Viel mehr als große Buchstaben

Axel Springer RED – shutterstock_197791586

Die Bild kennt jeder. Doch wie gut kennen Sie Springer? Das Unternehmen ist unser Geheimtipp. Erfahren Sie, wieso! (Foto: 360b / shutterstock.com)

Lesen Sie die Bild? Bei mir und der Zeitung mit den großen Buchstaben ist das so eine On-Off-Beziehung. Im Alltag verlasse ich mich auf die Tageszeitung meiner Wahl und checke wichtige Börseninformationen im Internet. Im Urlaub und gerade im Ausland greife ich aber hin und wieder gerne zur Bild. Artikel, die man auch am Strand oder am Frühstückstisch nebenher lesen kann, geben das Gefühl, irgendwie auf dem Laufenden zu sein. Doch bei Bild denke ich nicht nur an Urlaub, sondern auch an eine herausragende Aktie. Warum das so ist? Lesen Sie unsere Analyse!

Springer ist längst digital

Der Axel Springer Verlag wurde 1946 gegründet und ist mit der Bild Europas größtes Zeitungshaus. Das Kerngeschäft liegt auf dem Printsektor mit Zeitungen wie Bild, Die Welt und Berliner Morgenpost sowie Zeitschriften, Druckereien und Vertriebsorganisationen. Schwerpunkte der Auslandsaktivitäten im Zeitungs- und Zeitschriftengeschäft sind Frankreich, Spanien und die Schweiz sowie in Osteuropa Polen, Ungarn und Tschechien.  Springer hat für die ersten 9 Monate hervorragende Zahlen vorgelegt.

Der Umsatz stieg um 4,7% auf rund 2,3 Mrd €. Unterm Strich konnte der Gewinn um fast zwei Drittel auf 2,11 € pro Aktie gesteigert werden. Der operative Gewinn stieg um 14,4% auf 541,1 Mio €. Die frühzeitige Umstellung auf das digitale Geschäft hat sich bezahlt gemacht. Mittlerweile stammen 69,2% der Umsätze aus dem digitalen Bereich. Damit hat Springer die strukturellen Veränderungen im Markt mit Bravour gemeistert.

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Axel Springer: Mehr als große BuchstabenDurch die frühzeitige Umstellung auf digitale Medien und schlaue Zukäufe scheint Axel Springer bereits gut für die Zukunft gerüstet zu sein. › mehr lesen

Hier läuft es richtig rund

Während das klassische Printgeschäft stark rückläufig ist, können im digitalen Bereich noch attraktive Wachstumsraten erzielt werden. Doch praktisch alle Zeitungshäuser sind an dieser Umstellung gescheitert und haben es nicht geschafft, ihre Kundenbasis mit in das digitale Geschäft zu nehmen. Viele journalistische Beiträge müssen jetzt im Internet kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Das belastet die operativen Margen und macht das Kerngeschäft unprofitabel. Springer hat diese Entwicklung frühzeitig erkannt und die Herausforderung angenommen.

Der ehemalige Verleger aus Berlin hat sich zu einem internationalen Multimedia- Konzern gemausert, den jetzt viele Konkurrenten als Vorbild nehmen. Durch zahlreiche Unternehmensbeteiligungen konnte die Marktposition gesichert und weiter ausgebaut werden. Dabei ist Springer bereit, einzelne Beteiligungen wieder abzustoßen – sofern der Preis stimmt. Zuletzt hatte Springer 24,9% an der mytic myticket AG an die DEAG verkauft. Die Aktie ist einer unserer absoluten Favoriten! Kaufen!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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