Verweigert der DAX?

Falls Sie sich hin und wieder einmal mit dem Springreiten im Pferdesport beschäftigt oder dabei im TV mal zugeschaut haben, dann kennen Sie das vermutlich:

Die Pferde müssen in einem Parcours in einer festgelegten Reihenfolge Hindernisse überspringen. Das können aufgelegte Balken, Wassergräben oder auch Wälle sein.

Zieht das Pferd vor dem Sprung über ein solches Hindernis zurück, dann hat es im Sportlerjargon „verweigert“.

Verweigert der DAX den Sprung über 10.800?

Genau so kommt mir derzeit die charttechnische Lage im DAX 30 vor. Auch beim deutschen Leitindex geht es darum, Hindernisse zu überspringen, um auf Sicht (wie im Parcours) voran zu kommen.

Schauen wir uns das gemeinsam einmal etwas genauer im Chart an:

dax-30-27-09-2016

DAX „verweigert“ den Sprung über 10.780 / 10.800 – noch!

Es ist inzwischen schon 7 Wochen her, dass der DAX 30 den 16 Monate andauernden Abwärtstrend überwinden konnte (gelber Kreis).

Ein durchaus bedeutsames Ereignis, das ich in einem entsprechenden Chartanalyse-Trends-Beitrag Anfang August als „erreichten 2. Meilenstein“ gewürdigt hatte.

Erster Meilenstein meines Szenarios für neue DAX-Rekorde war der Bruch des mittelfristigen Abwärtstrends (roter Kreis) im Februar.

Letzte Hürde und damit 3. Meilenstein wird die Überwindung des bisherigen Allzeithochs vom April 2015 bei 12.390 Punkten sein.

Wann wird der Aufwärtstrend fortgesetzt?

Eigentlich durften wir nun erwarten, dass der DAX nach dem ersten Pull-Back (Rücksetzer) Mitte August, auf den zuvor durchbrochenen Aufwärtstrend, nach oben durchstartet.

Doch beim 2. Anlauf auf die Marke 10.780 / 10.800 (pinkfarbene Linie) „verweigerte“ der Leitindex den Sprung auf neue Höhen.

In der vergangenen Handelswoche unternahm der DAX 30 einen erneuten Versuch – diesmal verweigerte er schon bei 10.705 Zählern. Haben Sie also Grund, sich Sorgen zu machen?

Wieder einmal unterstützt uns der Blick auf das 50-Tage-Momentum bei der Suche nach einer Antwort. Dieser Indikator gibt Ihnen bekanntlich Aufschluss über Schwung und Dynamik einer Kursbewegung.

50-Tage-Momentum gibt Entwarnung

Und hier finden Sie folgende Chart-Situation vor:

Der mittelfristige Aufwärtstrend in Gestalt der gestrichelten grünen Linie ist gestern endgültig nach unten durchbrochen worden (blauer Kreis).

Kurzfristig wird der DAX also wohl noch ein paar Tage schwächer notieren. Doch es gibt auch eine gute Nachricht:

Der seit Februar dieses Jahres bestehende langfristige Aufwärtstrend, die durchgezogene grüne Linie, wird das Momentum mit hoher Wahrscheinlichkeit „auffangen“.

Fazit

Zugegeben: Die Performance des DAX 30 im bisherigen Jahres-Verlauf ist mit -4,0% nicht gerade beeindruckend.

Hinzu gesellt sich sein immer wieder zermürbendes Verhalten in Form von Verweigerungen, so wie in diesem Monat.

Das Gute beim Investieren in Aktien ist jedoch: SIE selbst bestimmen, WO Sie Ihr Kapital anlegen. An der Wall Street beispielsweise hätte es sich im bisherigen Jahres-Verlauf mehr gelohnt:

Der S&P 500 hat seit dem 31. Dezember 2015 immerhin ein zartes Plus von +2,1% erwirtschaftet. Doch es geht noch besser:

27. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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