Villeroy & Boch hebt Prognose erneut an

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Der Keramik-Spezialist Villeroy & Boch hat seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 noch einmal deutlich erhöht. Der Aktienkurs zog heute kräftig an. (Foto: Freedomz / shutterstock.com)

Vor einigen Monaten hatte ich Ihnen berichtet, dass der saarländische Keramik-Spezialist Villeroy & Boch trotz Corona-Pandemie seine Prognose für das Geschäftsjahr 2020 erhöht hat. Jetzt, kurz vor Ende des laufenden Jahres, hat das Traditionsunternehmen noch einmal eine Schippe draufgelegt und seine Prognose weiter nach oben angehoben.

Grund für die erneute Erhöhung der Prognose ist eine sehr gute Geschäftsentwicklung im laufenden 4. Quartal. Neben den deutlich gestiegenen Umsätzen hat auch ein stringentes Kostenmanagement das Ergebnis positiv beeinflusst, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Der Vorstand der Villeroy & Boch AG geht nunmehr von einem operativen Jahresergebnis (EBIT) in Höhe von mindestens 45 Mio. Euro aus. Zuvor hatte das Unternehmen seine Prognose bereits im Oktober auf ein EBIT von 30 bis 35 Mio. Euro angehoben.

Im Vergleich zum Vorjahresergebnis befindet sich die jetzt angepasste Prognose aber im normalen Rahmen. So konnte die Villeroy & Boch AG in 2019 ein EBIT von 51 Mio. Euro verzeichnen. Allerdings mussten die Saarländer in 2019 ihre Produktion auch nicht für einige Wochen stilllegen.

Villeroy & Boch ist Corona-Profiteur

Während viele Unternehmen ihre Prognosen für das laufende Corona-Jahr zum Teil massiv zusammenstreichen mussten, gehört Villeroy & Boch zu den Unternehmen, die der Pandemie trotzen konnten.

Die Corona-bedingten Anpassungen im Konsumverhalten haben z. B. dazu geführt, dass die Konsumenten ihr Geld nicht für teure Reisen, sondern für schönes Porzellan und andere Dinge ausgegeben haben.

Auch das Wachstum im deutschen Bauwesen und die damit verbundene hohe Nachfrage nach Badmöbeln und Fliesen haben zum Erfolg des saarländischen Keramikherstellers beigetragen.

Deutliche Erholung im dritten Quartal

Im 1. Halbjahr 2020 war der Umsatz aufgrund der Corona-Einschränkungen deutlich um 13,4% eingebrochen. Auch das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag um 10,0 Mio. Euro (-25,5%) unterhalb des Vergleichswerts des Vorjahres.

Durch das sehr gut verlaufene 3. Quartal 2020 konnten die Mettlacher die im Frühjahr eingefahrenen Verluste fast vollständig wieder kompensieren. So erzielte Villeroy & Boch zwischen Juli und September einen Umsatz in Höhe von 208,0 Mio. Euro und lag damit um 6,8% über dem vergleichbaren Vorjahresquartal (194,7 Mio. Euro).

Auch wenn noch keine konkreten Zahlen für das 4. Quartal veröffentlicht werden können, kann aufgrund der deutlichen Anhebung der Prognose davon ausgegangen werden, dass sich die Geschäfte bei Villeroy & Boch auch in den letzten 3 Monaten des laufenden Jahres sehr positiv entwickeln.

Die gestrige Bekanntgabe der Prognoseanpassung führte heute zu einem kräftigen Kurssprung. Die Villeroy & Boch-Aktie legte bei Börsenbeginn deutlich zu und stieg in der Spitze um mehr als 9% an. Von den alten Höchstständen aus 2017/2018 (bei rund 20 Euro) ist die Aktie aber noch deutlich entfernt. Dadurch könnte sich aktuell längerfristig orientierten Anlegern eine Chance bieten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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