Vorbereitung auf den nächsten Knall?

Gestern schob sich der DAX 3 % nach oben. Der französische CAC40 sogar noch mehr. Heute ist wieder ein bisschen Ruhe in den ausnahmsweise einmal hektischen Markt eingekehrt.

DAX bereits im Rückwärtsgang?

Heute früh notierte der DAX kurzfristig bei 12.519 Punkten. Bis zum Mittag fielen die Kurse unter 12.440. Die kommenden Tage werden zeigen, wie nachhaltig der gestrige Ausbruch war.

Im Vergleich zum DAX hält sich der CAC40 noch stabiler. Auch hier ist heute wenig Bewegung drin, aber die Kurse stagnieren zumindest auf Vortages-Niveau.

Im unteren Chart sehen Sie die DAX seit dem „Ende“ der Schuldenkrise. Gelöst ist das Thema noch immer nicht, aber die Aktienkurse steigen wenigstens seitdem wieder recht konstant.

Eingezeichnet in Grün sehen Sie die 200-Tage-Linie. Aktuell sind wir davon wieder einmal recht weiter entfernt.

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Üblicherweise wirkt diese Linie eine gewisse Anziehungskraft auf die Kurse aus. Früher oder später treffen sich die beiden immer wieder.

Im Chart sehen Sie den lupenreinen Boom seit Ende 2012, der erst Mitte 2014 die Durchschnitts-Linie durchbrach.

Mit etwas Optimismus könnten Anleger sicherlich Parallelen zur aktuellen Lage im Chart finden.

Doch leider haben wir gerade keine Krise hinter uns. Die Gründe, warum der DAX jetzt noch einmal über 2 Jahre nördlich der grünen Linien verlaufen sollte, sind rar.

Am meisten konnten sich übrigens die Commerzbank und die Deutsche Bank über das Ergebnis aus Frankreich freuen:

Jeweils knapp 12 – 13 % im Plus im Vergleich zur Vorwoche schreien nach Euro-Fortbestand und Stabilisierung.

Genau das Gegenteil findet derzeit bei der Continental AG statt:

Heute gab es ein Minus von knapp 3%. Damit wurde hier bereits die Kurslücke zur Vorwoche geschlossen. Das hat aktuell Seltenheitswert und Sie sollten es als Anleger im Auge behalten.

Gold bleibt stark

Natürlich hat Gold seit gestern an Wert verloren. Wenn die Aktienkurse derart in die Höhe schnellen, gibt es keinen Grund auf Sicherheit zu setzen.

Doch was sehr beeindruckend ist: Gold fällt weniger als erwartet. Und das dürfen Sie ruhig als Zeichen ansehen, dass der euphorische Ausbruch nach der Wahl in Frankreich auf wackeligen Beinen steht.

Gold ist noch immer über der Abwärts-Trendlinie aus Mitte 2016. Die Kurse bleiben aktuell noch darüber und das ist definitiv ein Zeichen von Stärke für den Goldpreis.

Dass der Kurs seit Freitag nur um 20 US-Dollar nachgegeben hat, ist fast schon ein kleines Wunder.

Sollte Gold in den kommenden Tagen unter 1.250 US-Dollar pro Unze notieren, hätten die Bullen des Aktienmarktes vermutlich gewonnen.

Erst dann würde sich das Blatt wenden. Achten Sie auf den DAX und gleichzeitig auf Gold!

Covered Call: die gedeckte Kaufoption

Bei dieser Options-Strategie werden mehrere Wertpapiere in Kombination mit Optionen gehandelt.

Hierbei kaufen Sie als Spekulant einen Basiswert – das kann eine Aktie, ein Index oder sogar ein Indikator für Volatilität sein.

Entscheidend ist, dass Sie gleichzeitig eine Call-Option auf denselben Basiswert verkaufen. Somit ist quasi die offene Position ausgeglichen bzw. gedeckt.

Verdient wird bei dieser Strategie nur durch den Optionen-Verkauf.

Damit die Idee profitabel ist, muss der Basiswert beim Ausübungs-Datum über dem Preis der Kaufoption liegen – von der wiederum noch der Wert zum Zeitpunkt des Verkaufs abgezogen wird.

Letztlich können Sie eine solche Strategie umsetzen, wenn Sie denken, dass die Kurse des Basiswert zum Ende der Laufzeit auf dem aktuellen Niveau liegen.

Ist der Kurs minimal gestiegen oder gefallen, erwirtschaften Sie damit trotzdem einen Gewinn.

25. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.

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