Voestalpine setzt auch auf Wasserstoff

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Der österreichische Technologie- und Industriegüterkonzern Voestalpine setzt unter anderem auf Wasserstoff. Langfristig der richtige Weg. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der deutsche Leitindex DAX verbuchte heute ein Minus von knapp 2,5% und damit den zweithöchsten Tagesverlust im laufenden Jahr. Auslöser war, wie zuletzt üblich, US-Präsident Donald Trump. In der Frühphase des US-Wahlkampfs setzt er auf einen Sieg im Handelsstreit mit China und der EU und gießt daher immer wieder Öl ins Feuer.

Gleichzeitig betonen einzelne Berater des US-Präsidenten, dass eine Lösung des Konflikts sehr schnell kommen könne. Dann sollte man als Investor investiert sein. Da wir nicht wissen, wann die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen werden, macht es keinen Sinn, kurzfristig zu verkaufen. Vielleicht erspart man sich dann weitere Kursabschläge, doch gleichzeitig droht die Gefahr, relativ weit unten verkauft zu haben und die anschließende Erholungsrally nach der Einigung zu verpassen.

Da kurzfristige politische Krisen unberechenbar sind, wie wir jetzt wieder sehen, sollten Sie an der Börse besser auf langfristige wissenschaftliche und wirtschaftliche Trends setzen. Daher werde ich hier im Schlussgong für Sie verstärkt das Thema Wasserstoff-Antrieb unter die Lupe nehmen.

Brennstoffzellentechnologie wird noch unterschätzt

Wenn es um alternative Antriebstechnologien geht, wird vornehmlich über das Thema Elektromobilität berichtet. Das ist meines Erachtens ein Fehler. Denn die Brennstoffzellentechnologie ist aus meiner Sicht nicht weniger spannend.

Das sehen auch immer mehr Experten so. Meine Überzeugung: Gemeinsam mit der Batterietechnologie wird die Polymerelektrolyt-Brennstoffzelle (PEMFC) den Durchbruch in der Elektromobilität markieren.

Die PEM-Brennstoffzellentechnologie ist überall dort vorteilhaft einzusetzen, wo reiner Wasserstoff als Brennstoff verfügbar ist und wo geringer Verbrauch und Emissionsfreiheit gefordert sind.

Ein entscheidender Vorteil von Brennstoffzellen als Antriebstechnologie: Herkömmliche Tankstellen können als Wasserstoff-Tankstellen umgerüstet werden. Dadurch entfallen die extrem hohen Kosten zum Aufbau einer Infrastruktur zum Laden der Akkus von Elektrofahrzeugen.

Der bekannte französische Schriftsteller Jules Verne schrieb schon 1875 in seinem Buch „Die geheimnisvolle Insel“ folgendes über die Brennstoffzelle: „Das Wasser ist die Kohle der Zukunft. Die Energie von morgen ist Wasser, das durch elektrischen Strom zerlegt worden ist. Die so zerlegten Elemente des Wassers, Wasserstoff und Sauerstoff, werden auf unabsehbare Zeit hinaus die Energieversorgung der Erde sichern.“

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Wenn sich die Brennstoffzellentechnologie in der Automobilindustrie als Antriebsform durchsetzt, könnte Wasser nicht nur die Kohle der Zukunft werden, sondern würde auch das Öl der Zukunft.

Ein Unternehmen, das in diesem Bereich tätig ist (aber auch in verschiedenen anderen Bereichen) ist das österreichische Unternehmen Voestalpine. Der stahlbasierte Technologie- und Industriegüterkonzern ist sicher kein Unternehmen, bei dem man als erstes an Wasserstoff denkt.

Voestalpine baut weltgrößte Wasserstoffpilotanlage

Der noch amtierende Voestalpine-Chef Wolfgang Eder (geht in einem Jahr nach 15 Jahren an der Spitze von Voestalpine in den Ruhestand) erwartet, dass die langfristige Zukunft des Automobils im Wasserstoffantrieb liegt.

Denn batteriebetriebene Fahrzeuge brächten nicht das gewünschte Maß an Nachhaltigkeit. Auch wenn im Moment viel Geld in die Infrastruktur für strombetriebene Fahrzeuge gesteckt werde, forsche die Autoindustrie verstärkt an Wasserstoff-Lösungen. Und auch Voestalpine ist in diesem Bereich sehr aktiv.

Vor einigen Wochen war Baustart der weltgrößten Wasserstoffpilotanlage. Das soll ein Schritt in Richtung Dekarbonisierung werden (Abkehr von den fossilen Brennstoffen). Am 16. April war Startschuss für den Bau der weltweit größten Pilotanlage zur Herstellung von „grünem“ (sprich CO2-freien) Wasserstoff. Bei der Umwandlung von Wasserstoff wird ein Rekordwirkungsgrad von 80% angestrebt.

Der Wasserstoff kann gespeichert werden und ist vielseitig einsetzbar: Als Grundstoff in der Industrie, aber auch als Treibstoff in der Mobilität oder als Energieträger bei der Strom- und Gasversorgung. Mit 6 Megawatt Anschlussleistung soll es die wirkungsvollste und modernste Anlage ihrer Art werden. Der Vollbetrieb der Anlage ist bereits für Frühjahr 2019 geplant.

Anleger, die auf Wasserstoff als eine Antriebslösung der Zukunft setzen wollen, können die Voestalpine-Aktie aktuell rund 25% unter Jahreshoch einsammeln.

Ausblick: Ich werde Ihnen zukünftig in unregelmäßigen Abständen weitere Unternehmen vorstellen, die im Bereich der Brennstoffzellen-Technologie tätig sind und damit die Zukunft der Automobilindustrie maßgeblich gestalten werden.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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