VISA und MasterCard sind die Profiteure eines großen Trends

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Der Trend zum bargeldlosen Bezahlen ist nicht aufzuhalten. VISA und MasterCard gehören zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung. (Foto: Allmy / shutterstock.com)

Der Start ins Jahr 2019 ist für den Kreditkartenanbieter VISA vielversprechend.

Im 1. Quartal stieg der Umsatz um 12% auf 5,5 Mrd. $. Wie in den vergangenen Jahren waren auch im 1. Quartal die Datendienste der größte Wachstumstreiber. Der Gewinn stieg überdurchschnittlich stark um 18% auf 3 Mrd. $. Dabei half die um 4 Prozentpunkte niedrigere Steuerrate, die auf die US-Steuerreform zurückzuführen ist. Das Geld wird zum großen Teil an die Aktionäre zurückgegeben.

Zur Freude der Anleger: VISA stockt Aktienrückkaufprogramm auf

Alleine im 1. Quartal wurden eigene Anteile für 2,3 Mrd. $ zurückgekauft. Der Vorstand stockte das Aktienrückkaufprogramm daraufhin um weitere 8,5 Mrd. $ auf. Insgesamt stehen jetzt 9,8 Mrd. $ für Rückkäufe zur Verfügung. Zu aktuellen Kursen sind das mehr als 4% der ausstehenden Aktien.

Rückkäufe in diesem gigantischen Umfang wirken kursunterstützend. VISA will die Profitabilität steigern, indem die Gebühren erhöht werden. Zunächst greift die Maßnahme in den USA. Dabei hat sich das Unternehmen als Quasi-Monopolist mit dem einzigen ernstzunehmenden Konkurrenten MasterCard abgesprochen. Die Preiserhöhung wird also nicht zu Kundenverlusten führen. Die höheren Gebühren werden mit aufwendigeren Sicherheitsmaßnahmen begründet.

In der Tat hat VISA die Investitionen in die Transaktionssicherheit zuletzt deutlich erhöht, um Betrugsfälle zu unterbinden.

Unternehmensporträt

VISA Inc. ist ein führender Finanzdienstleister im Kreditkartengeschäft. Der Konzern vergibt weltweit Lizenzen an Banken für die Ausgabe und Abrechnung ihrer Kredit- und Debitkarten. Dabei setzt VISA auf starke Partnerschaften, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die operative Entwicklung sicherzustellen. Hauptkonkurrenten sind MasterCard und American Express.

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Nach einem starken 4. Quartal hat MasterCard 2018 ein Rekordergebnis erzielt

Das Unternehmen profitiert vom Online-Boom. Im Internet gehören Kreditkarten zu den beliebtesten Zahlungsmitteln. MasterCard bildet mit VISA ein marktbeherrschendes Duopol und ist in allen Weltregionen gewachsen. Der Umsatz stieg 2018 um 19,6% auf 15 Mrd. $. Das Geschäft außerhalb der USA trug überproportional zum Wachstum bei. Der Gewinn stieg um 49,7% auf 5,9 Mrd. $. 2018 musste MasterCard viel geringere Steuern zahlen.

Die Steuerquote sank von 35 auf 21%. Die EU hat gegen MasterCard eine Strafe in Höhe von 570 Mio. € wegen überteuerter Abrechnungen verhängt. Kritisiert wurde die Höhe des sogenannten Interbankenentgelts, bei dem ein Verstoß gegen das Kartellrecht vorlag. Seit 2015 wird die kritisierte Geschäftspraxis jedoch nicht mehr angewandt. Somit muss MasterCard keine Änderungen im laufenden Geschäft vornehmen.

MasterCard ist auch im Bereich Kryptowährungen aktiv

Das Feld der Kryptowährungen wird von MasterCard ebenfalls bearbeitet. Gemeinsam mit Barclays investiert das Unternehmen in den Ripple-basierten Zahlungsdienst SendFriend. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, doch es ist nicht ausgeschlossen, dass in Zukunft immer mehr Zahlungen über die Blockchain abgewickelt werden. MasterCard positioniert sich mit einer kleinen Investition in diesem Zukunftsfeld.

Die Aktionäre werden großzügig bedacht. Für Aktienrückkäufe stehen noch 6 Mrd. $ zur Verfügung. Das stützt den Kurs.

Unternehmensporträt

MasterCard gehört neben VISA und American Express zu den größten Kreditkartengesellschaften weltweit. Neben der bekannten MasterCard zählen auch die CirrusCard und die guthabenbasierte MaestroCard zum Produktportfolio des US-Finanzdienstleisters. Mit den wertvollen Kreditkarten kann man in 210 Ländern problemlos bezahlen. MasterCard vergibt Lizenzen an Banken, die dann die Karten vertreiben dürfen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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