Von dieser Entwicklung können Sie 2017 profitieren!

Nun ist es also passiert – und in den Börsen-Medien hören und lesen Sie dazu kaum etwas.

Wenn ich Sie nicht Mitte November schon darauf aufmerksam gemacht hätte, hätten Sie es vielleicht gar nicht mitbekommen.

Wovon ich spreche? – Davon, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar am vergangenen Donnerstag unter die Marke von 1,0400 abgesunken ist.

Weil die Börsen-Medien darüber nicht berichten, ist das dann wohl auch nicht so wichtig…?! – Nun, da bin ich anderer Auffassung.

Denn aus charttechnischer Sicht hat sich hier etwas ziemlich Bedeutsames ereignet; etwas, von dem Sie als in US-Aktien investierender Euro-Anleger in den kommenden 12 – 18 Monaten spürbar profitieren können.

Abwärtstrend seit 2014 ist wieder in Kraft

Doch der Reihe nach: Schauen wir zu Beginn erst einmal auf den aktuellen Tages-Chart von Euro / USD:

euro-usd-tageschart_21-12-2016

Euro / USD: Abwärtstrend seit 2014 ist wieder in Kraft

Im blauen Kreis finden Sie das für Sie entscheidende Ereignis: Der Euro ist gegenüber dem US-Dollar auf den tiefsten Stand seit Januar 2003 abgesunken (werden Sie gleich noch sehen).

Daraus ergibt sich folgende Konsequenz:

Der eigentlich zu Jahresbeginn nach oben durchbrochene Abwärtstrend seit Mai 2014 ist wieder in Kraft gesetzt worden. Die (rote) Abwärts-Trendlinie habe ich entsprechend neu justiert.

50-Tage-Momentum sendete frühzeitig Signale

Die Euro-Schwäche kündigte sich bereits früh an. Das erkennen Sie aus der Entwicklung des 50-Tage-Momentums:

Der seit Februar bestehende Abwärtstrend konnte Ende September erneut nicht durchbrochen werden. Stattdessen wurde wenige Wochen später der seit Juli bestehende Aufwärtstrend nach unten verlassen.

Aktuell befindet sich das Momentum auf einem Niveau, dass schon mehrfach in den zurückliegenden 2 Jahren Unterstützung bot (gestrichelte Horizontale).

Somit besteht kurzfristig die Chance auf einen Rebound des Euro.

Allerdings dürfte dann lediglich die inzwischen schon etwas überverkaufte Lage abgebaut werden. Wie Sie im Chart sehen, wartet an der Null-Linie schon der Abwärtstrend vom Jahresbeginn (gelber Kreis).

Für den Euro / USD ist das gleichbedeutend mit einem Pull-Back (Rücksetzer) in den Bereich 1,0520 – 1,0810.

Aufwärtstrend seit 1984 ist in Gefahr

Die für Sie als Euro-Anleger wichtige Konsequenz aus dieser Entwicklung wird aus dem jetzt folgenden Monats-Chart ersichtlich:

euro-usd-monatschart_21-12-2016

Euro / USD: Aufwärtstrend seit 1984 wurde verletzt!

Der Euro / USD ist nicht nur aus einer seit Januar 2015 ausgebildeten Seitwärts-Bewegung herausgefallen (blaues Rechteck):

Der seit 1984 bestehende Aufwärtstrend (zurückgerechnet auf Basis von DM / USD) wurde verletzt (blauer Pfeil).

Ich möchte noch nicht von einem Durchbruch sprechen; dazu geht die jüngste Abwärtsbewegung (noch) nicht tief genug.

Hinzu kommt: Der „wirkliche“ Test für den Euro  / USD kommt ohnehin erst an der Parität, also wenn 1 € so viel wert ist wie 1 US-Dollar.

Spätestens dann dürfte der Euro / USD auch in den Börsenmedien die Aufmerksamkeit bekommen, die dieser Entwicklung eigentlich gebührt.

Diese Einschätzung passt auch zu dem Abwärtstrend-Kanal seit 2008: Bis zum unteren Rand hat der Euro / USD noch ein wenig Luft.

Fazit und Empfehlung

Fassen wir zusammen: Mit dem jüngsten Tief wurde der Abwärtstrend seit 2014 wieder in Kraft gesetzt. Zudem wurde die seit Anfang 2015 ausgebildete Handelsspanne nach unten verlassen.

Im Monats-Chart ist die wahre Bedeutung dieser Entwicklung zu erkennen: Der seit 1984 bestehende Aufwärtstrend ist verletzt worden.

Sollte in den kommenden Wochen die Parität zwischen Euro und US-Dollar fallen – der Euro / USD also unter 1,0000 absinken –, dann wäre das ein Signal für eine langfristige Euro-Schwäche gegenüber dem US-Dollar.

Dazu passt auch die Ankündigung der US-Notenbank, 2017 den Leitzins weitere 3 Male anzuheben.

Das vergrößert dann den Zinsvorteil des US-Dollars gegenüber dem Euro (und anderen Währungen) weiter und schwächt den Euro zusätzlich.

Als Euro-Anleger können Sie von dieser Euro-Schwäche profitieren, wenn Sie in US-Aktien investieren.

21. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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