Von wegen Abwärtstrend: Insider kaufen bereits wieder

Es gibt Käufer in Form von Managern, die bei ihren eigenen Unternehmen jetzt schon wieder mehr zugreifen. Doch es fehlt noch etwas für einen Trendwechsel. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Selbst wenn die Zeichen im DAX und in anderen Indizes nach unten zeigen, ein paar Unerschrockene gibt es immer. Doch manchmal steckt eventuell mehr dahinter. Das sind dann meistens diejenigen, die direkt bei einem Unternehmen arbeiten dessen Aktien sie jetzt kaufen.

Trotzdem Vorsicht vor überhasteten Käufen

Grundsätzlich bleibt der Tenor bestehen, dass die Börsen angezählt sind und dass der normale Anleger sich derzeit nur die Finger verbrennen kann. Gleichzeitig gibt es auch Aktien die in diesen Zeiten eine gute Performance aufweisen und solche, die wohl relativ günstig zu erstehen sind.

Welche Aktien das sind, muss jeder Investor für sich selbst entscheiden. Der Bullenmarkt macht nämlich Pause und eine größere Seitwärtsphase ist im Moment das wahrscheinlichste Szenario. Dennoch: Insider kaufen seit etwa vergangener Woche wieder eifrig ein. Das sind in der Regel Manager, die optimistisch in die Zukunft blicken.

Übliches Verkauf-/Kaufverhältnis von Insidern

Die meiste Zeit ist das Verhältnis von Insiderverkäufen zu Insiderkäufen etwa 3:1. Das bedeutet in der Regel verkaufen Manager dreimal so viele Aktien, wie sie einkaufen. Aktuell ist dieses Verhältnis aber wieder unter 2:1 angekommen und das ist für Insider ziemlich bullisch.

Ende 2008 – nach dem Höhepunkt der Schuldenkrise – war dieses extrem niedrig, circa bei 0,2. Dann noch einmal im Sommer 2011. Aktuell befinden wir uns zwar noch weiter davon entfernt, aber das Verhältnis ist derzeit so nah an einem 1:1 wie schon lange nicht mehr. Zuletzt gab es solche Werte im Sommer 2016. Das ist durchaus ein positives Zeichen. Immer mehr Manager glauben demnach, dass jetzt gute Kaufkurse locken.

Abwegig ist das auf keinen Fall. Die 11.800 im DAX scheinen vorerst zu halten. Es gibt keine drohenden wirtschaftlichen Auswirkungen, die die Kurse weiter abstürzen lassen sollten. Steigenden Zinsen in den USA – und hierzulande eventuell 2019 – werden auch keinen massiven Kurseinbruch verursachen.

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Insofern sind die zunehmenden Insiderkäufe durchaus verständlich. Allerdings sind wir auch noch nicht an dem Punkt angekommen, wo wir einen Trendwechsel in diesem Bereich erwarten können. Meistens drehen die Kurse zwischen 1,5:1 oder 1:1. Davon sind wir noch etwas entfernt. Aktuell befinden wir uns bei etwa 1,9:1.

Es könnte also ein mögliches Szenario geben, das noch den ganzen Sommer weiterläuft und sich das Verhältnis weiter an 1:1 annähert. Gleichzeitig können Indizes wie der DAX weiter seitwärts verlaufen. Letzteres ist momentan schon beinahe in Stein gemeißelt. Ja, es gibt Jahre, in denen der Sommer auch einmal positiv im DAX verläuft, doch woher soll jetzt der Impuls kommen, der uns 1.000 Punkte nach oben schießt?

Vielleicht weil wir uns wieder an die Briten annähern. Laut englischen Bekannten läuft derzeit auf BBC in Dauerschleife Propaganda gegen den Brexit. Dass wir jetzt Russland als Bösewicht Nummer 1 wieder präsentiert bekommen und sämtliche Länder die russischen Diplomaten ausweisen, spielt hier ebenfalls mit rein. Der Giftanschlag auf den Spion und dessen Tochter ist zumindest für die Öffentlichkeit noch nicht eindeutig geklärt.

Aber dennoch werden sämtliche EU-Staatshäupter nicht müde, sofort Russland als Schuldigen anzuerkennen. Früher gab es einmal so etwas wie eine Unschuldsvermutung. Noch ist nichts offiziell bewiesen und wie brechen alle Diplomatie ab und stellen uns auf die Seite der Briten. Bislang wurde der Brexit nur verschoben und dieses „Ergebnis“ aus Verhandlungen wurde medial als Erfolg gefeiert. Nachtigall ick hör dir trapsen…

Einen Impuls für den DAX könnte es nach oben geben. Aber da müsste das Spiel andersherum verlaufen. Wenn wir die Sanktionen gegen Russland aufheben und damit auch wieder der deutschen Wirtschaft einige Impulse in Form von Kunden geben. Doch offensichtlich wird hinter den Kulissen ein anderer Plan geschmiedet. Bald werden wir sehen, wohin die Reise geht.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.