Vor- und Nachteile von Wasserstoff und eine aktuelle Meldung

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Erfahren Sie heute, was die Vor- und Nachteile von Wasserstoff sind und lesen Sie eine aktuelle Meldung, die einen deutschen Autozulieferer betrifft. (Foto: metamorworks / shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen hier im Schlussgong darüber berichtet, wie Wasserstoff gewonnen und wo Wasserstoff eingesetzt wird. Heute möchte ich Ihnen einen Überblick über die Vor- und Nachteile von Wasserstoff geben und auf aktuelle Projekte blicken.

Vorteile von Wasserstoff

Auf einige Vorteile bin ich gestern schon eingegangen. Hier weitere Vorteile: Wasserstoff ist im Vergleich zu herkömmlichen fossilen Energieträgern, wie z.B. Holz, Kohle, Benzin und Heizöl, sehr effektiv nutzbar. So enthält 1 kg Wasserstoff soviel Energie wie 2,8 kg Benzin.

Wasserstoff kann in jedem Land der Erde hergestellt werden. Auch Länder, die über keine oder nur wenige fossilen Energiequellen verfügen, können sich selbst mit Energie aus Wasserstoff versorgen, ohne auf ausländische Energieversorger angewiesen zu sein. Dadurch kann die Macht bzw. die Abhängigkeit von internationalen Energiekartellen, wie z.B. die der OPEC-Staaten, deutlich reduziert oder sogar ausgelöscht werden.

Mit Hilfe von Wasserstoff kann überschüssige Energie, wie sie saisonal im Bereich der Wind- und Solarenergie anfällt, effektiv gespeichert und auch leicht transportiert werden. Hierfür wird der überschüssige Wind- oder Solar-Strom zur Abtrennung/Herstellung von Wasserstoff genutzt. Verwandelt in Wasserstoff wird Strom aus erneuerbaren Energien transportabel und zeitversetzt nutzbar gemacht.

Im Bereich der Elektromobilität sind wasserstoffbetriebene Fahrzeuge aufgrund ihrer enormen Reichweitenvorteile (mit einer Tankfüllung sind Reichweiten von bis zu 800 km möglich) gegenüber batteriebetriebenen Fahrzeugen deutlich im Vorteil.

Ein weiterer Pluspunkt: Bei großen Reichweiten sind Brennstoffzellenfahrzeuge klimafreundlicher als Batteriefahrzeuge. Dies ergab eine aktuelle Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme. Ein weiterer Vorteil ist die deutlich geringere Wartezeit beim Tanken im Vergleich zu Batterie-Autos.

Nachteile von Wasserstoff als Energieträger

Ein gravierender Nachteil des Wasserstoffs gegenüber anderen Energieträgern sind die hohen Produktionskosten. Insbesondere im Elektrolyseverfahren ist der Energieaufwand bei der Wasserstoffproduktion hoch.

Auch das in den Brennstoffzellen als Katalysator eingesetzte Platin ist sehr teuer. An preiswerteren Alternativen zum kostspieligen Edelmetall wird aktuell aber geforscht. Da bei der Herstellung von Wasserstoff sehr viel Strom benötigt wird, entstehen, je nach Produktion des verwendeten Stroms, auch Emissionen.

Dieser Nachteil kann jedoch vermieden werden, wenn für die Stromherstellung regenerative Energiequellen genutzt werden. Auch beim Transport von Wasserstoff fallen Energiekosten an. Für den Transport muss der gasförmige Wasserstoff entweder unter Druck gesetzt oder verflüssigt werden.

Flüssiger Wasserstoff hat 99,9% weniger Volumen als das Gas. Flüssig wird Wasserstoff allerdings erst bei minus 253 Grad Celsius. Dabei benötigt die Kühlung deutlich mehr Energie als die Kompression. Ein weiterer Nachteil: Die Energieeffizienz von Brennstoffzellen in Autos fällt (noch) deutlich schlechter aus, als die von batteriebetriebenen Fahrzeugen.

Aktuelle Meldung: Schaeffler tritt Wasserstoff-Initiative bei

Immer mehr Unternehmen engagieren sich im Bereich Wasserstoff bzw. in der Brennstoffzellen-Technologie. Ganz aktuell wurde in dieser Woche gemeldet, dass der deutsche Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler Mitglied in der internationalen Wasserstoff-Interessensgemeinschaft Hydrogen Council wird.

Damit verstärkt das Unternehmen sein Engagement im Bereich Wasserstoff und Brennstoffzelle. Der Beitritt zum Hydrogen Council ermöglicht uns, die Wasserstofftechnologien gemeinsam mit starken Partnern weiter voranzubringen und global zu etablieren, sagt Schaeffler-Chef Klaus Rosenfeld.

Die Initiative Hydrogen Council mit Sitz in Belgien besteht aktuell aus 81 (Tendenz steigend) führenden Unternehmen aus den Bereichen Energie, Verkehr und Industrie. Mehr zu diesem spannenden Thema erfahren Sie demnächst hier im Schlussgong. Konkrete Aktien-Empfehlungen zu diesem Thema erhalten Sie wie gestern schon geschrieben in meinen Börsendiensten.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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