Vorsicht bei diesen ETFs

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ETFs haben sich für Anleger zu einer Art Allzweckwaffe entwickelt. Bei manchen ETFs sollten Sie allerdings vorsichtig sein. (Foto: Imilian / Shutterstock.com)

Die Exchange Trade Funds (ETFs) haben in den vergangenen Jahren einen eindrucksvollen Siegeszug gefeiert. Hier finden Sie als Anleger mittlerweile ein sehr breites Angebot vor. Bei manchen Produkten ist allerdings Vorsicht geboten. Ich möchte Ihnen heute erläutern, warum Sie bei gehebelten ETFs oder auch bei Short-ETFs vorsichtig sein sollten.

ETFs sind oft die bessere Wahl

Aktiv gemanagte Investmentfonds sind meist sehr teuer. Denn das Management will gut bezahlt werden. Und eben wegen der relativ hohen Gebühren schaffen es die meisten Fondsmanager nicht, ihren Vergleichsindex, die sogenannte Benchmark, zu erreichen oder gar zu schlagen. Was also liegt näher, sich die hohen Kosten zu sparen und stattdessen direkt in einen Index zu investieren.

Diese Möglichkeit bieten ETFs. Wie aktiv gemanagte Fonds gelten Sie als Sondervermögen, sind also im Falle einer Bankenpleite geschützt. ETFs bilden einen Index exakt nach und sind deshalb wesentlich kostengünstiger als aktive Fonds. Mit einem ETF haben Sie als Anleger die Gewissheit, dass Sie die Performance des Index bekommen. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.

Genau deshalb sind ETFs für viele Anleger die bessere Wahl. Das ist auch ein Grund für den Siegeszug, den die börsengehandelten Fonds in den vergangenen Jahren feierten. Zur Jahrtausendwende waren weltweit erst 100 Mrd. Dollar in ETFs investiert. Bis 2018 ist das Volumen auf rund 3,9 Bio. Dollar um rund 3.800% gestiegen.

Short-ETFs und gehebelte Produkte haben einen Haken, den Sie kennen sollten

Das Angebot ist mittlerweile gigantisch. Beispielsweise lassen sich auch verschiedene Investmentstrategien mit ETFs nachvollziehen. Und es ist auch möglich, gehebelt zu investieren oder auf fallende Kurse zu setzen. Allerdings haben diese Instrumente einen Haken.

Mit Short-ETFs können Sie von fallenden Kursen profitieren. Verliert der DAX 5%, gewinnt ein Short-ETF auf den DAX 5%. Dies gilt allerdings immer nur für einen Handelstag. Denn damit diese Fonds die exakte inverse Performance des Tages liefern können, müssen sie täglich neu gewichtet werden (Rebalancing).

Beispiel: Ein Index, der bei 100 Punkten steht, fällt am ersten Tag um 10% auf 90 Zähler. Der Short-ETF steigt also um 10% auf 110 Punkte. Steigt der Index am Folgetag wieder auf 100 Zähler (+11,11%), fällt der Short-ETF aber nicht wieder auf den Startwert zurück, sondern er fällt um 11,11% auf 97,78 Punkte. Deshalb eignen sich solche Instrumente allenfalls für sehr kurzfristige Zeiträume. Läuft der Index unter Schwankungen seitwärts, bewegt sich der Short-ETF wegen der täglichen Anpassung tendenziell gen Süden.

Bei gehebelten ETFs ist die Vorgehensweise genau die gleiche. Welche Folgen das haben kann, möchte ich Ihnen an einem aktuellen Beispiel des S&P 500 zeigen. Der US-Index hat den Corona-Crash längst aufgeholt und liegt auf Jahressicht 13% vorn. Der mit 3 gehebelte ETF hat im gleichen Zeitraum jedoch nicht etwa rund 40% zugelegt, sondern notiert wegen des starken Rückschlags im Frühjahr gerade einmal knapp 2% im Plus.

Vorsicht bei Short-ETFs und gehebelten Produkten

Ich hoffe, ich konnte Ihnen die Vorgehensweise einigermaßen verständlich erläutern. Diese Berechnungsweise, die übrigens auch bei Faktor-Zertifikaten angewendet wird, sollten Sie auf jeden Fall immer im Hinterkopf haben, wenn Sie darüber nachdenken, in solche Papiere zu investieren.

Short-ETFs eignen sich also allenfalls für kurzfristige Engagements, nicht für einen Zeitraum von mehreren Monaten. Dasselbe gilt auch für gehebelte ETFs. Grundsätzlich sind ETFs jedoch eine sehr gute und kostengünstige Möglichkeit, um – beispielsweise auch über einen Sparplan – langfristig Vermögen aufzubauen.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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