Vodafone mit tiefroten Zahlen

Die Vodafone-Aktie läuft dem Markt seit Jahren hinterher. Jetzt gibt es erste Anzeichen einer Besserung. Aber bleiben Sie noch vorsichtig! (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Während der Aktienkurs der Deutschen Telekom von der US-Tochter T-Mobile US angetrieben wird, sieht es beim britischen Telekom-Konzern Vodafone nicht ganz so gut aus:

Das Unternehmen veröffentlichte gestern Zahlen, die enttäuschend ausfielen, aber dennoch mit Kurssteigerungen bedacht wurden.

Denn es gibt erste Anzeichen für ein Ende der Schwäche-Phase.

Unternehmens-Portrait

Vodafone gehört zu den größten Telekommunikations-Konzernen der Welt. Man betreibt eigene Mobilfunk-Netze in 26 Ländern und unterhält Partnernetze in weiteren 48 Nationen.

In 17 Ländern betreibt die Gruppe eigene Festnetz-Infrastrukturen. Vodafone hat weltweit rund 515,7 Mio. Mobilfunk- und 17,9 Mio. Festnetz-Kunden.

Erneuter Jahresverlust

Bereits das 2. Jahr in Folge wurde vom britischen Telekommunikations-Konzern ein Milliarden-Verlust eingefahren.

Das Unternehmen begründet diese Entwicklung mit dem BrExit-Votum und wegen eines aggressiven Konkurrenten in Indien.

Diese Faktoren trugen zusammen zu einem Minus von nahezu 6,1 Mrd. € für das Ende März beendete Geschäftsjahr bei.

Doch auch beim Umsatz dominieren die Minuszeichen: Hier gab es einen Rückgang von 49,8 Mrd. € auf nunmehr 47,6 Mrd. €.

Einen Lichtblick gibt es aber doch: Immerhin kletterte das bereinigte EBITDA in den vergangenen 12 Monaten per Ende März um 3,4 % auf 15,8 Mrd. €.

Gerade die Entwicklungen in Indien werden als Belastungsfaktoren herangezogen – doch auch hier ist eine nachhaltige und positive Lösung in Sicht:

So wird Vodafone einen Großteil des indischen Geschäfts mit dem drittgrößten Mobilfunk-Anbieter des Landes, der Idea Cellular Ltd, fusionieren.

Aus dem Zusammenschluss würde mit fast 400 Mio. Kunden Indiens größter Mobilfunk-Anbieter hervorgehen.

Ein Ende der Hiobsbotschaften aus Indien, die es zuletzt immer wieder gab, ist somit in greifbarer Reichweite.

Bilanz wird in Euro ausgewiesen

Erwähnenswert ist, dass das Unternehmen auf Grund seiner Geschäftstätigkeit in Kontinental-Europa seine Bilanzen in diesem Jahr erstmals in Euro ausweist.

Nach der BrExit-Entscheidung sank das britische Pfund deutlich, was auch in der Bilanz Spuren hinterlässt.

Doch bereits in diesem Jahr soll es mit dem Konzern wieder aufwärts gehen – und dies trotz BrExit:

So prognostiziert das britische Unternehmen angesichts stabiler Umsätze mit seinen Vertrags-Kunden und gekürzter Ausgaben wieder Zuwächse.

Und als Beleg für diese Erwartung dient auch die Anhebung der Dividende, die um 2% zulegen soll.

Aktie im Plus

Die Aktie reagierte positiv auf diese Nachrichten – sind doch jetzt alle negativen Meldungen in den Kursen eingepreist.

Ohnehin konnte sich der Wert seit seinen Tiefstständen vom Winter inzwischen wieder deutlich erholen und befindet sich derzeit leicht im Aufwind.

Nachdem der Aktienkurs seit Jahren nur seitwärts pendelt, hat sich hier einiges Erholungs-Potenzial angesammelt.

Für einen Einstieg in die Aktie halte ich es jedoch noch für zu früh.

Behalten Sie Vodafone im Blick, aber warten Sie auf den Beginn eines nachhaltigen Aufwärtstrends, um mit besserem Chance/Risiko-Verhältnis zu investieren.

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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