Vorstandschef der Deutschen Bank warnt vor Turbulenzen

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Es kommt sehr selten vor, dass Bankvorstände vor Turbulenzen an den Börsen warnen. In diesem Jahr war dies aber der Fall. (Foto: Vytautas Kielaitis / Shutterstock.com)

In der vergangenen Woche war es soweit. Erneut konnte ein US-Unternehmen an der Wall Street die Billionen-Schwelle bei der Marktkapitalisierung überschreiten. Und zwar Alphabet, die Muttergesellschaft der Suchmaschine „Google“ bringt erstmals ein Börsengewicht von mehr als 1.000 Milliarden Dollar auf die Bewertungswaage. Krass, aber wahr. Im Januar 2020 ist auf den ersten Blick immer noch kein abruptes Ende der irrationalen Übertreibung am Aktienmarkt in Sicht. Die Spekulationsblase, insbesondere bei den überbewerteten US-High-Tech-Konzernen, bläst sich weiter gigantisch auf.

Deutsche-Bank-Chef Sewing warnt vor Turbulenzen

In diesem extrem euphorischen Umfeld ist es nun ausgerechnet der Vorstandschef der größten Bank in deutschen Landen, Herr Sewing, der Wasser in den Bullen-Wein gießt. Anlässlich des Neujahresempfangs der Deutschen Bank in Berlin sagte der Vorstandschef, dass in diesem Jahr Turbulenzen an den Märkten sehr wahrscheinlich seien.

Anleger, Unternehmen und Banken sollten Herrn Sewing zufolge auf mögliche Schwankungen vorbereitet sein. Naja, böse Zungen mögen nun anmerken, dass die Aktionäre der Deutschen Bank in den letzten Jahren die „Turbulenzen“, ja die Enteignung schon hinter sich gebracht haben. Hätte Herr Sewing sich schon besser damals mit uns ins Boot der Warner gesetzt!

Gründe für die Turbulenzen

Wie auch immer, spannend ist auch, welche Gründe für die anstehenden Turbulenzen Herr Sewing nennt. Er verwies in dem Kontext besonders auf die Unsicherheiten in der Weltpolitik, etwa durch den bevorstehenden Brexit, die Situation im Nahen Osten, den Handelskonflikt zwischen Peking und Washington sowie die diesjährige Präsidentschaftswahl in den USA. Interessant ist auch, dass Herr Sewing nicht auf die inzwischen erreichte exorbitant hohe Bewertung der Aktienmärkte, insbesondere des US-Markts, hinwies.

Ja, liebe Leser, die in Relation zur Realwirtschaft übertrieben hohe Bewertung an den Aktienmärkten scheint wie der rosarote Elefant im Raum zu sein, den leider niemand sehen will. Wir haben hier ja schon oft darauf hingewiesen, dass die Bewertung insbesondere am US-Aktienmarkt im historischen Vergleich alles andere als günstig ist. Das Chance-Risiko-Verhältnis ist denkbar schlecht. Ähnlich schlecht wie zur Jahrtausendwende.

Leider wissen wir nicht, wo das Ende der Fahnenstange sein wird. Wir sind uns aber sehr sicher, dass wir uns aktuell ganz in der Nähe eines historischen Allzeithochs befinden. Nachhaltig sind diese Mond-Bewertungen sicherlich nicht. Anders formuliert, der nächste Bärenmarkt steht vor der Tür. Und der wird – da sind wir uns auch extrem sicher – nach dem extremem Bullenmarkt der letzten Jahre ungewöhnlich heftig ausfallen. Stellen Sie sich darauf ein!

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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

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