Villeroy & Boch: Attraktiver Nebenwert

Villeroy & Boch wächst langsam, aber stetig. Nach einem Rücksetzer bietet der Nebenwert gute Kurschancen und eine attraktive Dividende. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die meisten von Ihnen werden Villeroy & Boch (V&B) kennen. Vielleicht haben Sie selbst ein Waschbecken oder Geschirr von dem saarländischen Unternehmen. Dass V&B an der Börse gelistet ist, weiß vermutlich nicht jeder. Der Nebenwert ist auf jeden Fall einen Blick wert.

Villeroy & Boch: Traditionsunternehmen

Zunächst möchte ich Ihnen die Gesellschaft kurz vorstellen. Das bereits im Jahr 1748 gegründete Traditionsunternehmen ist in 2 Sparten aktiv. Im Bereich „Bad & Wellness“ produziert V&B Badkollektionen, Badmöbel, Armaturen und Badaccessoires. Die Sparte „Tischkultur“ deckt hochwertiges Geschirr, Kristall und Besteck ab.

Im Bereich „Tischkultur“ war der Umsatz zuletzt rückläufig. Der Grund: Das Unternehmen hat sich aus unrentablen Geschäften zurückgezogen. Außerdem konzentriert sich V&B auf margenstärkere Handelswege und reduziert Rabattaktionen, um die Marke zu schützen.

Dagegen wächst das Segment „Bad und Wellness“, das mittlerweile für über 70% der Erlöse verantwortlich ist, kräftig. Deshalb investiert V&B hier massiv in den Ausbau der Produktionskapazitäten.

Rekordjahr 2017

Im vergangenen Jahr 2017 erzielte V&B neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn. Während die Erlöse um 2,0% auf 836,5 Mio. Euro zunahmen, stieg der operative Gewinn (EBIT) überproportional um 8,5% auf 49,8 Mio. Euro.

Von der positiven Geschäftsentwicklung profitieren Aktionäre in Form einer höheren Ausschüttung. Die Dividende wurde um 7,5% auf 0,57 Euro je Aktie erhöht. Dies war bereits die 5. Anhebung in Folge. Die Dividendenrendite liegt aktuell bei attraktiven 3,2%.

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Guter Start ins neue Jahr

Auch der Start ins neue Geschäftsjahr ist gelungen. In den ersten 3 Monaten steigerte das Unternehmen den Umsatz um 3,4% auf 208,0 Mio. Euro. Der operative Gewinn legte um 5,7% auf 11,1 Mio. Euro zu. Unter dem Strich verdiente V&B 7,0 Mio. Euro und damit 9,4% mehr als im Vorjahreszeitraum.

Als Wachstumstreiber erwies sich einmal mehr die Sparte „Bad & Wellness“ mit einem Umsatzplus von 6,3%. Im Bereich „Tischkultur“ gingen die Erlöse um 3,0% zurück. Währungsbereinigt wurde aber auch in diesem Segment immerhin das Niveau des Vorjahres erreicht.

Solides Wachstum – günstige Bewertung

Villeroy & Boch ist zwar keine Wachstumsrakete, wächst aber weiter solide. Dem stetigen Wachstum steht eine günstige Bewertung gegenüber. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp über 12 lässt durchaus Luft für höhere Notierungen.

Nachdem die Aktie seit Mitte vergangenen Jahres mehrfach an der runden 20-Euro-Marke gescheitert war, hat der Kurs zuletzt korrigiert und notiert derzeit rund 15% unter seinem Rekordhoch. Auf dem aktuellen Niveau überwiegen aus meiner Sicht die Chancen.

Mittelfristig sollte die Aktie von Villeroy & Boch wieder die runde 20-Euro-Marke in Angriff nehmen. Konservativen Anlegern bietet der Nebenwert neben ordentlichen Kurschancen auch eine attraktive Dividendenrendite.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.