Visa glänzt bei Gewinnen: Warum die Aktie weiter steigt

Die Umsätze der Kunden sind das Kerngeschäft von Visa, doch auch für das Unternehmen selbst läuft es rund: Der weltweit bekannte Kreditkarten-Anbieter konnte mit seinen Quartalszahlen für das abgelaufene Vierteljahr die Erwartungen der Analysten übertreffen.

Trotz des starken Dollars legte der Überschuss binnen Jahresfrist von 1,4 auf 1,7 Milliarden Dollar – oder 69 Cent je Aktie – zu. Die Gewinne kletterten um 25 Prozent. Der Umsatz stieg zugleich um 12 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Alles in allem Grund genug, die Prognose für das Gesamtjahr anzuheben.

Aktie schießt nach oben

Anleger reagierten begeistert, die Aktie schoss am Tag der Bilanzpräsentation nachbörslich um gut 7 Prozent nach oben. Doch auch mittelfristig kann sich der Aktienkurs durchaus sehen lassen. Seit Jahren geht es steil bergauf, allein seit 2011 hat das Papier seinen Wert mehr als vervierfacht. Verglichen mit dem Kursniveau von Anfang 2009 ist die Aktie inzwischen sogar das Siebenfache wert.

Angesichts solcher Wachstumskurven verwundert es nicht, dass Visa auch im laufenden Jahr wieder eine Dividende von 12 US-Cent pro Quartal beziehungsweise 48 US-Cent im Jahr auszahlen will. Die Ausschüttung ist für Anfang September geplant.

Analysten sind angesichts der jüngsten Zahlen zuversichtlich, dass sich die positive Entwicklung perspektivisch weiter fortsetzen wird. Nachdem die Aktie zuletzt immer wieder neue Rekordmarken geknackt hatte und ein Hoch bei 76,92 Dollar markierte, sind die kurzfristigen Prognosen allerdings vergleichsweise zurückhaltend. Ein leichter Anstieg auf bis zu 81 Dollar wird aktuell als realistisch betrachtet.

Wiedervereinigung mit Visa Europe?

Ein weiteres Bonbon: Visa denkt offenbar darüber nach, das europäische Pendant Visa Europe noch in diesem Jahr wieder zu übernehmen. Das Europageschäft war 2007 von der US-Mutter abgespalten worden. Nun könnte eine Wiedervereinigung ins Haus stehen, die womöglich noch im Oktober vollzogen werden würde.

Anleger und Beobachter sind sehr angetan von dieser Aussicht, obwohl das Unternehmen zugleich betonte, dass es keine Garantie dafür gebe, dass der Deal tatsächlich zustande kommt. Dennoch lieferten die Übernahmegerüchte weitere positive Impulse für die Aktie.

Flaute beim Konkurrenten American Express

Darüber hinaus investiert Visa Medienberichten zufolge auch in den Paypal-Konkurrenten Stripe. Das Start-up-Unternehmen ist spezialisiert auf Online-Bezahlsysteme und bekommt Kapitalzuschüsse nicht nur von Visa, sondern etwa auch von dessen Konkurrenten American Express.

Apropos American Express: Bei dem großen US-Anbieter, der im Gegensatz zu Visa oder MasterCard selbst Kredite an seine Kunden vergibt, lief es zuletzt weniger rosig. American Express bekam die durch den starken Dollar bedingten Währungseffekte heftiger zu spüren, Gewinn und Umsatz gingen zurück. Auch bei Anlegern ist Am-Ex inzwischen weniger beliebt: Seit Beginn des Jahres hat der Kurs um rund 15 Prozent nachgegeben.

1. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt