Versteckte Perlen aus dem Drogeriemarkt

Die Aktien der Branche haben in den letzten Monaten verloren. Dabei befinden sich gerade hier echte Marken-Perlen. (Foto: Jpeg / Shutterstock.com)

Die Drogerie- und Kosmetikbranche hat in den vergangenen Monaten an den Aktienmärkten kräftig verloren.

Dabei befinden sich gerade in dieser Branche echte Perlen. Die Branche ist enorm geprägt von starken Marken, die fast schon notorische Bekanntheit erlangt haben und nicht mehr wegzudenken sind. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass sich gleich mehrere interessante Unternehmen in dieser Branche tummeln. Genau das macht diese Branche so interessant. Neben Beiersdorf mit seinen Nivea-Produkten und der tesa-Tochter, Henkel mit Schwarzkopf und Persil oder Procter & Gamble mit Ariel, Pampers und Oral-B zählen auch Colgate-Palmolive und L’Oréal zu den klaren Marktführern. Dabei ist jedes Unternehmen auf seine Art interessant.

An den Börsen haben Unternehmen in diesem Geschäftsjahr bislang wenig Beachtung gefunden. Der Fokus der Medien lag vielmehr auf den großen Tech-Werten und den Banken.

Gute Zahlen stützen die Kursentwicklung

Das könnte sich im Laufe des Geschäftsjahres aber spürbar ändern, denn umso dramatischer die Medien eine Krise an den Aktienmärkten heraufbeschwören, desto mehr interessieren sich Privatanleger für „alte“ Werte. Die Drogerie- und Kosmetikbranche zählt hier mit seinen starken Marken zu den klaren Favoriten.

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Zudem sind die letzten Zahlen fast überall sehr erfreulich ausgefallen. Steigende Aktienkurse sind also von den Gewinnen der Unternehmen gedeckt. Procter & Gamble hat für die ersten 9 Monate solide Zahlen präsentiert. Der Umsatz stieg um 2,8% auf rund 50,3 Mrd. $. Damit hat Procter & Gamble etwas überrascht, denn der Traditionskonzern hat es trotz seiner beachtlichen Größe erneut geschafft, zu wachsen.

Noch besser lief es bei Reckitt Benckiser. Der britische Konzern konnte seinen Umsatz um mehr als ein Fünftel auf 11,5 Mrd. £ steigern. Unterm Strich konnte ein enormer Gewinnsprung verzeichnet werden. Der Gewinn hat sich mehr als verdreifacht und betrug rund 6,2 Mrd. £. Vor diesem Hintergrund ist der Konzern sogar vor politischen Rückschlägen wie dem Brexit bestens gerüstet.

Das Wachstum in den Schwellenländern wird teuer

Etwas durchwachsener lief es dagegen bei Beiersdorf und Colgate-Palmolive. Die beiden Traditionskonzerne kämpfen mit steigenden Kosten und einem zu langsamen Wachstum. Künftig soll der Fokus deshalb verstärkt auf die Schwellenländer gelegt werden. Die Wohlstandsgewinne sind in den vergangenen Jahren dramatisch gestiegen. Mit dem steigenden Lebensstandard steigt auch das Bedürfnis nach Sauberkeit und Hygiene. Hier können die starken Marken-Konzerne ansetzen, um ihr Produktportfolio weltweit zu etablieren.

Doch die Strategie ist nicht neu. Fast alle größeren Konzerne wollen in den nächsten Jahren auf Lateinamerika und Asien setzen. Der Wettbewerb um die entscheidenden Kunden ist hier folglich besonders hoch. Eine aggressive Expansion in die Schwellenländer kann deshalb auch schnell teuer werden. Allerdings ist dieser Schritt unausweichlich. Den Konzernen, die sich überwiegend auf ihren Heimatmarkt konzentrieren und den großen Absprung in das internationale Geschäft verpasst haben, geht es heute besonders schlecht. Beste Beispiele dafür sind Avon Products oder Regis.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.