Viel Bewegung bei Puma-Mutter Kering

Der deutsche Leitindex DAX konnte heute einen Teil der Vortagesverluste ausgleichen und um gut 1% zulegen. Die China-Ängste haben etwas nachgelassen.

Gestern habe ich Ihnen an dieser Stelle von dem deutschen Sportartikelhersteller Puma berichtet und davon, dass bei Vorlage der aktuellen Zahlen deutlich wurde, dass sich die Umbaumaßnahmen bezahlt machen.

Heute berichte ich Ihnen von den jüngsten Entwicklungen bei der französischen Puma-Mutter Kering. Für Puma-Aktionäre ist die Entwicklung bei Kering wichtig, da darüber spekuliert wird, dass Kering den Puma-Anteil irgendwann verkaufen oder aber auf 100% aufstocken könnte.

Kering im Kurzportrait

Kering (Ihnen wahrscheinlich besser unter dem alten Namen PPR bekannt) ist ein französisches Luxusgüterunternehmen und Mehrheitsaktionär bei Puma. Das Unternehmen wurde im Jahr 1963 von der französischen Unternehmerlegende Francois Pinault gegründet.

Sein Nachfolger an der Spitze von Kering ist sein Sohn Henri Pinault. Die operative Tätigkeit von Kering gliedert sich in die beiden Bereiche Luxusgüter und Sport & Lifestyle.

Zu den Luxusmarken des Unternehmens zählen Gucci, Bottega, Veneta, Saint Laurent und Brioni, während Puma und Tretorn in der Sparte Sport & Lifestyle zusammengefasst sind. Der Kering-Konzern ist weltweit tätig und agiert in mehr als 120 Ländern.

Die jüngsten Entwicklungen bei Kering

Die aktuellste Nachricht vom Kering-Konzern ist, dass die deutsche Grita Loebsack zur Chefin der Luxusgütersparte Mode und Lederwaren ernannt wurde. Sie soll am 14. September ihren Dienst antreten. Dies teilte der französische Konzern ganz aktuell mit.

Die 44-Jährige werde künftig direkt an den Konzern-Chef Henri Pinault berichten und zudem wird sie in das Executive Commitee der Gruppe aufgenommen. Die Chefs von sechs der neun Modemarken (u. a. Alexander McQueen, Brioni und Stella McCartney) werden an sie berichten.

Die drei tragenden Marken der Sparte (Gucci, Bottega Veneta und Saint Laurent) unterliegen aber auch zukünftig direkt der Verantwortung von Pinault.

In der Mitteilung des Unternehmens wird klargestellt, dass es Loebsacks Aufgabe sei, die ihr anvertrauten Marken, die als aufstrebend bezeichnet werden, operativ und strategisch so auszurichten, dass u. a. deren exzellente Qualität wieder stärker zum Tragen kommt.

Pinault setzt in der Mitteilung mit wenigen Worten Loebsack und die Chefs der einzelnen Marken unter Druck: Der Sohn des Unternehmensgründers Francois Pinault macht deutlich, dass die Führungskräfte persönlich für das Wachstum der ihnen anvertrauten Luxusmarken verantwortlich gemacht werden.

Seit dem Frühjahr 2014 wurden bei Kering ein Drittel der 23 Marken-Chefs ausgetauscht. Hintergrund war die Schwäche der einstigen „Gelddruckmaschinen“ Gucci und Puma, die sich stark in den Ergebnissen des Kering-Konzerns niederschlägt. Doch zur Zeit befinden sich sowohl Puma als auch Gucci wieder im Aufschwung.

Über die jüngsten positiven Entwicklungen beim deutschen Sportartikelhersteller Puma habe ich an dieser Stelle gestern ausführlich berichtet.

Fazit: Aufschwung bei Puma und Gucci beflügelt auch die Mutter Kering

Die zuletzt positiven Signale der beiden Kering-Töchter Puma und Gucci werden auch der französischen Mutter Kering künftig dabei helfen, wieder den Umsatz und Gewinn steigern zu können.

Wenn die Gewinne bei Kering sprudeln, würde das für eine vollständige Übernahme von Puma sprechen. Läuft der Motor nicht rund, könnte Kering die deutsche Beteiligung verkaufen, um Geld in die eigene Kasse zu spülen. Beide Szenarien sind für Puma-Aktionäre spannend.

28. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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