Villeroy & Boch: Innovatives Traditionsunternehmen mit hoher Dividende

Villeroy & Boch ist ein innovatives Familienunternehmen mit langer Tradition und eine der ganz großen Marken in Deutschland, Europa und der Welt.

Innovation hat Tradition …

Seit der Gründung im Jahr 1748 hat sich Villeroy & Boch zu einer internationalen Lifestyle-Marke entwickelt. Hausfrauen, aber auch Bauherren, Planer und Architekten sind von Design und Funktionalität der Produkte begeistert.

„Bad und Wellness“ bietet nicht nur keramische Badkollektionen in unterschiedlichen Stilrichtungen, sondern auch hochwertige Badmöbel, abgestimmte Armaturen und Accessoires.

Das Wellness-Programm besticht mit innovativen Dusch-, Wannen- und Whirlpoolsystemen, welche Ästhetik, Qualität und innovative Technik vereinen.

Die Sparte „Tischkultur“ umfasst das komplette Angebot rund um den gedeckten Tisch: hochwertiges Geschirr, Kristall und Besteck, eine breite Palette von Produkten für die Zubereitung, aber auch Accessoires und Geschenkartikel.

Einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren aber ist die Innovationsstärke. Sie hat in den vergangenen 265 Jahren dafür gesorgt, dass sich Villeroy & Boch immer wieder neu erfunden und damit der Marke entscheidende Impulse gegeben hat.

Egal, ob es um die Optimierung des keramischen Materials, der Produktfunktionalität, des Designs oder des Herstellungsprozesses geht:

Das Beste bewahren und Neues zu schaffen, lautete schon immer die Devise. Beste Benutzerfreundlichkeit bei höchster Ästhetik und Komfort für den Alltag bei größtmöglicher Nachhaltigkeit stehen dabei im Vordergrund der Innovationstätigkeit.

… und ist wichtig für lang anhaltenden Erfolg

Nur wem es gelingt, einerseits die Identität zu wahren und andererseits mit der Zeit zu gehen, hat über nahezu drei Jahrhunderte Erfolg.

Ohne diese Fähigkeiten hätte Villeroy & Boch die Französische Revolution, den Gründerkrach, die Hyperinflation und zwei Weltkriege nicht überlebt. Auch die Krisen der jüngsten Vergangenheit hat das Unternehmen ohne größere Blessuren überstanden.

2011 und 2012 ist Villeroy & Boch wieder gewachsen und hat schwarze Zahlen geschrieben. Der Turnaround wäre schon 2010 geglückt, hätte nicht eine EU-Kartellstrafe von 71,5 Mio. € dem Unternehmen die Bilanz verhagelt.

Der Vorstand weist die erhobenen Vorwürfe der Preisabsprache zurück und hat Rechtsmittel eingeleitet. Eine Entscheidung steht aber noch aus.

Profitabilität trotz Umsatzschwäche erneut verbessert

Die Auswirkungen der Schuldenkrise sowie der lang anhaltende Winter in vielen Ländern Europas, der sowohl die Neubau- als auch die Renovierungstätigkeit beeinträchtigte, haben auch Villeroy & Boch im 1. Halbjahr gebremst.

Betroffen war in erster Linie die Sparte Bad und Wellness, deren Umsatz um 4,6% auf 234 Mio. € schrumpfte. Deutlich besser lief es in der Sparte Tischkultur mit einem Plus von 6,7% auf 125,8 Mio. €.

Zweistellige Zuwächse gab es in Deutschland, Osteuropa, Russland, Österreich und der Schweiz. Besonders gut kamen die Produktneuheiten „Mariefleur Gris“ und „Cooking Elements“ bei den Kunden an.

Die Eröffnung neuer Filialen sowie Rabattaktionen haben das Wachstum zusätzlich beflügelt.

Allerdings drückten die Rabattschlachten sowie die Erweiterung des Filialnetzes kräftig auf das Ergebnis. Die Sparte schreibt nach wie vor rote Zahlen. Insgesamt sank der Umsatz um 0,9% auf 359,8 Mio. €.

Das operative Ergebnis erreichte dagegen mit 11,9 Mio. € das Vorjahresniveau und der Nettogewinn stieg sogar um 13,3% auf 5,1 Mio. €. Ergebnistreiber waren geringere Beschaffungskosten und ein besseres Finanzergebnis.

Realistische Jahresziele

Villeroy & Boch erwartet in den kommenden Quartalen eine Geschäftsbelebung und damit auf Jahressicht ein Umsatzwachstum von 3%. Das Ziel ist erreichbar. Dafür spricht schon der Auftragsbestand, der sich seit Jahresbeginn um 23,5% auf 57,2 Mio. € erhöht hat.

Davon entfallen 33 Mio. € auf die Sparte Bad und Wellness und 24,2 Mio. € auf die Sparte Tischkultur. Höhere Umsatzbeiträge verspricht sich das Management zudem von den jüngsten Investitionen in die wachstumsstarken Märkte Asiens.

Für höhere Erträge sollen die bereits eingeleiteten Rationalisierungen in Produktion, Verwaltung, Logistik und Vertrieb sorgen. Entsprechend erwartet Villeroy & Boch einen Anstieg des operativen Ergebnisses um 5% auf 32,5 Mio. €.

Daraus errechnet sich ein Nettogewinn von etwa 15,6 Mio. €. Nicht berücksichtigt haben wir einen Sonderertrag aus dem Verkauf einer Immobilie in Schweden.

Da die Veräußerung in mehreren Tranchen erfolgt, fließen in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt rund 17 Mio. € in die Villeroy & Boch-Kasse.

Mittelfristig werden Asien …

Mit weiteren Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz will Villeroy & Boch die operative Marge mittelfristig auf 7% verbessern.

Zudem soll der Asien-Anteil auf 15% mehr als verdoppelt werden. Aktuell hat es Villeroy & Boch auf Indien abgesehen, wo Luxusgüter immer mehr gefragt sind.

Gemeinsam mit dem indischen Vertriebspartner Genesis Luxury Fashion Ltd. will Villeroy & Boch in den nächsten 5 Jahren in Indien bis zu 16 Filialen eröffnen. Im laufenden Jahr sind drei geplant.

Genesis ist das bekannteste Handelsunternehmen für Luxusmarken in Indien, arbeitet bereits mit zahlreichen Herstellern von Premium- und Luxusgütern zusammen und besitzt somit die notwendige Marktkenntnis, um auch die Villeroy & Boch-Produkte erfolgreich zu vermarkten.

… und innovative Produkte das Wachstum treiben

Wachstum verspricht sich Villeroy & Boch in Zukunft auch von zwei Innovationen: Zum einen vom randlosen WC, das vor allem bei den Privathaushalten gut angekommen ist.

Zum anderen vom hygienischen Dusch-WC, das in Japan bereits Standard ist und sich auch in den USA immer mehr durchsetzt. Dieser neuen Toilette will Villeroy & Boch jetzt auch in Europa zum Durchbruch verhelfen.

Bei der Marktdurchdringung wird Villeroy & Boch von der japanischen TOTO-Gruppe unterstützt. Villeroy & Boch schätzt das Absatzvolumen allein in Deutschland auf 200.000 Stück pro Jahr.

Großzügige Dividendenpolitik

Seit unserer letzten Besprechung in der Juni-Ausgabe 2012 hat Villeroy & Boch bereits 20% zugelegt. Wir sehen weiteres Kurspotenzial, auch wenn die Aktie mit einem 2014er-KGV von rund 12 angemessen bewertet erscheint. Andererseits:

Zwischen 2005 und 2007, als Villeroy & Boch um 16 € notierte und deutlich weniger verdiente als heute, lagen die KGVs weit über 20.

Ein Kaufargument ist auf jeden Fall die Dividende. Villeroy & Boch beteiligt seine Aktionäre regelmäßig und großzügig am Geschäftserfolg.

In den vergangenen 20 Jahren gingen die Anteilseigner nur zweimal leer aus, nämlich in den Verlustjahren 1996 und 2009. Für 2013 erwarten wir eine Ausschüttung von 0,45 € pro Aktie, was einer attraktiven Rendite von 5,2% entspricht.

21. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Volker Gelfarth. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt