Voltabox mit Hoffnungsschimmer nach den Zahlen

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Der Kurskollaps bei Voltabox treibt Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn. Es gibt einen massiven Geschäftseinbruch im zweiten Quartal. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Eine rasante Talfahrt erlebten die Papiere des Batteriespezialisten Voltabox. Im Oktober 2017 notierte die Aktie nach dem Börsengang noch bei über 32 Euro. Heute können Anleger, trotz des jüngsten Kurssprungs, ein Papier bereits für 3,38 Euro einsammeln. Das Unternehmen bekommt die Corona-Auswirkungen mit voller Wucht zu spüren.

Voltabox im Portrait

Die Voltabox AG ist ein Systemanbieter für Elektromobilität in industriellen Anwendungen. Mit seinen sicheren und wirtschaftlichen Lithium-Ionen-Batteriesystemen ist das Unternehmen ein Wegbereiter für nachhaltige Mobilität. Das Unternehmen verfügt über drei Geschäftsbereiche. Der Geschäftsbereich Voltapower bietet Batteriesysteme für den industriellen Bereich.

Diese kommen in Gabelstaplern, Bergbaufahrzeugen, Oberleitungsbussen und fahrerlosen Transportsystemen zum Einsatz. Ein weiteres Geschäftsfeld bildet Voltaforce, das sich auf Lithium-Ionen-Batterien für den Massenmarkt spezialisiert. Der Schwerpunkt liegt insbesondere auf Starterbatterien für Motorräder und Sportwagen.

Außerdem werden Batteriesysteme für 48-Volt-Mild-Hybrid-Anwendungen hergestellt. Hinzu kommt der Geschäftsbereich Voltamotion, welcher sich auf die Entwicklung von elektrischen Antriebssystemen konzentriert. Am firmeneigenen Forschungszentrum in Aachen werden ergänzende Antriebskomponenten, wie beispielsweise die Leistungselektronik zur vollständigen Elektrifizierung von Hochleistungsfahrzeugen, entwickelt. Das Unternehmen betreibt Produktionsstätten in Delbrück und Austin (USA). Ein weiterer Standort in Aachen konzentriert sich auf Forschung und Entwicklung.

Massiver Geschäftseinbruch im zweiten Quartal

Eigentlich sollte nach einem verschobenen Großauftrag im letzten Geschäftsjahr alles besser werden. Die Fokussierung auf das Kerngeschäft und ein rigider Personalabbau sollten die Profitabilität verbessern. Doch dann kam die Pandemie und machte Voltabox einen dicken Strich durch die Rechnung: Die Ergebnisse des zweiten Quartals sind wesentlich durch die mehrere Wochen dauernde Unterbrechung der Produktionstätigkeit infolge der Ausbreitung des Coronavirus geprägt. Allerdings scheint sich die Lage im Vergleich zu den ersten drei Monaten etwas aufzuhellen.

Umsatz bricht um 65% ein

In Summe erzielte Voltabox im zweiten Quartal nur noch einen Umsatz von 6,7 Millionen Euro. Das liegt um ganze 65% unter dem Vorjahresniveau von 19,5 Millionen Euro. Unterdessen ging das Konzernergebnis um 77% auf -6,36 Millionen Euro zurück. Auch bilanziell macht sich die Entwicklung der letzten Quartale bemerkbar. Die Eigenkapitalquote reduzierte sich im Jahresvergleich von 77,7% auf 39% deutlich.

Prognose wird bestätigt

Dennoch hat der Firmenboss Jürgen Pampel die Prognose für das Geschäftsjahr 2020 bestätigt. Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Pandemie rechnet Voltabox im laufenden Jahr mit einem Umsatzrückgang auf 25 bis 45 Millionen Euro. Für Sie zum Vergleich: In 2019 gingen noch 56,6 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher. Die adjustierte Konzern-EBITDA-Marge wird bei höchstens -6% liegen. Der Free Cashflow wird zudem leicht negativ erwartet. Wesentliche Treiber der Umsatzentwicklung sollen der Bereich Intralogistik mit bestehenden und neuen Kunden, erste Projekte im Bereich des Retrofittings von herkömmlichen Diesel-Bussen sowie die Marktsegmente Land- und Bauwirtschaft und mobile Energiespeicherlösungen sein.

Die Anleger fassen die Zuversicht der Konzernführung offenbar optimistisch auf und trieben die Aktie direkt nach den Zahlen um 7% nach oben. Für Investoren, die bereits seit dem Börsengang mit an Bord sind, ist die aktuelle Entwicklung aber ohnehin nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das Management muss nun deutliche Erfolge aufzeigen, bevor sich ein langfristig positiver Trend entwickeln kann.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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