VISA und MasterCard wird die Pandemie langfristig in die Karten spielen

Visa Kreditkarten RED – shutterstock_249027982 Valeri Potapova

Auch wenn VISA und MasterCard kurzfristig die Coronakrise zum spüren bekommen, werden sie langfristig davon profitieren. (Foto: Valeri Potapova / Shutterstock.com)

VISA spürt die Auswirkungen der Corona-Krise sehr deutlich. Das Handelsvolumen ist weltweit zurückgegangen. Die lukrativen grenzüberschreitenden Zahlungen brachen im 3. Quartal um 37% ein. Insgesamt ging das Transaktionsvolumen um 10% zurück. Erstmals seit dem Börsengang ging der Umsatz im 3. Quartal deutlich zurück.

Nach 9 Monaten erzielte VISA einen Umsatz von 16,7 Mrd. $. Der Gewinn ging um 3,6% auf 8,7 Mrd. $ zurück. Damit präsentiert sich das Unternehmen trotz Krise mit einem starken Ergebnis. Die Umsatzrendite beträgt immer noch mehr als 50%. Aus diesem Grund konnte die Pandemie den Kursanstieg von VISA auch nur kurzzeitig bremsen.

VISA wird langfristig zu den Profiteuren der Corona-Pandemie gehören

Langfristig wird das Unternehmen sogar profitieren, weil sich der Trend zum Onlinehandel durch die Ausgangsbeschränkungen sogar verstärkt und dabei häufig die Kreditkarten von Marktführer VISA zum Einsatz kommen. Die sinkende Ausgabenfreude der Konsumenten wird sich deshalb nur kurzfristig auf die Ergebnisse auswirken.

Als Zeichen der Stärke werden Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe aufrechterhalten

Um sich dennoch finanziell abzusichern, hat VISA Anleihen im Umfang von 4 Mrd. $ mit Laufzeiten von 7 bis 20 Jahren ausgegeben. Der durchschnittliche Zinssatz beträgt 2,14%. Durch die Maßnahmen wurde das Cash-Polster auf fast 14 Mrd. $ erhöht. Für die Zukunft sieht VISA viel Potenzial in Kryptowährungen. Im Moment wird ein Kompetenzteam aufgebaut, um bestehende Kryptowährungen in die Zahlungsangebote einzubinden.

Unternehmensporträt

VISA Inc. ist ein führender Finanzdienstleister im Kreditkartengeschäft. Der Konzern vergibt weltweit Lizenzen an Banken für die Ausgabe und Abrechnung ihrer Kredit- und Debitkarten. Dabei setzt VISA auf starke Partnerschaften, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die operative Entwicklung sicherzustellen. Hauptkonkurrenten sind MasterCard und American Express.

Genau wie Konkurrent VISA musste auch MasterCard einen Gewinneinbruch hinnehmen

Der Umsatz sank im 1. Halbjahr um 8,2% auf 7,3 Mrd. $. Der Gewinn ging um 20,4% auf 3,1 Mrd. $ zurück. Damit bleibt MasterCard etwas weniger profitabel als sein größerer Konkurrent. Trotzdem profitiert das Unternehmen vom Trend zum kontaktlosen Bezahlen. Die Menschen benutzen immer seltener Bargeld. Egal ob beim Online-Handel oder im Supermarkt, die Kreditkarte gewinnt an Bedeutung.

In Zukunft muss das Geld für den Einkauf nicht einmal mehr vom eigenen Konto kommen. Das in London ansässige Krypto-Start-up Wirex erhält als erstes Unternehmen die Genehmigung von MasterCard, eine eigene Krypto-Kreditkarte auszugeben. Auch mit BitPay aus den USA besteht bereits eine Partnerschaft zur Ausgabe einer PrePaid-Kreditkarte auf Basis von Blockchain-Zahlungen.

In Zukunft sollen traditionelle Währungen und Kryptowährungen bei MasterCard gleichberechtigt nebeneinanderstehen

Um das zu ermöglichen, wird weiter in die Sicherheit investiert. Durch die Einstellung zahlreicher IT-Spezialisten wird die kritische Infrastruktur ständig erweitert und verbessert. MasterCard gibt selbst keine Prognose für das laufende Jahr ab. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Rekordergebnisse aus dem Vorjahr schon bald wieder erreicht werden können. Auch das Aktienrückkaufprogramm wurde zum Ende des 2. Quartals wieder aufgenommen. Es dürfen noch eigene Anteile im Wert von 5,9 Mrd. $ zurückgekauft werden.

Unternehmensporträt

MasterCard gehört neben VISA und American Express zu den größten Kreditkartengesellschaften weltweit. Neben der bekannten MasterCard zählen auch die CirrusCard und die guthabenbasierte MaestroCard zum Produktportfolio des US-Finanzdienstleisters. Mit den wertvollen Kreditkarten kann man in 210 Ländern problemlos bezahlen. MasterCard vergibt Lizenzen an Banken, die dann die Karten vertreiben dürfen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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