarnt habe und immer noch warne. Die Versprechungen sind „Kann“-Bestimmungen. Mehr Sicherheit erzielen Sie in Eigenregie.

Versicherungen: möglichst einfach, möglichst wenig

Auch nach diesem Schadensbericht bleibe ich insgesamt bei meinen Empfehlungen: versichern Sie möglichst wenig.

In vielen Fällen greift die Zahlpflicht der Versicherungen nicht. Dann lohnen sich Versicherungen, die von Anfang an kaum Nutzen stifteten, doppelt und dreifach nicht.

Als Unternehmer müssen Sie die unternehmerische Haftung sicher etwas weiter fassen als beispielsweise Private.

Eventuell dienen Versicherungen auch als Kreditsicherheit – dann lassen sie sich kaum vermeiden.

Ansonsten empfehle ich: Haftpflichtversicherungen im erforderlichen Umfang, eine Risiko-Lebensversicherung und ansonsten den Verzicht auf kapitalbildende Versicherungen.

Auch Kapitallebensversicherungen bringen in den nächsten Jahren zu wenig. Schließen Sie keine neuen Verträge mehr ab – und lassen Sie alte Verträge „ruhen“.

Eine Alternative zu Kapitallebensversicherungen bleiben individuelle Sparpläne auf Aktien.

Sofern Sie die Sparpläne über 5 bis 8 Jahre laufen lassen, ist auch deren Sicherheit extrem hoch.

29. September 2010

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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