Von der Beinahe-Pleite auf die Empfehlungsliste

Comebacks haben die Menschen schon immer fasziniert. An der Börse können gefallene Engel die Helden von morgen sein. Wie diese Aktie. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Um neue Produkte herzustellen, braucht es vor allem eines: Rohstoffe. Zwar haben sich die Preise für Rohstoffe in den letzten Jahren nicht unbedingt spektakulär entwickelt, doch ist damit noch immer gutes Geld zu verdienen. Vor allem Unternehmen, die ihre Kosten in den Griff bekommen haben, können heute in Zeiten steigender Preise profitieren. Eines dieser Unternehmen ist Glencore. Vor wenigen Jahren stand Glencore noch kurz vor der Pleite.

Warum es heute so gut aussieht, erklärt unsere Analyse. Doch der Reihe nach! Das Unternehmen geht aus dem Zusammenschluss des Rohstoffhändlers Glencore und dem Bergbauunternehmen Xstrata im Mai 2013 hervor und gehört zu den weltgrößten Rohstoffkonzernen. Die operative Tätigkeit ist in 3 Bereiche geteilt: Metals and Minerals beinhaltet Ausbeutung, Raffinerie und Lagerung von Kupfer, Nickel, Zink, Alu und Eisenerz; Energy Products beinhaltet Kohleminen und die Ölproduktion; im dritten Segment bündeln sich Agrarprodukte.

Gute Entwicklung des Cashflows

Die Zahlen für das 1. Halbjahr fielen sehr gut aus. Während der Umsatz um 44,5% auf 100,3 Mrd $ kletterte, gelang die Rückkehr in die Gewinnzone. Nach 369 Mio $ Verlust im Vorjahr erzielte Glencore einen Gewinn von 2,5 Mrd $. Besonders positiv überraschte die Entwicklung des Cashflows, der sich mit 5,6 Mrd $ beinahe verdoppelte.

Glencore nutzte die zusätzliche Liquidität, um die Bilanz weiter zu stärken. Die Nettoverschuldung reduzierte sich um 1,6 Mrd auf 13,9 Mrd $. Das Umsatzwachstum ist in erster Linie dem Bereich Energie- und Agrarprodukte zuzuschreiben, dessen Umsatz um 62,2% auf 63,8 Mrd $ zulegte. Auch im Hinblick auf die Produktivität erzielt Glencore Fortschritte.

Während die Produktionskosten sanken, stiegen die Rohstoffpreise deutlich an. In Folge verdoppelte sich das operative Ergebnis in den beiden Kernbereichen Metalle & Mineralien und Energie- & Agrarprodukte.

Gute Aussichten trotz des einen Haars in der Suppe

Das einzige Haar in der Suppe: Der Produktionsbericht für das 3. Quartal lieferte ein gemischtes Bild. Die Zinkproduktion konnte um 5% auf 827.400 Tonnen ausgebaut werden, und die Goldproduktion nahm um 3% auf 771.000 Unzen zu. Andererseits legte die Kupferproduktion den Rückwärtsgang ein. Primär ist der 11%-ige Rückgang der Veräußerung der Ernest Henry Mine, einem höheren Wartungsaufkommen in Mount Isa, und geringerem Ertrag in Mutanda geschuldet.

Aber auch die Zink- und Ölproduktion ist rückläufig. Glencore bleibt dennoch zuversichtlich und erhöhte die Prognose für das Gesamtjahr. Das operative Ergebnis soll zwischen 2,6 und 2,8 Mrd $ liegen. Uns überzeugt das Unternehmen vor allem, weil es sehr profitabel ist. Auch die Dividendenrendite von 2,5% ist nicht zu verachten!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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