Voller Schub bei MTU Aero Engines?

Triebwerke in Flugzeugen sind etwas Faszinierendes. Trotz der großen Leistung verrichten die Turbinen verlässlich ihren Dienst. Selbst aufgewirbelter Staub, Regen oder Vogelflug kann modernen Triebwerken wenig anhaben.

Dennoch müssen Turbinen natürlich auch gewartet und überwacht werden. Auch dabei hat MTU Aero Engines seine Finger im Spiel. Die frühere Daimler-Tochter MTU ist Deutschlands führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken für zivile und militärische Zwecke.

International ist MTU in allen wichtigen Regionen vertreten. Neben dem Triebwerksgeschäft gehört die Instandhaltung von Industriegasturbinen zum Kernbereich. Partner sind Pratt & Whitney, Rolls-Royce und General Electric. Kunden sind unter anderem Airbus und auch Boeing.

Gute Zahlen bei MTU

MTU konnte 2014 vom Wachstum der Luftfahrtbranche und der Weltwirtschaft profitieren. Der Umsatz stieg um 9,5% auf 3,9 Mrd €. Besonders gut entwickelte sich das zivile Triebwerksgeschäft, das mit einem Plus von 11,9% einen Umsatz von 2,1 Mrd € erwirtschaftet hat.

Die anderen Geschäftsbereiche erzielten ebenfalls überdurchschnittliches einstelliges Wachstum. Allerdings rutschte MTU aufgrund der hohen Sonderbelastungen und Investitionen in die Verlustzone. Im Gesamtergebnis musste ein Fehlbetrag von 4 Mio € ausgewiesen werden.

Operativ sieht es dagegen besser aus. Zwar ist die EBIT-Marge durch die volatilen Rohstoffpreise von 10,6 auf 9,8% gesunken, das bereinigte operative Ergebnis konnte aber um 1,4% auf 383 Mio € zulegen. Im 1. Quartal profitierte MTU von seinem gut gefüllten Auftragsbuch und dem starken Dollar.

Das Exportgeschäft läuft auf Hochtouren. Der Umsatz stieg um 20,4% auf rund 1,1 Mrd €. Das bereinigte Ergebnis legte sogar noch deutlicher zu. Mit einem Plus von 21,8% lag es bei 68,2 Mio €. Unterm Strich musste MTU aber einen Gewinnrückgang von 54% verkraften.

Die Dividende reißt es nicht raus

Insgesamt ist der Konzern aber solide aufgestellt und überzeugt mit einer stabilen Auftragslage und weiteren Wachstumsmöglichkeiten. Besonders im zivilen Triebwerksgeschäft werden sich die Investitionen langfristig auszahlen. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet MTU mit Rekordergebnissen.

Der Umsatz und der bereinigte Gewinn sollen deutlich ansteigen. Wir erwarten auf Sicht von 6 bis 12 Monaten nur eine durchschnittliche Kursentwicklung. Zwar überzeugt MTU Aero als Qualitätsführer und profitiert durch die Zusammenarbeit mit den führenden Unternehmen der Branche, doch wächst auch die Konkurrenz und die Marge sinkt.

Auch die Dividendenrendite von 1,7 % kann diesen wechselhaften Ausblick nicht wettmachen. Anleger bleiben besser an der Seitenlinie.

2. September 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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