Versorger-Aktien senden Lebenszeichen

Der vergangene Freitag hat es eindrucksvoll belegt: Der Versorger RWE scheint wieder in das Blickfeld der Anleger zu rücken. Mit einem Tagesgewinn von mehr als 5% katapultierte sich der Wert auf die Gewinnerseite.

Stresstest wurde endlich veröffentlicht

Der Grund hierfür ist seitens der Politik zu finden: Das Bundeswirtschaftsministerium gab am Wochenende die Ergebnisse eines Stresstests bei E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall bekannt.

Hier kamen die beauftragten Wirtschaftsprüfer zu dem Schluss, dass die Milliarden-Rückstellungen sowie das Vermögen der Energieversorger groß genug sind, um für Abriss der Reaktoren und Endlagerung des Atommülls aufzukommen.

Dem Gutachten zufolge würde das Ende der Kernenergie in Deutschland bis zum Jahr 2022 mit Abriss der Kernkraftwerke und Endlagerung des Atommülls zu aktuellen Preisen rund 47,5 Milliarden Euro kosten.

Mit anderen Worten – noch gibt es keine Risiken für die Steuerzahler. Und die noch bessere Nachricht – die Stromkonzerne sind somit also recht gut aufgestellt und Ängste bzw. Sorgen um deren Existenz und die Horrorszenarien, die zuletzt gezeichnet wurden, scheinen unbegründet.

„Worst-Case“-Szenario fällt besser als erwartet aus

Selbst ein „Worst Case“-Szenario zeigt, dass diese Aufgabe gestemmt werden kann. Unter extrem ungünstigen Umständen müssten die Konzerne in den nächsten Jahrzehnten ihre Rückstellungen von heute 38,3 Mrd. Euro auf bis zu 77,4 Mrd. Euro mehr als verdoppeln. Doch selbst dies erscheint möglich.

In den letzten Wochen gerieten die Werte auf Grund dieses Stresstests massiv unter Druck. Doch nichts wird an den Börsen mehr honoriert, als dass diese Unsicherheit nunmehr endlich aus dem Markt ist.

Konzernumbau in vollem Gang

Ohnehin sind E.ON und RWE inmitten eines nachhaltigen Konzernumbaus und ernten hierfür bereits die ersten Früchte. Dies wird man möglicherweise auch an den Quartalsergebnissen erkennen können, die Mitte des kommenden Monats zur Veröffentlichung anstehen.

Eine schlechte Nachricht gibt es für die Versorger allerdings auch: Mitte der Woche will die Bundesregierung ein Gesetz auf den Weg bringen, wonach sich die Stromkonzerne durch Abspaltung ihrer Atomtöchter bei den Kosten nicht vor der Haftung drücken können.

Günstige Bewertung, aber …

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von jeweils deutlich unter 10 und einer überdurchschnittlichen Rendite sind die Versorgeraktien von der Bewertung her attraktiv. Allerdings war dies auch schon in den Vorjahren so und da zählten RWE und E.ON bekanntlich zu den schwächsten DAX-Werten.

Die Frage ist, ob die erwarteten Gewinne auch eingefahren werden können oder ob neue Hiobsbotschaften hinzukommen (wie in der Vergangenheit). Aus meiner Sicht ist es daher noch zu früh in die Aktien von RWE und E.ON einzusteigen.


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12. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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