Visa leidet in der Krise, schlägt aber die Erwartungen

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Visa: Kreditkartengigant bekommt Auswirkungen der Corona-Krise zu spüren. Konzernführung zeigt sich zuversichtlich. Weiteres Wachstum in Sicht. Aktienrückkäufe werden deutlich ausgeweitet (Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com)

Die Corona-Krise hinterlässt auch bei den Kreditkartenkonzernen ihre Spuren. Nach den Zahlen von American Express und Mastercard hat nun auch der dritte große Player Visa seine Bilanzen vorgelegt. Soviel vorab: Trotz der Einschläge durch die Virus-Pandemie konnte der US-Konzern die Erwartungen der Analysten in den Banken hinter sich lassen. Zudem zeichnet sich durch eine spürbare Erholung im laufenden Geschäftsjahr ab.

Visa im Portrait

Bevor wir auf die aktuellen Zahlen im Detail kommen, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des von Visa gerne näher vorstellen: Der US-Konzern ist eine international tätige Kreditkartenorganisation, die Kunden eine digitale Bezahlung an Stelle von Bargeld oder Schecks ermöglicht. Der Konzern hat eines der weltweit fortschrittlichsten Telekommunikations- und Computernetzwerke aufgebaut, das in der Lage ist, über 65.000 Transaktionen pro Sekunde ablaufen zu lassen und das sich durch Sicherheit, Verbraucherfreundlichkeit und Zuverlässigkeit auszeichnet.

Zudem verbindet es alle Visa-Mitglieder, alle Akzeptanzstellen sowie zahlreiche Geldautomaten global miteinander. Die Visa-Karten sind dabei weltweit einsetzbar und währungsunabhängig. Darüber hinaus erhalten Bankkunden eine größere Auswahl bei Zahlvorgängen. Dementsprechend gehören verschiedene Kartentypen und Bezahlweisen zum Produktportfolio des Konzerns: Sofortzahlung bei Abbuchung (Debitkarten), vorzeitige Zahlung mit Guthaben (Prepaidkarten) oder spätere Zahlung bei Kredit (Kreditkarten).

In diesem Zusammenhang ist das Unternehmen auch in der Entwicklung von neuen Technologien hinsichtlich eCommerce und mobile Zahlung aktiv, um sichere und individuelle Zahlungsarten zu erarbeiten. Alle Kartenprodukte werden dabei nicht selbst vom Unternehmen, sondern durch Mitgliedsbanken herausgegeben.

Corona sorgt für Bremsspuren

Der US-Finanzkonzern Visa leidet in der Corona-Krise weiter unter geringeren Ausgaben von Kreditkartenkunden. Insbesondere das internationale Zahlungsgeschäft entwickelte sich auf Grund der Reiseeinschränkungen und erodierender Hotel- und Fluggastentwicklungen weiter schwach. In Summe gingen die Umsätze auf 5,7 Milliarden Dollar im ersten Quartal, das Ende Januar zu Ende ging, zurück. Das entspricht einem Rückgang um 6%.

Im Gegenzug sank der Gewinn im Vergleich zum Vorjahresquartal um 4% auf 3,1 Milliarden Dollar. Damit erzielte der Mastercard-Rivale aber weiterhin eine beeindruckend hohe Gewinnspanne von 54,3%. Je Aktie lag der bereinigte Gewinn je Aktie bei 1,42 Dollar und damit 14 Cent über den Konsensschätzungen der Analysten.

Internationale Zahlungen weiter rückläufig

Dabei sieht Visa weiterhin Rückgänge bei den grenzüberschreitenden Volumina, die auf den oben beschriebenen Rückgang des internationalen Reiseverkehrs zurückzuführen sind. Diese Volumina fielen im zurückliegenden Quartal um 21%, bzw. 33%, wenn man grenzüberschreitende Transaktionen zwischen europäischen Ländern ausschließt. Zum Hintergrund: Grenzüberschreitende Ausgaben sind für Visa lukrativer als inländische Ausgaben, was bedeutet, dass Visa bessere Preise für diese Art von Transaktionen erzielen kann.

Das Zahlungsvolumen insgesamt stieg unterdessen um 5% und die Anzahl der absolut getätigten Transaktionen erhöhte sich um 4%.

Visa weitet Aktienrückkäufe aus

Die Visa-Aktie konnte nach den Ergebnissen zulegen. Das dürfte zum einen an den aufgehellten Perspektiven für das laufende Geschäftsjahr liegen. Mit zunehmender Durchimpfung und der erwarteten Konjunkturerholung dürfte Visa wieder auf den Wachstumskurs einschwenken. Zum anderen wurde das Aktienrückkaufprogramm von 3,6 auf 11,6 Milliarden Dollar ausgeweitet, was von den Anlegern goutiert wurde.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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