Vorwurf von Insiderhandel belastet Daimler

Wie bekannt wurde erhebt die französische Staatsanwaltschaft jetzt erneut Vorwürfe gegen Daimler wegen illegalem Insiderhandel mit EADS-Aktien. (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

Daimler soll in Frankreich wegen des Verdachts auf Insiderhandel angeklagt werden. So berichteten es heute verschiedene journalistische Quellen.

Dabei geht es um den Handel mit EADS-Aktien, obgleich dieser schon einige Zeit zurückliegt. Bereits Anfang 2011 wurde bekannt, dass ein offizielles Ermittlungsverfahren begonnen hatte.

Dabei ging es um den Verdacht, dass Daimler über geheime Informationen im Hinblick auf den europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS verfügt haben könnte.

Daimler: Aktie von EADS könnte zum Verhängnis werden

Daimler hatte nämlich 2006 eine große Menge an Anteilen dieses Unternehmens abgestoßen. Kurz darauf wurden die internen Lieferschwierigkeiten beim neuen Airbus-Modell bekannt und die Aktie sank rapide im Kurs.

Sollte Daimler bereits vor dem Verkauf von diesen Schwierigkeiten gewusst haben, könnte es sich um illegale Insiderinformationen gehandelt haben.

Dafür entscheidend ist unter anderem auch, wie Daimler an etwaige Informationen gelangen konnte. So kann schnell der Verdacht entstehen, Daimler hätte unlautere Kontakte zu EADS-Mitarbeitern unterhalten, die eventuell sogar interne Informationen zum Kauf oder Tausch angeboten haben könnten.

Vorwürfe von 2011 wieder aufgerollt

Die ersten Verdachtsmomente konnten damals ausgeräumt werden. Daimler versicherte glaubwürdig, dass sie den Aktienverkauf schon von langer Hand geplant hatten.

Die französische Börsenaufsicht sprach sogar alle Betroffenen vom Vorwurf des Handels mit illegalen Insiderinformationen frei.

Dementsprechend kommt es nun gegen Jahresende natürlich überraschend, dass die Vorwürfe wieder zurück auf dem Tisch sind und auch noch gleich mit einer Anklage untermauert werden sollen.

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Doch nicht nur Daimler selbst wird damit von der französischen Staatsanwaltschaft aufs Korn genommen.

Auch ein weiterer ehemaliger EADS-Großaktionär gerät jetzt ins Visier der Justiz: der französische Medienkonzern Lagardère. Lagardère hatte ebenfalls große Mengen an EADS-Anteilen besessen und sie genau wie Daimler relativ kurz vor dem Kursabsturz der Aktie verkauft. Der Verdacht ist also hierbei genau der gleiche.

Daimler Aktie: 2013 war ein erfolgreiches Jahr für den Autobauer

Es bleibt abzuwarten wie sich die Neuigkeit vom wiederaufgerollten Prozess auf die Daimler Aktie auswirken wird und ob überhaupt. Denn eigentlich sieht ansonsten alles sehr solide beim deutschen Autobauer aus.

Schon im diesjährigen November konnten die Verkaufszahlen vom Vorjahr nicht nur erreicht, sondern noch um fast 11 Prozent gesteigert werden. Zusammen mit SMART waren 2013 nach elf Monaten insgesamt 1,42 Millionen verkaufte Wagen gezählt worden.

Auch in China scheinen sich die mittel- bis langfristigen Pläne zur Gewinnerhöhung langsam zu entfalten.

Zwar liegen auf dem dortigen Markt immer noch BMW und Audi ganz vorne, aber Daimler hat es vor allem durch Kompakt- und Kleinwagenserien geschafft, ordentlich aufzuholen.

Daimler

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.