Vorsorge-Profis am Scheideweg

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Altersvorsorge ist ein emotionales Thema. Vertriebe machen sich das zu Nutze. Wie die Aktie von MLP aussieht. (Foto: Khongtham/ shutterstock.com)

Akademiker sind eine beliebte Zielgruppe. Das dachten sich wohl auch die Gründer von MLP. Wer viel verdient und spät ins Berufsleben einsteigt, hat einen großen Bedarf an Absicherung und Vorsorge. Für MLP-Berater sind Akademiker ohne bestehende Versicherungen und Vorsorgeprodukte der Jackpot. Doch längst geht es bei Finanzvertrieben nicht mehr so zu, wie noch vor einigen Jahren.

Wie sich MLP in Zeiten von Regulierung und Niedrigzins schlägt, erfahren Sie in unserer Analyse. Doch zunächst zum Unternehmen: MLP (Marschollek, Lautenschläger & Partner) ist ein führender europäischer Anbieter im Bereich Private Finance für Akademiker. Zu den Kunden gehören Führungskräfte aus Wirtschaft und Technik, Ingenieure, IT-Spezialisten, Freiberufler und Selbstständige, Juristen, Mediziner und Pharmazeuten. Geschäftsstellen befinden sich an fast allen Hochschulstandorten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und der Niederlande.

Gute Zahlen, hohe Kosten

MLP muss viel investieren, um wachsen zu können. Allerdings zeigen die Maßnahmen der vergangenen Jahre Wirkung. Die Kundenbasis hat sich vergrößert. Auch die Zahl der Berater konnte wieder gesteigert werden. In der Vergangenheit hatte MLP große Probleme, genügend Mitarbeiter zu finden. Vor allem die Zahl der Hochschulteams, die lukrative Kunden früh an das Unternehmen binden sollen, stieg im 1. Halbjahr um 13% auf 87.

In diesem Jahr werden insgesamt 8 Mio € in die Entwicklung der Hochschulstandorte gesteckt. Infolge der Maßnahmen zum Ausbau des Geschäfts stieg der Umsatz im 1. Halbjahr um 6% auf 329 Mio €. Starke Zuwächse verzeichnete die Altersvorsorge mit einem Anstieg des Umsatzes um 10%. Die Beitragssumme stieg in der Altersvorsorge sogar um 11,8% an. Auch die Vermögensverwaltung war erfolgreich und meldete mit 37 Mrd € das höchste betreute Vermögen der Unternehmensgeschichte.

Gleichzeitig machten sich jedoch die hohen Kosten bemerkbar. Der Gewinn sank um 8,2% auf 9 Mio €. Im 2. Quartal fiel sogar ein kleiner Verlust an. Die Umsatzrendite liegt mit nur 2,7% weit unter dem Branchendurchschnitt. Erfreulich waren die hohen Mittelzuflüsse. Der Cashflow konnte auf 129 Mio € mehr als verdoppelt werden. Damit steht MLP genug Geld für weitere Investitionen zur Verfügung.

Dividende überzeugt – Aktie so lala

Das Unternehmen ist solide finanziert und kann Investitionen aus eigener Kraft stemmen. Das Geschäftswachstum ist vielversprechend. Jetzt muss es MLP gelingen, die Kosten im Griff zu behalten. Zwar ist die Dividendenrendite von 4,1% vielversprechend doch zwingt uns die Lage des Unternehmens zum Abwarten. Es gibt bessere Alternativen für Sie!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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