Voltabox-Aktie: Börsenneuling steigt mit Übernahme in Batteriezellenproduktion ein

Voltabox-Aktie: Börsenneuling setzt mit Übernahme auf eigene Batteriezellenproduktion. Aktie dümpelt weiter deutlich unter Ausgabekurs (Foto: Fishman64 / Shutterstock.com)

Seit dem Börsengang im, Oktober vergangenen Jahres hat sich die Euphorie um den deutschen Batteriespezialisten Voltabox deutlich gelegt. Damals kam das Unternehmen zu 24 Euro je Aktie an die Börse und schoss direkt nach dem Sprung auf das Parkett bis auf über 32 Euro in die Höhe. Mittlerweile notieren die Papiere bei gut 19 Euro deutlich unter den Höchstkursen.

Jetzt hat der Delbrücker Batteriekonzern mit einer Übernahme auf sich aufmerksam gemacht. Voltabox plant den Kauf des US-Marktführers für Lithium-Ionen-Batteriesysteme Navitas. Mit der Übernahme will sich Voltabox als führender Anbieter für Lithium-Ionen-Batteriesysteme im Intralogistik-Markt etablieren.

Voltabox im Portrait

Die Voltabox AG ist ein Systemanbieter für Elektromobilität in industriellen Anwendungen. Mit seinen sicheren und wirtschaftlichen Lithium-Ionen-Batteriesystemen ist das Unternehmen ein Wegbereiter für nachhaltige Mobilität. Das Unternehmen verfügt über drei Geschäftsbereiche. Der Geschäftsbereich Voltapower bietet Batteriesysteme für den industriellen Bereich.

Diese kommen in Gabelstaplern, Bergbaufahrzeugen, Oberleitungsbussen und fahrerlosen Transportsystemen zum Einsatz. Ein weiteres Geschäftsfeld bildet Voltaforce, das sich auf Lithium-Ionen-Batterien für den Massenmarkt spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Starterbatterien für Motorräder und Sportwagen.

Außerdem werden Batteriesysteme für 48-Volt-Mild-Hybrid-Anwendungen hergestellt. Hinzu kommt der Geschäftsbereich Voltamotion, welcher sich auf die Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen konzentriert. Am firmeneigenen Forschungszentrum in Aachen werden ergänzende Antriebskomponenten, wie beispielsweise die Leistungselektronik zur vollständigen Elektrifizierung von Hochleistungsfahrzeugen, entwickelt. Das Unternehmen betreibt Produktionsstätten in Delbrück und Austin (USA). Ein weiterer Standort in Aachen konzentriert sich auf Forschung und Entwicklung.

Übernahme erweitert Wertschöpfungskette

Jetzt hat Voltabox für sämtliche Anteile an der Navitas Systems LLC, dem US-amerikanischen Marktführer für Batteriesysteme im Bereich Intralogistik, ein Übernahmeangebot in Höhe von 37 Millionen Euro (43 Mio. Dollar) auf den Tisch gelegt. Voltabox will dadurch den Zugang zum nordamerikanischen Intralogistik-Markt verstärken und zugleich die eigene Wertschöpfungskette durch den Einstieg in die Produktion von hochspezialisierten Batteriezellen erweitern.

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Mit Navitas setzt Voltabox auf einen im Jahr 2010 gegründeten Hersteller von Lithium-Ionen-Batterien. Zuletzt erwirtschaftete die Firma mit 80 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 25 Millionen Dollar. Die Produktionskapazität für die Zellproduktion beträgt aktuell 600.000 Stück pro Jahr und soll zeitnah auf 1,5 Mio. Stück pro Jahr erweitert werden.

Der Hintergrund des Deals leuchtet ein: Bislang war Voltabox nur auf Batteriesysteme für besonders anspruchsvolle Anwendungen konzentriert. Mit Navitas kann das Unternehmen auch Systeme für ein breiteres Anwendungsfeld in Gabelstaplern anbieten. Von großer strategischer Bedeutung ist auch das nordamerikanische Vertriebsnetz von Navitas.

Erstes Quartal „in line“

Unterdessen hat Voltabox im ersten Quartal seine Ziele erreicht und die Jahresprognose bestätigt. Bei einem Wachstum von 22% stieg der Umsatz auf 5,1 Millionen Euro. Hierfür war vor allem die Nachfrage nach Batteriemodulen für den Einsatz in Gabelstaplern sowie nach Batteriesystemen für den Einsatz in Trolleybussen verantwortlich. Unter dem Strich fiel allerdings noch ein Verlust in Höhe von 0,9 Millionen Euro an.

Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern mit einer Umsatzverdopplung auf rund. Dabei peilt das Unternehmen eine Vorsteuergewinnmarge von ca. 10% an. Neben der Intralogistik wird das Marktsegment Bergbau ein wesentlicher Wachstumstreiber sein. Allerdings sind in den Prognosen noch nicht die jüngst getätigten Übernahmen enthalten.

 


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.