Vorsorge ganz einfach: Auszahlpläne statt noch mehr Rentenzahlung

Auszahlpläne von privaten Anbietern bringen dauerhaft mehr „Rente“ als etwa Rentenversicherungen.

Dies ist das Ergebnis einer Studie der Verbraucherzentrale Baden-Württembergs. Auch für Ihre Langfristvorsorge würde daher gelten, dass Sie Alternativen zu den Standardangeboten suchen können.

Grundlage für die Untersuchung waren die Verträge von Banken und Sparkassen, die zusätzlich abkassieren, wenn sie Rentenversicherungsverträge vermitteln.

Versicherungen bieten Verträge an

Anbieter dieser Versicherungsverträge sind dann die Versicherungskonzerne selbst. Diese Rentenversicherungen bringen derzeit auf das so genannte Deckungskapital einen Garantiezins in Höhe von 1,75%. Der Garantiezins bezieht sich auf die Verträge, die in diesem Jahr abgeschlossen werden. Nur:

Versicherungen werden argumentieren, dass Sie darüber hinaus mit Beteiligungen auch an den Überschüssen der Gesellschaften partizipieren werden. Dies ist richtig, ändert an der grundsätzlichen Aussage allerdings wenig.

Die Überschussbeteiligungen werden nach den vorliegenden Studien dazu sinken. Weniger als 4% jährlich müssen Versicherte nunmehr einkalkulieren.

Achtung: Selbst diese vorsichtige Schätzung kann noch zu hoch sein. Sinken die Zinsen an den Märkten weiter, wird es für Versicherungen immer schwieriger, genügend Geld zu verdienen. Die Überschussbeteiligungen sind eine variable Leistung der Konzerne.

Keine Kritik: Abschlussgebühren

Nicht zutreffend ist die Kritik an Versicherungskonzernen, wenn es um die Abschlussgebühren der Verträge und deren fehlende Verrechnung bei den Renditen geht. Provisionen zahlen Investoren auch an den Börsen – bei Fonds in Form von Ausgabeaufschlägen, Transkationskosten und so fort. Nur:

Die Gesamtbelastung bei Versicherungen ist recht hoch: zwischen 25% und 30% des eingezahlten Kapitals, wenn Sie Vertriebskosten und eine Todesfallversicherung bezahlen. Eine Alternative zu dieser Form der Rente sind aber Auszahlpläne.

  • Verbraucherschützer haben sich vor allem die Auszahlpläne von Bausparkassen angesehen. Diese sind vergleichsweise hoch, wenn es etwa um 30 Jahre Auszahlungen zu festen Konditionen geht: 4,25%.
  • Nur: auch dies ist zu wenig, sollte Geld wertlos werden. Dann sind diese Verträge im schlechtesten Fall nahezu wertlos.
  • Besser sind Auszahlpläne, die Sie sich selbst verordnen. Schließen Sie (Einzahl-)sparpläne auf Fonds ab und beenden Sie die Einzahlungsphase faktisch, wann immer Sie wollen. Dann können Sie mit Auszahlungen beginnen. Entweder automatisiert oder in Form von eigenen Auszahlplänen. So können Sie beispielsweise monatlich zu festen Zeitpunkten einen bestimmten Anteil an Fonds verkaufen.

Diese Variante wird, wenn Sie in die „richtigen“ Fonds investieren, mehr Rendite und Rente bringen. So können Sie bei Aktien weiterhin mit 8% jährlich rechnen. Eine besondere Empfehlung aktuell: Mischfonds wie etwa von Carmignac.

Diese haben künftig beste Aussichten, erneut 7% bis 8% zu schaffen, weil sie in unsicheren Phasen einfacher hin- und herschalten können.

3. Januar 2012

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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