VISA vs. MasterCard

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Während VISA auch in der Corona-Krise hoch profitabel bleibt, musste MasterCard einen Gewinneinbruch hinnehmen. (Foto: Allmy / shutterstock.com)

VISA bleibt auch in der Corona-Krise hoch profitabel, spürt aber einen pandemiebedingten Rückgang der Transaktionen. Zum ersten Mal seit dem Börsengang 2006 ging der Umsatz zurück. Vor allem die lukrativen grenzüberschreitenden Zahlungen reduzierten sich. Das Geschäft in den USA blieb hingegen fast konstant.

VISA profitierte indirekt von den Corona-Hilfen in den USA

Die US-Regierung verschickte Geld an die Bürger, um den Konsum anzukurbeln. Für das Programm stellte VISA 4 Mio. Prepaid-Karten zur Verfügung, durch die die Menschen ohne Konto erstmals mit VISA in Kontakt kamen. Im 1. Quartal ist der Umsatz um 6,1% auf 5,7 Mrd. $ zurückgegangen. Der Gewinn ging um 4,5% auf 3,1 Mrd. $ zurück. Bemerkenswert ist, dass VISA selbst in der Krise eine Umsatzrendite von rund 50% erzielt.

VISA ist finanziell hervorragend aufgestellt

Zum Ende des 1. Quartals standen 18,2 Mrd. $ Cash in der Bilanz. Das entspricht beinahe einem gesamten Jahresumsatz. VISA nutzt seine Marktposition, um sich systematisch zu verstärken. Im November wurde YellowPepper übernommen. Damit stärkt VISA die Position in Lateinamerika. Das Start-up konnte in 9 Ländern bereits 5 Mio. Kunden gewinnen. Die 5 Mrd. $ schwere Übernahme von Plaid wurde hingegen abgesagt. Die Kartellbehörden hatten Widerstand gegen die Transaktion angekündigt.

Der Trend zum Internethandel ist intakt. Wenn die Grenzen wieder geöffnet sind und mehr Geschäfts- und Urlaubsreisen durchgeführt werden, wird VISA wieder an die alten Steigerungsraten anknüpfen.

Unternehmensporträt

VISA Inc. ist ein führender Finanzdienstleister im Kreditkartengeschäft. Der Konzern vergibt weltweit Lizenzen an Banken für die Ausgabe und Abrechnung ihrer Kredit- und Debitkarten. Dabei setzt VISA auf starke Partnerschaften, um neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und die operative Entwicklung sicherzustellen. Hauptkonkurrenten sind MasterCard und American Express.

MasterCard musste 2020 einen herben Gewinneinbruch hinnehmen

Der boomende Online-Handel konnte die Rückgänge bei Hotel- und Flugbuchungen nicht aufhalten. Der Umsatz ging um 9,4% auf 15,3 Mrd. $ zurück. Der Gewinn brach um 21% auf 6,4 Mrd. $ ein. Dabei hat sich der Rückgang im 2. Halbjahr noch einmal beschleunigt. MasterCard hat sich eine große Expertise im Bereich der Blockchain aufgebaut. Das Unternehmen hält bereits fast 100 Patente rund um die Blockchain und hat weitere 285 Patentanträge gestellt.

Schon heute verfügt MasterCard damit über eines der größten Patentportfolios im Bereich der Kryptowährungen. Im Laufe des Jahres sollen Kunden die Möglichkeit erhalten, im MasterCard-Netzwerk mit Kryptowährungen zu bezahlen. Die entsprechenden rechtlichen Prüfungen laufen bereits. Parallel arbeitet MasterCard mit mehreren großen Zentralbanken zusammen, um Pläne zur Einführung neuer digitaler Währungen zu prüfen.

MasterCard bekommt einen deutschen Chef

Ajay Banga hat sich nach zehn Jahren an der Spitze von MasterCard zurückgezogen. Er steht dem Unternehmen als Aufsichtsratschef weiter zur Verfügung. Mit Michael Miebach übernimmt ein deutscher Manager, der vorher als Chief Product Manager bei MasterCard tätig war.

MasterCard gibt zuverlässig Kapital an die Aktionäre zurück. Die Dividende wurde 2020 um 21,2% auf 1,60 $ erhöht und wird 2021 voraussichtlich um weitere 10% auf 1,76 $ steigen. Zudem werden laufend Aktien zurückgekauft. Im aktuellen Programm stehen noch 9,5 Mrd. $ zur Verfügung. MasterCard hat eine große Zukunft vor sich.

Unternehmensporträt

MasterCard gehört neben VISA und American Express zu den größten Kreditkartengesellschaften weltweit. Neben der bekannten MasterCard zählen auch die CirrusCard und die guthabenbasierte MaestroCard zum Produktportfolio des US-Finanzdienstleisters. Mit den wertvollen Kreditkarten kann man in 210 Ländern problemlos bezahlen. MasterCard vergibt Lizenzen an Banken, die dann die Karten vertreiben dürfen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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