Vonovia dank Übernahmen und steigender Mietpreise weiter auf Erfolgskurs

Vonovia mit starkem 1. Halbjahr 2017: conwert-Übernahme operativ abgeschlossen – jetzt werden noch die verbliebenen Aktionäre herausgedrängt. (Foto: Martin Brockhoff / Vonovia)

Deutschlands größter Immobilien-Konzern Vonovia blickt auf ein erfolgreiches 1. Halbjahr 2017 zurück:

Dank steigender Mietpreise und der conwert-Übernahme stieg die für die Branche wichtigste Kennzahl FFO (operative Ergebnis) um 18% auf 458 Mio. €.

Um 1,7 Mrd. € legte der Wert des Immobilien-Portfolios per 30. Juni gegenüber dem Jahresende 2016 zu.

Vonovia bleibt nach den starken Zahlen für den weiteren Jahresverlauf optimistisch:

Das Unternehmen rechnet damit, dass die Vorjahres-Ergebnisse noch einmal gesteigert werden können.

Mieterhöhungen sollen dann das operative Ergebnis auf bis zu 920 Mio. € steigern. Der Wert des Immobilien-Portfolios wird voraussichtlich ebenfalls weiter zulegen.

Vonovia-Aktionäre nach 3 Jahren rund 80% im Gewinn

Die starken Halbjahres-Ergebnisse hat der Konzern nicht zuletzt dem Übernahme-Kurs der vergangenen Jahre zu verdanken.

Möglich gemacht wurden die Ergebnis-Steigerungen durch:

  • die Übernahme von Gagfah im Volumen von 3,9 Mrd. €,
  • die Übernahme der Süddeutschen Wohnen im Volumen von 1,9 Mrd. €
  • sowie die Deals mit Franconia, Dewag und Vitus.

Bei den jetzt vorgelegten starken Zahlen wurde der Einfluss der 2,7 Mrd. € schweren conwert-Übernahme aus dem Vorjahr sichtbar.

Der Erfolg von Vonovia ist aber nicht nur mit einem Blick in die Bücher auszumachen, auch die Aktie legte in den vergangenen 3 Jahren kräftig zu:

Wer sich im August 2014 Vonovia-Aktien ins Depot holte, hat inklusive der Dividenden fast genau 80% Gewinn erzielt.

Niederlage Deutsche Wohnen: Nicht jede Übernahme war ein Erfolg

Der Vonovia-Übernahme-Kurs war allerdings nicht nur von Erfolgen begleitet:

2015 wagte das Management einen feindlichen Vorstoß auf den Branchen-Zweiten Deutsche Wohnen.

Der Konkurrent wollte sich mit der ebenfalls zur Spitzengruppe zählenden LEG Immobilien zusammenschließen.

Vonovia wiederum wollte mit dem Vorstoß die Schaffung eines stärkeren Rivalen verhindern.

Der Plan ging auf – wenngleich nur teilweise:

Zwar musste das Deutsche-Wohnen-Management den Übernahme-Plan LEG abblasen, doch eine feindliche Übernahme durch die Vonovia konnte verhindert werden.

Nach dem Deal-Aus hieß es immer wieder, dass die beiden Gesellschaften es noch einmal freundlich versuchten könnten, doch es blieb bei Gerüchten.

Zuletzt zeigte sich Konkurrent Deutsche Wohnen für einen Deal zwar offener, doch Vonovia-Chef Rolf Buch sagte vor wenigen Monaten, dass er im Moment andere Pläne habe.

Integration des conwert-Portfolios abgeschlossen – Nächster Schritt: Herausdrängen der Aktionäre

2017 setzt Vonovia auf Neubau und Modernisierungen.

730 Mio. € hat die Firma dafür bereitgestellt, und nach 6 Monaten sind bereits 98% des Investitions-Volumens verbaut oder beauftragt.

Die Integration des conwert-Portfolios wurde im 1. Halbjahr ebenfalls abgeschlossen.

Als nächsten Schritt plant der Immobilien-Konzern das Herausdrängen der conwert-Minderheits-Aktionäre.

Vonovia bietet 17,08 € je conwert-Aktie – und damit knapp 1 € mehr als bei der Bar-Offerte im Vorjahr.

Der Preis stützt sich auf ein Wertgutachten, dass vor wenigen Tagen vom gerichtlich bestellten Vertreter als angemessen abgesegnet wurde.

Damit steht dem Ausschluss der verbliebenen Aktionäre auf der außerordentlichen Hauptversammlung am 29. August nichts mehr im Wege.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.