Vorsicht bei diesem Dauerbrenner

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Die Aktie von Danone gilt als solide. Doch das Geschäft gibt aktuell kaum Fantasie her. Weswegen Aktionäre besser auf die Konkurrenz schielen sollten. (Foto: 4kclips / shutterstock.com)

Gerade erst haben wir unseren Daumen für Nestlé gehoben. Der Konzern hat sich selbst umgebaut und davon versprechen wir uns auch in den nächsten Quartalen einiges. Doch wie sieht es eigentlich bei der Konkurrenz aus? Schließlich gilt auch für Danone, dass gegessen und getrunken immer wird. Wir haben die Aktie für Sie unter die Lupe genommen und finden ein klares Urteil.

Danone ist nach Nestlé und Unilever der drittgrößte Nahrungsmittelproduzent Europas und weltweit die Nummer 1 bei Frischmilchprodukten sowie die Nummer 2 im Bereich Mineralwasser (Evian, Volvic). Randaktivitäten wie Saucen, Gewürze und die Gebäck-Sparte wurden verkauft. Dagegen wird das Geschäft mit Babynahrung ausgebaut.

China macht Danone Sorgen

Danone hat die ersten 9 Monate aufgrund eines sehr schwachen 3. Quartals mit einem Umsatz leicht unter Vorjahresniveau abgeschlossen. Verantwortlich war eine enttäuschende Entwicklung der Sparte EDP International, in der das internationale Geschäft mit Molkereiprodukten gebündelt ist. Aber auch in der Wasser- Sparte ging der Umsatz trotz des schönen Wetters im Sommer zurück. Zweistellig gewachsen ist dagegen das nordamerikanische Molkereigeschäft (EDP Noram), getrieben von der White-Wave-Übernahme. Die Sparte Babynahrung (Nutrition) ist ebenfalls gewachsen, aber nur um 1,2%. Im 3. Quartal ging der Umsatz sogar um 6,2% zurück.

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Besonders schwach war die Nachfrage in China. Dort brach der Absatz um 20% ein, nachdem er im Jahr zuvor noch um 50% nach oben geschossen war. Zum einen gehen die Geburtenraten in China wieder zurück, zum anderen hatten die Händler im Vorjahr ihre Lager gefüllt, weil die chinesische Regierung strengere Kontrollen im grenzüberschreitenden Online-Handel angekündigt hatte. Weitere Belastungsfaktoren waren ein Boykott von Danone- Produkten in Marokko sowie der Währungsverfall in Argentinien und Brasilien. Die Jahresprognose eines zweistelligen Gewinnwachstums auf bereinigter Basis hat Danone bestätigt. Den tatsächlichen Gewinn schätzen wir auf 2,26 Mrd €.

Wie wir über die Aktie denken

Mittelfristig will Danone in den Bereich Functional Food einsteigen und das Nutrition-Geschäft ausbauen. Geplant ist die Übernahme der Lipetsk Progress, des größten russischen Herstellers von Babynahrung mit einem Umsatz von 270 Mio €. Angesichts der angemessenen Bewertung sehen wir nach oben wenig Potenzial. Auch baut sich Danone nicht so sehr um, wie die Konkurrenz von Nestlé. Hinzu kommt das schwächere Geschäft auf dem Milliarden-Markt China. Danone ist keine schlechte Aktie, aber Musik ist hier nicht drin. Kein klarer Kauf!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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