Vestas Wind zeigt Stärke

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Die Aktie von Vestas Wind hat sich 2018 stark entwickelt. Wie es weitergeht, hängt auch vom Ausgang des Handelskonflikts ab. (Foto: Bjoern Wylezich / shutterstock.com)

Lange ist es her, dass Windenergie-Aktien zu den Lieblingen der Anleger zählten. Viele Anleger haben die Aktien heute nicht mehr auf dem Schirm. Ganz abschreiben sollten Sie diese aber nicht, wie die starke Kursentwicklung des Marktführers Vestas Wind 2018 unterstreicht.

Unternehmensportrait

Das bereits 1945 gegründete dänische Unternehmen Vestas Wind Systems ist sowohl beim Jahresumsatz von rund 10 Mrd. Euro als auch bei der installierten Kapazität Weltmarktführer für den Bau und die Installation von Windkraftanlagen.

Aktie stemmte sich 2018 gegen den schwachen Trend

Der schwache Gesamtmarkt konnte der Aktie von Vestas Wind 2018 überhaupt nichts anhaben. Mit einem Jahresplus von rund 40% hat sich der Wert blendend entwickelt. Der Großteil des Zugewinns stammt dabei ausgerechnet aus den beiden letzten Monaten 2018.

Auftragsflut zum Jahreswechsel

Ein Grund für die relative Stärke der Aktie in den vergangenen Monaten liegt in den verbesserten Geschäftsaussichten. In der letzten Woche des Jahres 2018 durfte sich Vestas Wind nochmals über mehrere Neuaufträge freuen:

In Norwegen gewann das Unternehmen mehrere Neuaufträge mit einem Gesamtvolumen von 328 Megawatt. Weitere Großaufträge erhielt Vestas Wind aus Norwegen (184 Megawatt), China (200 Megawatt) und Sri Lanka (104 Megawatt). Hinzu kommen jeweils Serviceaufträge über einen Zeitraum von 5 Jahren.

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An Aufträgen mangelt es Vestas Wind derzeit nicht. Schon zum Ende des 3. Quartals meldete das Unternehmen einen Anstieg des Auftragsbestands von rund 20 auf knapp 24 Mrd. Euro.

Belastungsfaktoren: Fallende Preise für Windkraftanlagen und teurere Rohstoffe

Eitel Sonnenschein herrscht in der Windenergiebranche jedoch nicht: Die Geschäfte der Anlagenbauer werden gleich von zwei Seiten unter Druck gesetzt. Zum einen sind die Preise für Strom aus Windenergie sowie bei Windkraftanlagen in den vergangenen Jahren gesunken. Und zum anderen hat sich die Produktion der Windkraftanlagen aufgrund der steigenden Rohstoffpreise verteuert. Denn der wichtigste Grundstoff für die Windturbinen – Stahl – hat sich infolge der Strafzölle zwischen den USA und China deutlich verteuert.

Die Folge: Während Vestas Wind im 3. Quartal immerhin ein Umsatzplus von 2,5% verbuchte, sank der operative Gewinn um 22%.

Vestas Wind würde vom Ende des Handelsstreits profitieren

Aus diesem Grund würde Vestas Wind auch zu den Gewinnern zählen, falls die USA und China ihre Handelsstreitigkeiten beilegen. Sinkende Stahlpreise würden die Unternehmensgewinne wieder steigen lassen.

Im Hinblick auf die Unvorhersehbarkeit Donald Trumps halte ich es jedoch für riskant, darauf zu spekulieren. Sollte der Handelsstreit weiter eskalieren, können die Stahlpreise noch weiter ansteigen. Daher rate ich dazu, bei Vestas Wind erst einmal an der Seitenlinie stehen zu bleiben und die weitere Entwicklung in aller Ruhe abzuwarten.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.