Volatilität auf dem Tiefstand: Vorzeichen eines Crashs?

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Wir steuern auf den Eisberg zu: Die Volatilität ist im Keller während der DAX jeden Tag ein wenig nach oben gezogen wird. Hören wir in den nächsten Wochen das Echo? (Foto: Pavel Ignatov / shutterstock.com)

Passend zum Schwerpunkt des Trading Insiders gestern, beleuchten wir heute das Thema „Crash nach Ostern?“ von einer anderen Seite. Dass sich die Märkte fast gar nicht bewegen, ist Ihnen sicherlich auch schon aufgefallen. Gestern war ein Paradebeispiel dafür. Heute konnte der DAX immerhin ein wenig Stimmung zeigen und kurzfristig sogar über 12.110 Punkte schießen. Das war es dann aber auch schon wieder.

VDAX – Chart: Extremwerte bei der Volatilität

Ein Chart sagt mehr als Tausend Worte. Sie sehen hier den VDAX NEW – das ist der Volatilitäts-Index des DAX. Sie sehen hier quasi das Schwankungsverhalten und wie sehr sich die Kurse intraday bewegen. Hohe Werte bedeuten große Schwankungen. Das sehen Sie gleich zu Beginn des Charts, als die Kurse des VDAX von 12 auf über 26 schießen. Am Ende waren es sogar 40 Punkte im VDAX!

Wiederholt sich 2018?

Anfang 2018 hatten wir Kurse im VDAX im Bereich um 12 Punkte. Derart wenig Volatilität hielt über etwas mehr als eine Handelswoche an. Der DAX stand dort bei 13.200 Punkten und stiegt während dem niedrigen VDAX noch weitere 400 Punkte an. Doch dann passierte es. Die Kurse des DAX fielen von 13.600 auf 12.000 Punkte innerhalb eines Monats. Der VDAX schoss im selben Zeitraum auf 40 Punkte!

Stehen wir jetzt vor demselben Szenario? Der Mai wird es uns verraten. Noch kurz ein Satz zur Beruhigung: Solange der VDAX weiterhin unten bleibt, kann der DAX schier unendlich steigen. Kritisch wird es erst, wenn der VDAX wieder Kurse von 13 und mehr erreicht. So war es zumindest im Januar 2018.

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Charttechnisch hätten wir auf jeden Fall das Potential, dass der DAX von 12.100 auf 10.400 Punkte fällt. Daran wäre überhaupt nichts auszusetzen. Die niedrige Volatilität könnte ein Vorbote für einen solchen Kursrutsch sein.

Im Sommer 2017 hatten wir eine noch niedrigere Volatilität. Dort fiel der VDAX sogar einen Tag unter 11 Punkte. Die meiste Zeit bewegte er sich zwischen 11 und 12,50. Dem DAX gefiel diese Zeit. Er kletterte jeden Tag ein wenig höher. Im Idealfall wiederholt sich diese Zeitspanne und wir können die Abwärtsrisiken links liegen lassen.

Der VDAX hat derzeit auch noch ein wenig Luft nach unten, schließlich konnten wir die 11 Punkte bisher nicht erreicht. Das brauch er aber auch nicht immer. Denken Sie an den letzten Herbst. Damals reichte dem VDAX ein Wert von 13,32 im Tief um danach die Lawine loszutreten.

Fazit

Die niedrige Volatilität ist sowohl Segen als auch Fluch. Aktuell steigen die Kurse fast jeden Tag ein wenig, gleichzeitig werden die Wolken am Horizont dunkler. Feiern wir einfach die Feste, wie sie fallen. Solange der DAX nach oben will und die Volatilität unten bleibt, spielen wir dieses verrückte Spiel mit.

Wenn Ihnen aber auffällt, dass der DAX sich an einem Tag stärker und nach unten bewegt hat, ist es Zeit, hellhörig zu werden. Denn dann könnte sich das Gerüst kurz vor dem Einsturz befinden. Das ganz große Auffangtuch befindet sich im Bereich um 10.400 Punkte beim DAX.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.