Villeroy & Boch holt im 3. Quartal auf

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Das Traditionsunternehmen Villeroy & Boch konnte nach einem schwachen 1. Halbjahr im 3. Quartal dieses Jahres etwas an Boden gut machen. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Im Juli habe ich Ihnen hier im Schlussgong von der gesenkten Jahresprognose des deutschen Traditionsunternehmens Villeroy & Boch (V&B) berichtet. Heute hat das Unternehmen Zahlen für die ersten 9 Monate dieses Jahres vorgelegt, die besser als befürchtet ausgefallen sind.

Für diejenigen, die V&B nicht kennen: Das bereits im Jahr 1748 gegründete Traditionsunternehmen ist in 2 Sparten aktiv. Im Bereich Bad & Wellness produziert V&B Badkollektionen, Badmöbel, Armaturen und Badaccessoires. Die Sparte Tischkultur deckt hochwertiges Geschirr, Kristall und Besteck ab.

Kurze Rückblende: Im Juli dieses Jahres hat der Vorstand von V&B die Prognose für das laufende Jahr wie folgt korrigiert: Statt eines Umsatz- und Ertragsanstiegs um jeweils 3 bis 5% erwartet das V&B-Management seit Juli einen Jahresumsatz zwischen 825 und 850 Mio. Euro (Vorjahr: 853,1 Mio. Euro) und einen operativen Gewinn (EBIT) von 48 bis 52 Mio. Euro (Vorjahr: 53,6 Mio. Euro).

Ursächlich für die Prognosesenkung war vor allem eine im 1. Halbjahr 2019 nicht zufriedenstellende Umsatzentwicklung. Auch der operative Gewinn lag unter dem Vorjahreswert. Kommen wir nun zu den aktuellen Zahlen.

9-Monats-Zahlen im Überblick

In den ersten 9 Monaten des Jahres 2019 erzielte V&B einen Umsatz in Höhe von 587,9 Mio. Euro und lag damit um 28,0 Mio. Euro unter dem Vorjahr. Wie zum Halbjahr prognostiziert, ist es dem Unternehmen gelungen, den Umsatz im 3. Quartal gegenüber den ersten beiden Quartalen mit 194,7 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau zu stabilisieren.

Dadurch konnte der Umsatzrückstand des ersten Halbjahres nach den ersten neun Monaten von -6,3% auf -4,5% reduziert werden. Ebenfalls positiv: Der Auftragsbestand zum 30. September 2019 hat sich positiv entwickelt und ist im Vergleich zum 31. Dezember 2018 um 14,9 Mio. Euro auf 74,7 Mio. Euro gestiegen.

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Aufgrund der im 3. Quartal erreichten Umsatzverbesserung konnte V&B mit 6,8 Mio. Euro in den Monaten Juli bis September ein operatives Ergebnis (EBIT) auf Vorjahresniveau erzielen. Damit lag das EBIT nach den ersten 9 Monaten 2019 bei 22,3 Mio. Euro und ging hauptsächlich aufgrund der Umsatzentwicklung des 1. Halbjahres um 3,5 Mio. Euro zurück.

Ausblick für das Gesamtjahr

Die gute Nachricht für alle V&B-Aktionäre: Das Unternehmen hält an den im Juli dieses Jahres angepassten Zielen (siehe oben) fest und muss die Prognose trotz der jüngsten Konjunkturflaute nicht weiter kürzen.

Im Unternehmensbereich Bad und Wellness stimmen die Umsetzung bereits eingeleiteter Vertriebsmaßnahmen, ein fortlaufend stringentes Kostenmanagement, ein gestiegener Auftragsbestand sowie seit Juli 2019 steigende Auftragseingänge das Unternehmen zuversichtlich, Umsatz und Ergebnis auf bzw. über den Werten im vergleichbaren Vorjahreszeitraum abzuschließen.

Im Unternehmensbereich Tischkultur soll ein traditionell starkes Weihnachtsgeschäft das Zahlenwerk im 4. Quartal positiv beeinflussen. Darüber hinaus will V&B bis Jahresende eine Werksimmobilie in Luxemburg verkaufen. Die Transaktion wird voraussichtlich zu einem Ertrag im hohen zweistelligen Millionenbereich führen.

Abschließend noch zu den Perspektiven der V&B-Aktie: Ich halte das Papier aus derzeitiger Sicht für günstig bewertet, sodass sich mittel- bis langfristig Chancen ergeben dürften. Allerdings gibt es auf dem deutschen Kurszettel meines Erachtens auch Aktien, die ein noch besseres Chance/Risiko-Verhältnis bieten.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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