Vossloh: Von Turnaround keine Spur

Für Vossloh ist 2018 ein Übergangsjahr. 2019 vermutlich auch. Damit dürfte die Aktie in ihrem langjährigen Abwärtstrend verharren. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Dem Bahninfrastrukturanbieter Vossloh ist der Start in das neue Jahr gehörig misslungen. Wie aus dem Quartalsbericht zum ersten Quartal 2018 hervorgeht sind die Umsätze um 9,1 % auf 178,3 Millionen Euro zurückgegangen. Zeitgleich brach das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 83,3 % auf nur noch 1,3 Millionen Euro ein. Im Vorjahr wurden von dem Unternehmen noch ein Betriebsergebnis von 9,6 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Marge betrug damit nur noch 0,9 %.

Als Gründe für die schwache Geschäftsentwicklung wurden umsatzbedingt geringere Ergebnisbeiträge aus China sowie Sondereffekte genannt. Dies ist zwar formal korrekt, allerdings waren auch bereits im Vorjahr die berichteten Quartalswerte nicht gerade berauschend ausgefallen.

Vorstand bestätigt Guidance für 2018

Ungeachtet der schwachen Entwicklung ersten Quartal hat der Vorstand seine Guidance für das laufende Geschäftsjahr berichtet. Danach rechnet der Vorstand mit Umsätzen zwischen 875 Millionen Euro und 950 Millionen Euro sowie eine EBIT-Gewinnspanne zwischen 6,0 Prozent und 7,0 Prozent. Damit wird Vossloh im laufenden Jahr einen neuerlichen Gewinnrückgang vermelden müssen, da selbst die Oberkante der Ergebnisbandbreite, also 66,3 Millionen Euro, unter dem Betriebsergebnis des Jahres 2017 von 70,3 Millionen Euro liegt.

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2019 soll wieder alles besser werden

Das zeigt, dass Vossloh vor strukturellen Problemen steht. Frühestens im Jahr 2019 soll Angaben gemäß die Nachfrage der großen US-amerikanischen Frachtbetreiber wieder aufleben. Im Zuge dieser Geschäftsbelegung soll sich dann auch die Ertragslage des Unternehmens wieder verbessern. Wie viel Wunschdenken in dieser Prognose steckt, bleibt unklar.

Rosige Nachrichten könnte es im weiteren Jahresverlauf nur aus dem beabsichtigten Verkauf der Sparte Transportation ergeben. Hier hatte Vossloh den Buchwert vorsichtshalber auf null abgeschrieben. Ein Verkauf der Sparte, der bereits seit längerem geplant ist, könnte daher für einen positiven (wenn auch einmaligen) Ergebniseffekt sorgen. Wie es vom Unternehmen heißt, befindet sich Vossloh in „intensiven Verkaufsgesprächen mit potentiellen Interessenten“; damit wäre mit einem baldigen Vollzug zu rechnen.

Eine Aktie, die man derzeit nicht haben muss

Die Vossloh-Aktie befindet sich seit vielen Jahren im Abwärtstrend. Die Höchstkurse stammen aus dem Jahr 2011. Seither hat sich der Kurs auf derzeit 40,40 Euro mehr als halbiert. Ob sich auf dem aktuellen Niveau tatsächlich eine Bodenbildung vollzieht, ist mehr als fraglich. Bevor sich nicht eine deutliche Belebung des Umfeldes abzeichnet, muss man die Aktie nicht haben.


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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.