Voltabox: Aktie des Batteriespezialisten sendet nach starken Zahlen Lebenszeichen

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Batteriespezialist Voltabox erreicht seine Wachstumsziele und kann ergebnisseitig noch einen drauf legen. Die Aktie startet einen ersten Erholungsversuch. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Stimmungen machen an der Börse bekanntlich Kurse. Das bekamen die Anleger des kleinen Batteriespezialisten Voltabox in den vergangenen Monaten leidvoll zu spüren. Günstige Wachstumsaussichten und ein Trendthema reizten die Anleger zum Börsengang und machten die Aktie des Batteriesystem-Anbieters Voltabox beliebt. Obwohl die Aktie mit 24 Euro deutlich am oberen Ende der Preisspanne im Oktober 2017 aufs Parkett gebracht wurde, rissen sich die Anleger um die Papiere. Gleich nach der Erstnotiz schossen die Anteilsscheine bis auf über 32 Euro nach oben.

Doch schnell folgte eine Phase der Ernüchterung. Die extrem hohe Bewertung zum Börsengang löste sich in Luft auf und die Aktie kollabierte, bis sie im Dezember letzten Jahres bei 10,40 Euro ihren Boden fand. Zuletzt kletterten die Papiere wieder etwas bergauf (akt. 12,80 Euro), was nicht zuletzt an den vorgelegten Geschäftszahlen lag.

Voltabox im Portrait

Die Voltabox AG ist ein Systemanbieter für Elektromobilität in industriellen Anwendungen. Mit seinen sicheren und wirtschaftlichen Lithium-Ionen-Batteriesystemen ist das Unternehmen ein Wegbereiter für nachhaltige Mobilität. Das Unternehmen verfügt über drei Geschäftsbereiche. Der Geschäftsbereich Voltapower bietet Batteriesysteme für den industriellen Bereich.

Diese kommen in Gabelstaplern, Bergbaufahrzeugen, Oberleitungsbussen und fahrerlosen Transportsystemen zum Einsatz. Ein weiteres Geschäftsfeld bildet Voltaforce, das sich auf Lithium-Ionen-Batterien für den Massenmarkt spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Starterbatterien für Motorräder und Sportwagen.

Außerdem werden Batteriesysteme für 48-Volt-Mild-Hybrid-Anwendungen hergestellt. Hinzu kommt der Geschäftsbereich Voltamotion, welcher sich auf die Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen konzentriert. Am firmeneigenen Forschungszentrum in Aachen werden ergänzende Antriebskomponenten, wie beispielsweise die Leistungselektronik zur vollständigen Elektrifizierung von Hochleistungsfahrzeugen, entwickelt. Das Unternehmen betreibt Produktionsstätten in Delbrück und Austin (USA). Ein weiterer Standort in Aachen konzentriert sich auf Forschung und Entwicklung.

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Batteriespezialist mit sprunghaftem Wachstum

Die gerade präsentierten Ergebnisse haben gezeigt, dass Voltabox seine Wachstumsziele erreichen konnte. So kletterten die Umsätze um satte 145% auf 66,9 Millionen Euro nach oben (2017: 27,3 Mio. Euro). Vor allem die zunehmend automatisierte Massenproduktion von Batteriemodulen für den Einsatz in Gabelstaplern und fahrerlosen Transportfahrzeugen sorgte für Rückenwind.

Neben den Batteriesystemen für Trolleybusse trug erstmals auch das in die Serienproduktion überführte Batteriesystem für ein Minenfahrzeug spürbar zum Umsatz bei. Weiterhin wurden Umsätze im neuen Marktsegment Land- und Bauwirtschaft erzielt.

Marge über den Erwartungen

Auch ergebnisseitig konnte der Delbrücker Konzern überzeugen. Das operative Vorsteuerergebnis (EBIT) erhöhte sich auf 5,9 Millionen Euro. Damit erreichte das Unternehmen eine EBIT-Marge von 8,8%. Für Sie zum Vergleich: Vorher hatte Voltabox lediglich eine Marge von 7% in Aussicht gestellt.

Batteriepacks für Pedelecs und E-Bikes

Auch für das laufende Jahr zeigt sich Firmenboss Jürgen Pampel weiter zuversichtlich. Vor allem der erstmalige Einsatz der Battierpacks in Elektrofahrrädern soll die Geschäfte weiter ankurbeln. Unter dem Strich rechnet Pampel mit einem Jahresumsatz zwischen 105 und 115 Millionen Euro. Das wäre ein Zuwachs zwischen 56 und 71%. Zeitgleich soll mit einer EBIT-Marge zwischen 8 und 9% ein ähnliches Niveau wie im letzten Geschäftsjahr erreicht werden.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.