Von Messies und Mietnomaden

Wenn es nach den Stammtischparolen geht, dürfte jeder Investor bei den ganzen Risiken nicht ganz bei Trost sein, sich dem Vermieterdasein zu verschreiben. Das ist aber zu kurz gedacht. (Foto: Brian A Jackson / Shutterstock.com)

Alles, was Rendite abwirft, hat mögliche Risikofaktoren. Dabei machen Immobilien keine Ausnahme. Und doch suggerieren Dokumentationen mancher TV-Privatsender den Eindruck, dass die Vermietertätigkeit ausschließlich Ärgernis mit Mietprellern, Mietnomaden, Vandalen und Messies bedeutet. Obwohl dem nicht so ist, möchte ich dieses Vermieter-Thema näher betrachten und Lösungen aufzeigen.

Was versteht man unter Mietnomaden und Messies?

Mietnomade:

Darunter verstehen wir eine Mietpartei, die die vereinbarte Miete nicht (mehr) bezahlt und lautlos weiterzieht. Um im nächsten Objekt wieder nicht zu zahlen und wieder das Weite zu suchen. Und so weiter und so weiter… oftmals tritt bei Mietnomaden noch Vandalismus auf. Das heißt, dass man als Vermieter nicht nur seinen Mieten, sondern auch einer Schadensersatzforderung in Bezug auf physische Schäden hinterher sein „darf“. Und man die Wohnung vor einer Neuvermietung erst wieder in einen bewohnbaren Zustand bringen muss.

Messie:

Ein Messie wiederum sucht in der Regel nicht das Weite. Er leidet an einer psychischen Störung und die Entsorgung von Alltagsgegenständen, darunter können auch Lebensmittel sein, bereitet ihm größte bzw. ab und an auch unüberwindbare Mühen. Dies kann bis zur kompletten Vermüllung und Verwahrlosung der Wohnung führen, was wiederum zu massiven Schäden an der Wohnung oder gar am Gebäude führen kann.

Wie können Sie sich schützen?

Sollten Sie tatsächlich jemanden im Bekanntenkreis haben, der den vorgenannten Problemmietern zum Opfer gefallen ist, so fragen Sie ihn bitte nach der Vermietung. Vermutlich hat er oder ein Bekannter diese selbst gemacht und keinen besonderen Wert auf die Durchleuchtung der Mietpartei gelegt.

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Denn eines ist sicher: Ein Problemmieter wird zu solchem nicht von heute auf morgen. Er war in der Vergangenheit auch schon Mietnomade, Vandale und/oder Messie.

Gehen Sie deshalb bei jeder Neuvermietung konsequent vor:

  • Selbstauskunft
  • Letzte 3 Gehaltsabrechnungen
  • Schufa-Auskunft
  • Vorvermieterauskunft
  • Kautionserhebung

Ohne mich weit aus dem Fenster zu lehnen, sage ich Ihnen, dass Sie keinen Mietnomaden, Vandalen oder Messie in Ihre Wohnung bekommen, wenn Sie die vorgenannten Punkte abprüfen. Und natürlich Ihre Schlüsse daraus ziehen. Vermutlich werden Sie von der Problemklientel aber gar keine Unterlagen bekommen und diese woanders ihr Glück versorgen.

Im Übrigen gibt es seit Jahren sogar schon Versicherungen, die den Mietausfall und die Sachschäden solcher Mieter übernehmen. Die Beiträge sind auch gar nicht teuer, jedoch wird nur geleistet, wenn die Mieter auch einer ordentlichen Prüfung unterzogen worden waren…

Fazit:

Sehen Sie sich Ihre Mietpartei genau an. Sowohl wenn sie schon im Immobilienkauf „inbegriffen“ ist, als auch wenn Sie neu vermieten. So wie sie in der Vergangenheit war, so wird sie sich auch in der Zukunft verhalten. Sollten Sie nicht die zeitlichen Ressourcen oder die Expertise für eine Neuvermietung haben, dann lassen Sie diese von einem Profi (Immobilienmakler oder Hausverwalter) machen. Ihre Wohnung, Ihr Gemüt und Ihr Geldbeutel werden es Ihnen danken.


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Von: Christian Marchner. Über den Autor

Christian Marchners Start in den Immobilienmarkt liegt nun fast 10 Jahre zurück. Heute konzentriert er sich vor allem auf Wachstumsmärkte. Dort setzt er vor allem auf eine langfristig positive Entwicklung in Bezug auf Miet- und Kaufpreise.

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