Vonovia erntet die Früchte des Übernahme-Kurses

Deutschlands größter Immobilien-Konzern Vonovia blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück:

Um über 1/4 legte der Wert des Immobilien-Portfolios zu. Die für die Branche wichtige Kennzahl Funds From Operations (FFO) stieg ebenfalls um rund 1/4.

Vonovia bleibt auch für 2017 optimistisch: Das Unternehmen rechnet damit, dass die Vorjahres-Ergebnisse noch einmal gesteigert werden können.

Mieterhöhungen sollen dann die FFO weiter steigen lassen. Den Aktionären wurde zudem eine höhere Dividende in Aussicht gestellt.

Vonovia-Investition nach 3 Jahren rund 90% im Gewinn

Die starken Ergebnisse hat der Konzern nicht zuletzt dem Übernahme-Kurs der Jahre 2014 und 2015 zu verdanken:

Die Übernahme von Gagfah im Volumen von 3,9 Mrd. €, die Übernahme der Süddeutschen Wohnen im Volumen von 1,9 Mrd. € sowie die Deals mit Franconia, Dewag und Vitus machten die Ergebnis-Steigerungen möglich.

Der Erfolg des Unternehmens ist aber nicht nur anhand der Zahlen sichtbar – auch die Aktie legte in den vergangenen 3 Jahren kräftig zu:

Wer im März 2014 bei Vonovia einstieg, hat inklusive der Dividenden 90% Gewinn erzielt.

Niederlage Deutsche Wohnen: Nicht jede Übernahme war ein Erfolg

Der Vonovia-Übernahme-Kurs war allerdings nicht nur von Erfolgen begleitet: 2015 wagte das Management einen feindlichen Vorstoß auf den Branchen-Zweiten Deutsche Wohnen.

Der Konkurrent wollte sich mit der ebenfalls zur Spitzengruppe zählenden LEG Immobilien zusammenschließen und Vonovia wollte mit dem Vorstoß die Schaffung eines stärkeren Rivalen verhindern.

Der Plan ging auf – wenngleich nur teilweise:

Zwar musste das Deutsche Wohnen-Management den Übernahme-Plan LEG abblasen, doch eine feindliche Übernahme durch die Vonovia konnte verhindert werden.

Ausblick 2017: 830 – 850 Mio. € FFO + Conwert-Beitrag

Nach dem Deal-Aus hieß es immer wieder, dass die beiden Gesellschaften es noch einmal freundlich versuchten könnten, doch es blieb bei Gerüchten.

Vonovia setzte stattdessen auf Expansion an anderer Stelle:

Für 2,7 Mrd. € kaufte der Branchen-Primus das österreichische Immobilien-Unternehmen Conwert. Wie lohnend der Zukauf war, wird sich noch zeigen müssen.

Vonovia kündigte an, dass in der starken Ergebnis-Prognose 2017 der Conwert-Zukauf noch nicht berücksichtigt sei.

Immobilien-Preise zwar deutlich gestiegen – doch der Markt ist immer noch gesund

Aktuell sieht es nicht danach aus, als wenn die Vonovia weiter am Übernahme-Rad drehen wolle.

Mit Blick auf die Preise scheint der Konzern zunächst auf Wert- und Ertrags-Steigerung mit dem Immobilien-Bestand bzw. neuen Projekten zu kalkulieren.

Einen neuen Vorstoß zur Übernahme der Deutschen Wohnen erteilte Unternehmens-Chef Rolf Buch eine Absage.

Doch auch wenn der Marktführer 2017 voraussichtlich keine Firmen-Übernahmen tätigen wird, dürfte sich in der Branche das Übernahme-Karussell weiter drehen.

Neue Käufer aus dem Ausland und die Erwartung weiter steigender Mietpreise treffen auf ein Niedrigzins-Umfeld – das sorgt für gute Bedingungen am Immobilien-Übernahme-Markt.

7. März 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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