Von wegen Sommerflaute: Übernahme-Volumen in Nordamerika >350 Mrd. $

Für viele Anleger war es kein guter Sommer, für Übernahme-Jäger dagegen ein heißer: Das Deal-Volumen lag in den USA bei über 350 Mrd. $. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Dass die USA das „Mutterland der Übernahmen und Fusionen sind, ist vielen von Ihnen bekannt.

In den USA jagte 2016 ein Milliarden-Deal den Nächsten. Die Konsequenz hoher Übernahme-Aktivität ist logischerweise ein sehr hohes Übernahme-Volumen.

So wundert es Sie wahrscheinlich nicht, dass im Vorjahr in vielen Branchen beim Übernahme-Volumen neue Bestwerte erreicht wurden:

Rund 4,7 Bio. Dollar betrug im Vorjahr das Übernahme-Volumen gemäß dem Übernahme-Institut Bureau van Dijk insgesamt.

Den Rekord hält das Jahr 2015 mit einem Übernahme-Volumen von 6,1 Bio. Dollar.

2017 begann insbesondere in Europa mit deutlich erhöhter Schlagzahl und hohem Übernahme-Volumen.

In Nordamerika war das Volumen im 1. Halbjahr mit 672 Mio. Dollar ebenfalls sehr hoch.

357 Mrd. Dollar für Deals

Neue Daten des M&A-Instituts Bureau van Dijk (M&A ist englisch für Übernahmen und Fusionen) zeigen, dass der Übernahme-Sommer in den USA einmal mehr sehr heiß war:

Mit 357 Mrd. Dollar in den Monaten Juni, Juli und August ist das Volumen zwar rund 10% tiefer als im Vorjahres-Zeitraum.

Doch wenn die historischen Werte betrachtet werden, kann von einer Sommerflaute keine Rede sein.

Die Anzahl der Deals bewegte sich ebenfalls auf hohem Niveau: In den vergangenen 3 Monaten wurden über 6.000 M&A-Transaktionen in Nordamerika angekündigt.

Übernahme-Aktivität dürfte weiter zunehmen

Eine der wichtigsten Einflussgröße für das Übernahme-Geschäft ist der Zins:

Je besser die Zins-Konditionen sind, desto rentabler ist eine Übernahme, da die Kosten für die Kapital-Beschaffung geringer sind.

Sie sind wahrscheinlich auch eher bereit einen Kredit aufzunehmen, wenn der Schuldzins 5% anstelle von 15% ist.

Der Zins ist im historischen Vergleich immer noch sehr niedrig.

Und daran wird sich auch nichts ändern – selbst wenn die US-Notenbanker in diesem Jahr noch einmal an der Zinsschraube drehen.

Die Deal-Lust bleibt also hoch.

Nachdem das Deal-Volumen im August um fast 1/4 anstieg, sollten die kommenden Monate ebenfalls von hoher Übernahme-Aktivität gekennzeichnet sein.

Eine Umfrage unter 445 führenden US-Managern zeigte vor Kurzem, dass 75% einen Deal zur Geschäfts-Erweiterung noch in diesem Jahr in Erwägung ziehen.

Übernahmen zu Effizienz-Verbesserung und zur Erschließung neuer Umsatz-Quellen

Der Wille zu Deals liegt nicht nur an den günstigen Zins-Konditionen und an der robusten Wirtschaftslage. Übernahmen geschehen auch oft auf Druck von Aktionären.

Viele Investoren verlangen von den Firmen, dass die Unternehmenskasse sinnvoll eingesetzt wird und die Gewinnspannen ausgeweitet werden.

Bei nicht wenigen Firmen sind allerdings ohne Deals keine weiteren Effizienz-Steigerungen mehr möglich.

Andere Betriebe, wie etwa die Pharma-Konzerne, werden zu Deals quasi gezwungen.

Um nicht hohe Umsatz-Einbußen hinnehmen zu müssen, wenn der Patentschutz eines Medikaments abläuft, sind die Pharma-Konzerne ständig auf der Suche nach neuen Medikamenten.

Damit sollen die wegfallenden Umsätze kompensiert werden.

Neue Umsatz-Quellen finden Pharma-Konzerne bei den Biotech-Unternehmen: Kündigt sich der nächste Blockbuster an, wird die entsprechende Firma kurzerhand übernommen.

Daher rollt durch die Biotech-Branche seit Jahren eine Übernahme-Welle.

Und Sie können sich sicher sein, dass der nächste Milliardendeal schon in wenigen Wochen bekanntgegeben wird…


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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