Vestas Wind unter dem Damoklesschwert Trump

Nachdem jetzt die erste Arbeitswoche des neuen amerikanischen Präsidenten auf Hochtouren läuft und erste Dekrete erlassen wurden, hält die Verunsicherung an den internationalen Börsen weiter an.

Unbeantwortet ist nach wie vor die Frage nach der künftigen US-Energie-Politik.

Ich gehe davon aus, dass sich daran zunächst nicht viel ändern wird und aus diesem Grund stelle ich Ihnen die Papiere der Vestas Wind Systems in der heutigen Ausgabe näher vor.

Unternehmens-Portrait

Vestas Wind Systems ist im dänischen Aarhus beheimatet und zählt zu dem größten Herstellern von Windkraft-Anlagen der Welt dieses Segments.

Das Unternehmen beschäftigt mehr als 20.000 Mitareiter in 26 Ländern. Im vergangenen Jahr wurden die Windkraft-Anlagen von Vestas in 75 Staaten der Erde verkauft.

Boomendes US-Geschäft

Gerade das Geschäft in Nordamerika boomte im vergangenen Jahr.

Aus diesem Grund wurden die Prognosen nach dem 3. Quartal deutlich angehoben – der Umsatz soll nun im gesamten Geschäftsjahr auf 10,5 Mrd. € gesteigert werden.

Dabei wird ein operativer Gewinn von 13 – 14% dieser Kennziffer erwartet.

Im 3. Quartal verdiente Vestas 309 Mio. €, was einem Zuwachs von rund 50% entspricht. Dabei handelt es sich übrigens um das 12. Gewinn-Quartal in Serie.

Auch wenn die Jahreszahlen für 2016 noch etwas – genau genommen bis zum 8. Februar – auf sich warten lassen, gibt es eine Meldung, die eine weitere positive Überraschung erwarten lässt:

Es handelt sich dabei um die Ergebnisse von General Electric.

Bei der Bekanntgabe der Zahlen des US-Mischkonzerns und des größten Akteurs im US-Windanlagen-Markt wurde deutlich, dass Vestas dort weiter Marktanteile gewinnen dürfte, so die Kommentierung von Marktbeobachtern.

Daher halte ich es für wahrscheinlich, dass die Prognose von Vestas für 2017 positiv ausfällt.

Kältewelle in Europa spielt Vestas in die Karten

Und noch etwas spricht für Vestas: Die anhaltende Kälteperiode in Europa – und vor allem in Frankreich – hat gezeigt, dass die Atomkraftwerke nicht immer den erhofften Strom liefern können.

Witterungsbedingt sind bei unserem europäischen Nachbarn die ersten Kraftwerke runtergefahren worden – ein Stromerzeugungs-Defizit ist die Folge.

Mit solchen Problemen (gefrorene Flüsse, etc.) hat Vestas keine Probleme und dürfte sich daher auch weiterhin einer starken Nachfrage erfreuen – sei es mit einem zusätzlichen Nachfrageschub aus den USA oder nicht.

Aktie ist trotz Donald Trump für Langfrist-Anleger interessant

Natürlich besteht bei Windenergie-Aktien aktuell die Gefahr, dass Donald Trump sie jederzeit mit einer Äußerung – und sei es nur eine Twitter-Nachricht – unter Druck setzen kann.

Aber selbst wenn es zu gravierenden Veränderungen der amerikanischen Energiepolitik kommen sollte, ist das Unternehmen dennoch recht gut aufgestellt, um dies aufzufangen.

Auf lange Sicht bin ich daher für Vestas optimistisch, eine Portion Mut müssen Anleger bei dieser Aktie jedoch mitbringen.

25. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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