Villeroy & Boch streicht Prognose zusammen

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Das Traditionsunternehmen Villeroy & Boch reiht sich ein in die Riege deutscher Unternehmen, die zuletzt ihre Ziele zusammenstreichen mussten. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Das Unternehmen Villeroy & Boch (V&B) werden die meisten von Ihnen kennen. Wahrscheinlich besitzen sogar einige von Ihnen ein Waschbecken oder Geschirr des saarländischen Traditionsunternehmens. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist jedenfalls nicht klein.

Dass V&B an der Börse gelistet ist, weiß vermutlich aber nicht jeder von Ihnen. Das Unternehmen hat gestern, wie schon zahlreiche deutsche Unternehmen zuvor, die eigene Prognose für das laufende Geschäftsjahr zusammenstreichen müssen.

Warum das so ist und wie die neue Prognose (im Vergleich zur alten) aussieht, erfahren Sie gleich im Detail. Zuvor jedoch noch ein paar Worte zum Unternehmen V&B.

Villeroy & Boch: Ein Traditionsunternehmen

Das bereits im Jahr 1748 gegründete Traditionsunternehmen ist in 2 Sparten aktiv. Im Bereich Bad & Wellness produziert V&B Badkollektionen, Badmöbel, Armaturen und Badaccessoires. Die Sparte Tischkultur deckt hochwertiges Geschirr, Kristall und Besteck ab.

Im Bereich Tischkultur war der Umsatz eine Zeit lang rückläufig.

Der Grund: Das Unternehmen hat sich aus unrentablen Geschäften zurückgezogen. Außerdem konzentriert sich V&B auf margenstärkere Handelswege und reduziert Rabattaktionen, um die Marke zu schützen.

Angepasste Prognose für 2019

Im Rahmen des laufenden Halbjahresabschlusses hat der Vorstand von V&B gestern Abend die Prognose für das laufende Jahr wie folgt korrigiert:

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Auf Basis der aktuellen Geschäftsentwicklung erwartet das Unternehmen nun einen leichten Rückgang des Umsatzes auf 825 bis 850 Mio. Euro (Vorjahr: 853,1 Mio. Euro) und des operativen Gewinns (EBIT) auf 48 bis 52 Mio. EUR (Vorjahr: 53,6 Mio. EUR). Bisher war eine Umsatz- und Ergebnissteigerung von jeweils 3 bis 5% in Aussicht gestellt worden.

Grund für die Korrektur der Prognose ist die mit -6,3% nicht zufriedenstellende Umsatzentwicklung im 1. Halbjahr 2019. In den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres hat V&B damit einen Umsatz von 393,2 Mio. Euro erzielt. Der operative Gewinn (EBIT) lag mit 15,5 Mio. Euro um 3,5 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert.

Verkauf einer Immobilie in Luxemburg

Nachdem V&B (wie zuvor bereits bekannt) seit Februar dieses Jahres den Verkauf einer ehemaligen Werksimmobilie in Luxemburg exklusiv mit einem Immobilienentwickler verhandelt, konnten nach Angaben des Unternehmens vorentscheidende Vereinbarungen getroffen werden.

Damit ist der Abschluss der Vertragsverhandlungen gemäß der gestrigen Unternehmensmeldung nun höchstwahrscheinlich in der 2. Jahreshälfte 2019 zu erwarten. Der Vorstand geht weiterhin davon aus, einen Sonderertrag im hohen zweistelligen Millionenbereich zu erzielen.

Die V&B-Aktie reagiert heute vergleichsweise moderat auf die Gewinnwarnung, hat aber zuvor ausgehend vom Jahreshoch bei deutlich über 16 Euro bereits einiges an Wert verloren und notierte heute im Handelsverlauf spürbar unter 14 Euro.

Ich halte die Aktie aus derzeitiger Sicht für günstig bewertet, sodass sich mittel- bis langfristig Chancen ergeben dürften. Allerdings gibt es auf dem deutschen Kurszettel meines Erachtens auch Aktien, die ein noch besseres Chance/Risiko-Verhältnis bieten.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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