Vom Internet-Pionier zum Versorger

Unternehmen, die Infrastruktur wie Telefon- oder Energieleitungen bereitstellen, gelten landläufig als Versorger. Seit der digitalen Revolution gehören auch Netzwerke zur grundlegenden Infrastruktur.

Cisco Systems ist ein Unternehmen, das einen großen Anteil an der Entwicklung des Internets hat. Doch ist die Aktie ähnlich solide, wie wir das uns von einem Versorger erwarten?

Cisco Systems ist der weltweit führende Entwickler und Hersteller von High-Performance-Multimedia- und Multiprotokoll-Internetworking-Produkten für Computer-Netzwerke.

Die Produkte (insb. Router und Switches) decken eine große Bandbreite an End-to-End Netzwerk-Hardware, Software und Services ab.

Hauptkunden sind Telefongesellschaften, Internet-Service-Anbieter, Energieversorger, der Staat und kleine bis mittelständische Unternehmen.

Cisco bekommt Gegenwind

Der scheidende Cisco-CEO hat zum letzten Mal den Quartalsbericht vorgelegt und bessere Zahlen als erwartet geliefert:

Im 3. Quartal stieg der Nettogewinn um 12% auf 2,4 Mrd. $. Der Umsatz kletterte um 5% auf 12,1 Mrd. $ und übertraf damit die Prognosen der Wall Street.

Davon erwirtschaftete der Konzern 2,8 Mrd. $ im Segment Dienstleistungen und 9,3 Mrd. $ durch den Verkauf von Produkten.

Cisco ist bekannt für Ausrüstung, die Computer untereinander und mit dem Internet verbindet. Lange war der Konzern Marktführer in seinem Kerngeschäft mit Netzwerkweichen und Routern.

Er hat jedoch zuletzt Probleme gehabt, den technologischen Wandel zu meistern und gegen die Konkurrenz von Dauer-Rivalen und Start-ups wie Arista Networks anzukommen.

Cisco wirtschaftet solide und gilt als starke Marke

Dank neuer Hardware-Produkte ist Cisco aber dabei, die Trendwende zu schaffen. Bereits im 2. Quartal ging es wieder deutlich bergauf. Cisco hatte Anfang Mai den ersten Chefwechsel seit 20 Jahren angekündigt.

Im Juli hat der bisher für das weltweite Geschäft zuständige Top-Manager Chuck Robbins die Konzernführung übernommen. Chambers bleibt allerdings als Vorsitzender des Verwaltungsrates an Bord.

Cisco hat sich viel vorgenommen und beansprucht den riesigen Markt, der durch Digitalisierung und Internet of Everything entsteht.

Dabei setzt der Netzwerk-Ausrüster auf Cloud und Software und kündigte für 2016 ein neues Software-Partner-Programm sowie Änderungen für das Cloud- and Managed Services-Programm an.

Ausblick

Für 2015 erwarten wir eine deutliche Steigerung des Gewinns. Zudem gelingt es Cisco, seine Brutto-Marge auf hohem Niveau zu halten. Wir halten die Aktie auch weiterhin für attraktiv.

Cisco glänzt mit einer niedrigen Bewertung und eine Dividendenrendite von 2,7%. Zwar ist die Konkurrenz im Sektor gewachsen, doch ist auch Cisco über die Jahre zu einer starken Marke geworden.

18. August 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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