Versicherungsbranche: Katastrophen verursachten Schäden von 68 Mrd. $

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Bis Ende Juni verursachten Naturkatastrophen zwar Schäden von 68 Mrd. $, doch das ist etwas weniger als im 30-jährigen Durchschnitt. (Foto: pixinoo / shutterstock.com)

Die Naturkatastrophen-Statistik des 1. Halbjahres hat zwei Dinge gezeigt: Schwere Gewitter in Nordamerika dominieren die Schadenstatistik und zeigen, wie wichtig stabilere Bauweisen sind, um Schäden zu vermindern. Zweitens: Das ist umso bedeutsamer, da der Klimawandel langfristig wahrscheinlich das Schwergewitterrisiko in Nordamerika erhöht.

Die Welt muss konsequent Treibhausgasemissionen reduzieren und Schäden vorbeugen, damit uns die Folgen nicht so unvorbereitet treffen wie derzeit die Corona-Pandemie. Bis Ende Juni verursachten Naturkatastrophen Schäden von 68 Mrd. $, etwas weniger als im 30-jährigen Durchschnitt. Die versicherten Schäden waren mit etwa 27 Mrd. $ wegen des hohen Anteils der Schäden aus Wetterkatastrophen in Nordamerika höher als üblich (20 Mrd. $). Für die weitere Entwicklung im zweiten Halbjahr insbesondere in Nordamerika ist die natürliche Klimaschwankung El Niño-Southern Oscillation (ENSO) ein Einflussfaktor.

Corona-Pandemie lässt Gewinne spürbar sinken

Die Bruttoprämieneinnahmen der Versicherer waren im 1. Halbjahr rückläufig. Bei AXA war der Rückgang mit knapp 10% zur Vorjahresperiode deutlich zu spüren. Auch der Gewinn reduzierte sich in der Branche stark. Hauptsächlich sind für diese Entwicklung steigende Aufwendungen durch Lebensversicherungen verantwortlich.

Die Unit Linked Investment Plans (ULIP), bei denen der Betrag, der über die Versicherungsdeckung hinaus geht und in Kapitalmärkte investiert wird, verzeichneten aufgrund des Kurseinbruchs durch die Corona-Pandemie kräftig Verluste. Auch nahm das Versicherungsrisiko durch die Pandemie zu. Wichtige Kennzahlen wie das Combined-Ratio verschlechterten sich u.a. bei der Zurich Insurance Group in Richtung des kritischen Wertes von 100%, der die Grenze zur Verlustschwelle angibt. AXA zog Konsequenzen und strich die komplette Dividendenausschüttung im Jahr 2020.

Rückversicherer überzeugen nicht

Swiss Re ist im 1. Halbjahr tief in die Verlustzone gestürzt. Das ist das schlechteste Halbjahresergebnis seit 2009. Schuld an dem Defizit ist die Corona-Pandemie, die Schäden und Rückstellungen von 2,54 Mrd. $ verursacht hat.

Munich Re steigerte zwar die Bruttoprämien, das operative Ergebnis brach aber um beinahe die Hälfte ein. Dies ist vor allem auf die Auswirkungen der Corona-Pandemie in der Rückversicherung Schaden/Unfall zurückzuführen. Denn die Schäden aus der Absage bzw. Verschiebung von Großveranstaltungen lagen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt.

Ähnlich sah es bei der Hannover Rückversicherung aus. Die Corona-Pandemie hat zu einem deutlichen Gewinneinbruch von 44,3% geführt. Dass es bei allen Rückversicherern nicht so rund lief, lag auch an dem zunehmenden Preisdruck in der Branche.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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